Beim Hamburger 3:2-Erfolg in Hoffenheim kam Kofi Amoako zu seinen ersten Einsatzminuten seit seinem Wechsel. Weil der Kapitän mit Kreuzbandriss voraussichtlich bis zum Saisonende ausfällt, ist er fortan als Abräumer im Mittelfeld gefordert.
Amoako ist der Spätstarter unter den Neulingen
Zum Start in die neue Trainingswoche kam der Kapitän vorbei. Auf dem Golfcart fuhr Nicolai Remberg am Dienstag auf dem Übungsplatz im Volkspark vor und sah den Kollegen zu, die nun ohne ihren Anführer auskommen müssen. Klar ist: Ohne den 26-Jährigen entsteht ein Vakuum. Er muss als Führungsfigur und Sechser ersetzt werden.
Kofi Amoako war Ende Mai der erste HSV-Neuling dieses Sommers. Und in der Schlussphase der Partie am Samstag gegen Hoffenheim der letzte Zugang, der sein Saison-Debüt feiern durfte. Und obwohl Coach Merlin Polzin unmittelbar auf das verletzungsbedingte Ausscheiden von Remberg zunächst mit einer Systemmodifizierung und Miro Muheim reagiert hat, bekommt der Spätstarter nun die Chance zum Durchstarten.
Der gebürtige Hannoveraner war für 1,8 Millionen Euro aus Dresden geholt worden, weil er dem Profil von Remberg am nächsten kommt. „Kofi verkörpert einen Mix aus Physis und Athletik. Seine Zweikampfstärke und seine Intensität gegen den Ball passen hervorragend zu unserer Spielidee“, lautet die Charakterisierung von Claus Costa. Das klingt, als beschreibe der Sportdirektor ein Remberg-Double.
Karrierewege weisen Parallelen auf
Auch der Karriereweg weist gewisse Parallelen auf: Der aktuelle Kapitän hatte sich, wenn auch schon im etwas fortgeschritteneren Alter, innerhalb von zwei Jahren aus der Regionalliga mit Preußen Münster in die Bundesliga mit Holstein Kiel hochgearbeitet, Amoako kletterte jedes Jahr eine Stufe höher: 2024/25 war er Stammkraft bei Drittligist Osnabrück, 2025/26 dann gesetzt bei Zweitligist Dresden, ehe es im Sommer ins Oberhaus ging.
In Hamburg aber gestaltete sich der nächste Schritt kompliziert. Zum einen war klar, dass an Remberg kein Weg vorbeiführt, zum anderen drängte Amoako während der Vorbereitung und Übungseinheiten nicht entscheidend in den Vordergrund. Funktioniert er nun in der ersten Reihe?
Die anderen Ersatzlösungen wären mit Risiken verbunden
Andere Versuche als die naheliegende Lösung wären mit deutlich mehr Risiko verbunden. Nicolas Capaldo war im Sommer 2025 zwar als Sechser verpflichtet worden, ist mittlerweile aber in der Dreierkette unverzichtbar. Den Argentinier vorzuziehen, würde bedeuten, dass Polzin neben Sebastiaan Bornauw mit Warmed Omari und Jordan Torunarigha spielen lassen müsste – bislang wechselt der Coach zwischen beiden hin und her, weil sich keiner unentbehrlich gemacht hat.
Ein Einbau von Bilal Nadir wäre ebenfalls möglich, der im Sommer aus Marseille gekommene Marokkaner aber hat wie der zunächst in Hoffenheim eingewechselte Muheim seine Stärken im Spielaufbau – für die Statik im Hamburger Spiel benötigt der HSV den Typ Remberg. Oder eben dessen Double.
