Wagner über die El-Mala-Spekulationen: „Tut ihm natürlich nicht gut“

Frisch aus einem Kurztrip mit seinem Trainerteam stellte sich René Wagner drei Tage vor dem Vorbereitungsstart der Presse. Kölns Trainer sprach über seinen ersten Sommer in der Rolle des Chefs, Neuzugang Luka Lochoshvili, den Abgang von Jakub Kaminski und die Situation um Said El Mala.

Kölns Trainer spürt mehr Verantwortung

Der erste Sommerurlaub als Cheftrainer liegt hinter René Wagner, und die Unterschiede zu seiner Zeit als Assistent waren für den 37-Jährigen auch von Bali, wo er drei Wochen verbrachte, sofort spürbar. „Es war für mich neu, in diesem Sommer nicht wie in der Co-Trainer-Rolle etwas abzuschalten, sondern immer erreichbar zu sein“, blickte er am Freitag auf die vergangenen Wochen zurück. Da kam Wagner gerade aus einem dreitägigen Niederlande-Trip mit seinem neuen Trainergespann, in dem bereits die Planungen intensiviert wurden, bevor am Montag die Vorbereitung startet.

Der Chefcoach selbst hatte nach der Saison noch eine Woche am Geißbockheim drangehängt und sie mit den Scouts verbracht. Wagner spürt, dass seine Einschätzungen in der neuen Rolle ein anderes Gewicht haben. „Wenn man Co-Trainer ist, bekommt man einen Spieler geschickt, guckt ihn sich natürlich an und will eine Meinung abgeben. Aber jetzt weiß ich halt: Okay, wenn ich meine Meinung abgebe, dann hat die schon wesentlich mehr Schlag, als sie vorher hatte“, erklärte der Coach seinen gestiegenen Einfluss und seine neue Verantwortung auch in der Kaderplanung.

„Der lässt sich nichts erzählen.“ (René Wagner lobt die Mentalität von Luka Lochoshvili)

Dort konnte der FC mit Luka Lochoshvili bislang einen Haken auf der Checkliste setzen. „Wir wollten einen aggressiven, großen, schnellen, zweikampfstarken Innenverteidiger, der auch mal ein Tor machen kann nach einem Standard“, beschrieb Wagner das Profil, das auf den Georgier zutrifft. „Das hat er letztes Jahr in Nürnberg bewiesen und für ihn geht es jetzt darum, das einfach jetzt in der Bundesliga auch nachzuweisen.“

Auch charakterlich soll der 28-Jährige vorangehen, „ein bisschen Mentalität“ in den Kölner Kader bringen. „Der lässt sich nichts erzählen. Es ist wichtig, dass wir auch diesen Charakter in der Mannschaft haben. Einer, der auf dem Platz auch mal durchgreifen kann. Ich glaube, das ist etwas, das uns vielleicht in Phasen teilweise gefehlt hat“, blickte Wagner auf die vergangene Spielzeit zurück, wo es dem FC bisweilen an Führung mangelte.

Wagner plant mit El Mala

Diese Qualitäten soll Lochoshvili nach Möglichkeit schon ab dem Vorbereitungsbeginn am Montag einbringen. Dann wird auch Said El Mala mit ihm auf dem Platz stehen. „Said ist ein Spieler des 1. FC Köln. Der wird am Montag hier auftauchen und dann werden wir sehen, was da passiert“, blickte Wagner auf das anhaltende Thema eines möglichen Abgangs seines Top-Torjägers. Erfüllt ein Klub die Kölner Preisvorstellungen von rund 50 Millionen Euro und sagt dieser dann – im Gegensatz zu Brentford – auch den El Malas zu, könnte er den Verein verlassen. Noch allerdings liegt nichts Entsprechendes auf dem Tisch.

Generell würde sich Wagner weniger Trubel um den 19-Jährigen wünschen. „Das tut ihm natürlich nicht gut“, sagte er zu den anhaltenden Spekulationen. „Ich würde mich freuen, wenn wir den Jungen erstmal hier ankommen lassen und dann schauen, was passiert.“ In Köln jedenfalls wisse El Mala, was er habe. „Wir können ihm nur eine Heimat bieten, wo wir ihn mögen, wo er auch spielt, wo wir ihn entwickeln können, und alles andere muss er entscheiden.“ Nach aktuellem Stand aber plane Wagner mit dem Youngster.

Kaminski als Beispiel für den Kölner Weg

Anders als er es mit Jakub Kaminski tun kann, der für 17 Millionen Euro zu Benfica Lissabon gewechselt ist. Wagner lobte den Polen als „super Fußballer und super Mensch“, für den er sich natürlich freue, dass er „in Lissabon eine Riesenaufgabe vor sich hat“.

Der Flügelspieler soll auch als ein Beispiel für den Kölner Weg dienen. „Wir müssen junge, hungrige Spieler holen, wir müssen Spieler, die vielleicht woanders gescheitert sind, zu uns holen, sie wieder aufbauen, zum Performen bringen und ihnen ein gutes Umfeld geben, um dann auch für den Verein Mehrwerte zu generieren.“ Ein Vorhaben, das bei 11,5 Millionen Gewinn im Fall Kaminski voll aufgegangen ist. „Aber natürlich ist das ein Spieler, über den ich froh wäre, wenn er hier wäre.“

Wagner will am Wochenende über Leihrückkehrer und Youngster entscheiden

Wie froh Wagner dagegen über die fünf noch unter Vertrag stehenden Leihrückkehrer ist, das wird sich noch herausstellen. „Wir werden auf jeden Fall dieses Wochenende nochmal drüber sprechen“, kündigte er an – wobei Julian Pauli wohl der einzige Rückkehrer mit einer halbwegs realistischen Chance sein dürfte.

So werden mit Sicherheit auch Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im noch nicht vollständigen Kölner Kader vorspielen dürfen. Doch auch dort ließ sich Wagner nicht in die Karten schauen. „Ich schaue mir morgen das Testspiel der 2. Mannschaft in Hennef an und dann werde ich eine Entscheidung treffen“, erklärte er. Am Samstag (13 Uhr) trifft die U 21 auf Hessenligist 1. FC Gießen.

 

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