Said El Mala hat erstmals in einem Heimspiel die prestigeträchtige Nummer 10 getragen – und prompt getroffen. Zuvor hatte sich allerdings auch Wut angestaut, die aus den größeren Erwartungen resultieren könnte.
Nach dem Tor „fiel ein Stein vom Herzen“
Im Rhein-Energie-Stadion begrüßten die heimischen Fans am Samstag erstmals seit dem 5. Mai 2012 wieder „ihre“ Nummer 10. Damals – beim 1:4 gegen den FC Bayern – verabschiedeten sie Lukas Podolski, diesmal trug sie beim Saison-Auftakt 2026/27 gegen Hoffenheim Said El Mala. Der Wechsel der Nummer steht dabei sinnbildlich für die große Verantwortung, die der 20-Jährige trägt. „Ich glaube, da ist schon viel Last auf dem Rücken. Ich würde lügen, wenn ich Nein sagen würde“, so El Mala im Sky-Interview.
Auch wenn er versuche die Erwartungen „beiseitezulegen“, bekommt er sie nicht komplett aus dem Kopf. Der ohnehin schon große Druck erhöhte sich gegen die TSG kurz vor der Pause sogar noch einmal, als er eine Großchance vergab: In der 40. Minute taucht El Mala nach einem verunglückten Rückpass von Leon Avdullahu vor Oliver Baumann auf, scheitert aber an der Fußparade des Schlussmanns. „Es war nicht so, dass der Kontakt zu weit vorgespielt war. Aber Olli kommt da gut raus. Ich habe es dann nicht mehr geschafft, durch die Beine oder sonstwas den Ball zu schieben. Hält er dann noch gut“, analysierte der Außenspieler die Szene in der Mixed-Zone.
Davon ließ sich das Talent jedoch nicht beirren. Er glich kurz nach der Pause aus und eröffnete damit die Kölner Aufholjagd. „Da hatte ich ein bisschen Wut in mir drin und habe den Ball irgendwie draufgehauen. Ich hatte ein bisschen Glück, dass er den Spieler (Bernardo, Anm. d. Red.) noch trifft“, erklärte El Mala über das abgefälschte Tor. Nach dem 1:1 sei ihm ein „Stein vom Herzen“ gefallen.
„Ich trage die Nummer mit Stolz.“ (Said El Mala)
Lange stand der Offensivspieler nach seinem Treffer jedoch nicht mehr auf dem Platz. Da ihn rund um die Stundenmarke Krämpfe plagten, nahm ihn Trainer René Wagner schon in der 65. Minute vom Feld. „Ich hatte wieder Krämpfe, keine Ahnung warum. Da muss ich auf jeden Fall mal nachhaken“, erläuterte der gebürtige Krefelder.
Emotional aufgeladen verfolgte er das Comeback im weiteren Verlauf letztlich auf der Bank. Anschließend bekräftigte El Mala einmal mehr, wie wohl er sich in Köln fühlt und kündigte weitere gute Leistungen der neuen Nummer 10 an. „Ich trage die Nummer mit Stolz. Das ist etwas sehr Besonderes und dafür arbeite ich jeden Tag hart. Ich will den Fans das auch noch zeigen“, so El Mala.
