Die „Gruppe von jungen, unerfahrenen Bundesligamenschen“, wie Paderborns Trainer Ralf Kettemann sein Team liebevoll bezeichnet, lernt dazu. Die geschlossene Mannschaftsleistung soll den Erfolg bringen, meinen Führungsspieler. Doch ganz ohne einzelne Top-Akteure geht es auch nicht.
SCP: Zahlen belegen Steigerung beim Abschluss
Wenn Ralf Kettemann von seiner Mannschaft spricht, verpackt er in die Beschreibung mitunter fast liebevoll, dass diese noch über recht wenig Routine auf höchstem Niveau verfügt. „Wir sind eine Gruppe von jungen, unerfahrenen Bundesligamenschen“, formulierte Paderborns Trainer etwa nach dem jüngsten 0:2 gegen Stuttgart beinahe entschuldigend, dass in dem Spiel nichts Zählbares heraussprang. Aber, im Vergleich zur spielerisch eher überschaubaren, wenngleich mit 3:1 erfolgreicheren Partie gegen Hoffenheim zuvor sei gegen den VfB erkennbar gewesen: „Wir haben uns mehr erspielt, und das hängt mit unserer Entwicklung zusammen. Wenn wir uns weiter verbessern, erhöht es einfach die Chance, Richtung Tor zu kommen.“
Zahlen untermalen das Thema Nummer eins der Ostwestfalen. Der Aufsteiger liegt in der Kategorie „Schüsse pro Tor“ in der Liga auf Platz 18, mit einem Schnitt von 23,7 nach fünf Spieltagen. Gegen Stuttgart zielte das Team 24-mal Richtung gegnerisches Gehäuse und traf nicht hinein. Immerhin: Mehr Torschüsse gab der SCP07 innerhalb von 90 Minuten noch nie in der Bundesliga ab. Man nähert sich an … Dies sei durch einen guten Mix der bewährten langen Bälle von Keeper Nahuel Noll, die zuletzt selbst Kettemanns Gegenüber Sebastian Hoeneß lobte, und mehr Ballbesitzphasen gelungen, so der Coach.
„… und dann einfach mal die Dinger machen.“ (PADERBORNS INTERIMS-KAPITÄN LAURIN CURDA)
Die guten Möglichkeiten, die sich sein Team inzwischen erspiele, führt Laurin Curda auch auf das Ballbehaupten im Strafraum mit der entsprechenden Restverteidigung dahinter zurück. „So können wir immer wieder Druck machen und es ist für andere Mannschaften nicht so leicht, herauszukommen“, analysiert der Interims-Kapitän. Mit dem dazugehörigen Mut und besserer Chancenverwertung werde man so zum Erfolg kommen, „und dann einfach mal die Dinger machen“.
Torhüter Noll erkennt ebenfalls diesen erfolgversprechenden Spielansatz, möglich durch die berühmte „geschlossene Mannschaftsleistung“. Dass einzelne Spieler darin in puncto taktischem Verhalten und Positionsspiel reifer wirken, war zuletzt deutlich erkennbar und stimmt auch den bisher so starken Schlussmann zuversichtlich. „So müssen wir auftreten“, fordert Noll. „Geschlossen. Und frech.“
Eine Schlüsselfigur auf besagtem Weg zum Tor ist unterdessen Gabriel Vidovic, der im Achter-/Zehner-Raum immer besser in die ihm zugedachte Rolle hineinwächst, als Verbindungsspieler und Zulieferer. „Wir müssen ihn noch mehr in Abschlusspositionen bringen“, fordert Kettemann angesichts der Qualitäten des 22-Jährigen. „Er darf gerne noch mehr zu Schüssen aufs Tor kommen.“ Zuletzt gegen Stuttgart war das immerhin viermal der Fall, hinzu kommen drei Torschussvorlagen für seine Nebenleute.
