Ein WM-Fahrer für Köln: Mensah kommt ablösefrei aus Auxerre

Nach Ablauf seines Vertrags in Auxerre hat Gideon Mensah bei der Weltmeisterschaft sein Bewerbungsschreiben für einen neuen Arbeitgeber abgegeben. Den 1. FC Köln konnte er überzeugen. Dort ist er zunächst der einzige Linksverteidiger im Kader.

Ghanaischer Linksverteidiger

Die Abwehr des 1. FC Köln nimmt Formen an. Nachdem mit Luka Lochoshvili die letzte Lücke in der Innenverteidigung geschlossen wurde, gibt es nun auch auf der bislang vakanten Linksverteidiger-Position neues Personal. Gideon Mensah wechselt ablösefrei von der AJ Auxerre in die Domstadt und unterschreibt einen Vertrag bis 2028.

„Wir beschäftigen uns schon seit längerer Zeit mit Gideon und freuen uns, dass wir ihn für den FC gewinnen konnten. Er bringt internationale Erfahrung mit, hat in der vergangenen Saison in Frankreich starke Leistungen gezeigt und diese auch bei der Weltmeisterschaft bestätigt. Gideon ist ein Spieler, der sich konsequent in den Dienst der Mannschaft stellt und auf dem Platz mit hoher taktischer Disziplin, Defensivstärke und Dynamik überzeugt. Mit seinem Profil wird er unserem Kader zusätzliche Qualität und Stabilität geben und unsere Möglichkeiten auf dieser Position weiter verbessern“, sagt FC-Geschäftsführer Thomas Kessler.

Überzeugender Auftritt gegen England

Zuletzt machte der 27-jährige Linksfüßer auf der ganz großen Bühne auf sich aufmerksam und spielte eine ordentliche Weltmeisterschaft mit Ghana. Als gesetzter Mann hinten links in der Viererkette absolvierte er alle vier Spiele über die volle Distanz und überzeugte dabei besonders gegen den Ball.

Beim hart erkämpften 0:0 gegen England etwa gewann Mensah acht seiner zwölf Zweikämpfe und brachte besonders Noni Madueke (kicker-Note 5) vom FC Arsenal förmlich zur Verzweiflung. Eine Defensivstärke, die Mensahs Vorgänger Kristoffer Lund (nach Leihe zurück in Palermo) häufig vermissen ließ.

Der wiederum zeigte mehr Offensivdrang, schlug im Schnitt beispielsweise rund drei Flanken pro 90 Minuten vor das Tor. So viele wie Mensah in seinen vier WM-Spielen über die volle Distanz insgesamt. Auch gelang dem Ghanaer in seiner gesamten Profi-Karriere noch kein Tor. Doch mit seinen physischen Qualitäten kann Kölns Neuzugang durchaus höher schieben, spielte auch schon in einer Dreierkette als linker Schienenspieler.

„Nach der WM hatte ich verschiedene Möglichkeiten. In den Gesprächen mit den Verantwortlichen des FC, die sich sehr um mich bemüht haben, hatte ich aber von Anfang an das beste Gefühl. Dazu kommt die sportliche Perspektive, die mir der Verein aufgezeigt hat. Und natürlich habe ich auch schon viel über die Stadt und die außergewöhnliche Unterstützung der FC-Fans gehört, auf die ich mich riesig freue. Genau wie für Ghana und meine vorherigen Vereine werde ich auch für den FC alles geben, damit der Klub seine Ziele erreicht und wir als Mannschaft erfolgreich sind“, sagt Mensah.

Vier Leihen in vier Länder

Auf Vereinsebene hat Mensah bereits einiges gesehen. In den ersten Ligen Frankreichs, Portugals, Belgiens und Österreichs lief er insgesamt 162-mal auf, darunter 108-mal in der Ligue 1. 2016 wagte er, kurz nach seinem 18. Geburtstag, den Sprung aus seinem Heimatland zu Red Bull Salzburg, wo er zunächst für das Farmteam FC Liefering in der 2. Liga spielte. Immer wieder verlieh Salzburg ihn, doch auch nach Stationen bei Sturm Graz, Zulte-Waregem, Vitoria Guimaraes und Girondins Bordeaux sollte der Durchbruch nicht gelingen.

Trotz des Abstiegs aus der Ligue 1 mit Bordeaux blieb Mensah 2022 aber im französischen Oberhaus, verließ Salzburg endgültig und fand in Auxerre seine sportliche Heimat für die nächsten vier Jahre. Dort etablierte er sich auf Anhieb als Stammspieler, stieg zwar ab, verhalf dem Klub jedoch zum sofortigen Wiederaufstieg und anschließend zum zweimaligen Klassenerhalt.

Der FC ist noch lange nicht am Ende

Sobald der neue Mann nach seinem WM-Urlaub zur Mannschaft stößt, wird die Aufgabe keine andere sein. Auch in Köln geht es darum, in der Liga zu bleiben. Um das Ziel zu erreichen, wird sich noch einiges am Kader tun müssen. Neben einem Konkurrenten für Mensah auf der linken Abwehrseite sucht der FC zwei Sechser – einen Abräumer, einen Spielgestalter. Auch nach einem Ersatz für Jakub Kaminski und einer Alternative für den Sturm wird weiter gefahndet.

 

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