Ein Fragezeichen, drei Optionen: Die Umstellung in der Eintracht-Defensive

Nach der Umstellung auf die Dreierkette muss Eintracht-Coach Adi Hütter erneut in der Defensive justieren – personell oder taktisch. Argumente dafür wie dagegen gibt es bei allen drei Optionen.

Hütter tüftelt vor dem Freiburg-Match

Auf eines ist bei Pressekonferenzen in der Fußballbranche Verlass: Details zur kommenden Aufstellung verraten die Trainer nur in den seltensten Fällen. Da macht auch Adi Hütter keinen Unterschied. Und so blieb der Österreicher am Donnerstagmittag gewohnt vage und wich gekonnt jeder Personal- und Systemfrage aus. Das einzig Konkrete, was Hütter zu entlocken war, ist mit Blick auf das Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr, LIVE bei kicker) recht wertlos.

„Jerry Maluze hätte wahrscheinlich sein drittes Spiel gemacht“, verriet Hütter. Das macht er aber nicht, denn der aus der Oberliga emporgestiegene Senkrechtstarter fehlt den Hessen wegen Adduktorenproblemen vorerst. In der Dreierkette, die Hütter nach den sieben Gegentoren zum Saisonstart am 3. Spieltag in Mainz (3:1) formierte, klafft also ein Fragezeichen. Die Antwort wird noch gesucht, sie besteht aber ziemlich sicher aus einer der folgenden drei Optionen.

Kopfballstärke ist gefragt

Über Variante Nummer 1 freut sich ein Stürmer, vermutlich der Neu-Nationalspieler Younes Ebnoutalib, der durch das neue System zuletzt auf der Bank sitzen musste. Eine Rückkehr zur Viererkette mit den verbleibenden Innenverteidigern Robin Koch und Lilian Brassier im Zentrum schafft in der Offensive wieder eine weitere Position. Und die Motivation Ebnoutalibs ist nach dem jüngsten Anruf Jürgen Klopps sicher nicht kleiner geworden. Doch auch wenn Hütter nicht die Umstellung von der Vierer- auf die Dreierkette, sondern die allgemein verbesserte Einstellung in Mainz für den ersten Ligasieg verantwortlich macht, würde der erneute Systemwechsel etwas überraschen.

„Was mir besonders auch gefallen hat, waren die Energie und die Mentalität. Die Mannschaft hat über 90 Minuten alles dafür getan, dass sie Tore verhindert und auf der anderen Seite auch versucht, Tore zu schießen. Wenn wir das erreichen, dann hat es mit der Dreier- oder Viererkette gar nichts zu tun“, bekräftigte der Trainer. Gleichwohl tat der zusätzliche Defensivmann dem Kollektiv und der Sicherheit eines jeden Einzelnen sichtbar gut.

Zumal mit dem SC Freiburg die torgefährlichste Mannschaft des Saisonstarts im Waldstadion gastiert: zehn Tore in der Liga, fünf im DFB-Pokal, sieben in der Conference League – macht 3,66 pro Spiel. Drei der Treffer in der Bundesliga erzielte Freiburg per Kopf, ebenso viele kassierte die Eintracht auf diesem Weg, beides sind Höchstwerte. Es spricht also trotz Hütters Worten („Wir werden in der Grundordnung flexibel sein müssen und auch bleiben“) einiges dafür, dass er auch mit Blick auf die Lufthoheit im Strafraum gegen den Tabellenführer auf drei Innenverteidiger setzt. Bleiben zwei Optionen für die vakante Stelle.

Zurückhaltende Prognosen

Nnamdi Collins ist die eine, die naheliegende. Doch wegen Rückenbeschwerden hat der 22-Jährige wochenlang gefehlt, in dieser Saison noch keine Minute gespielt und erst in Mainz sein Comeback im Kader gegeben. „Natürlich ist Nnamdi so weit, dass er eventuell einsetzbar ist. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass er ein paar Wochen ausgefallen ist. Ob er dann schlussendlich eine Option ist, müssen wir schauen“, erklärte Hütter. Das klingt zwar erst mal nicht nach Startelf, doch erst in der Vorwoche schickte Hütter Noel Aseko nach einer ähnlich zurückhaltenden Prognose von Beginn an auf den Rasen.

Die Alternative und damit Option Nummer 3 ist der Brasilianer Otavio. Der 20-Jährige, von Estrela Amadora aus Portugal gekommen, durfte zwar im Pokal starten und fünf Minuten Bundesliga-Luft am 1. Spieltag schnuppern, musste fortan aber von der Bank aus zuschauen – was Hütter durchaus einkalkuliert hatte: „Er ist hier natürlich jetzt auf einem anderen Niveau, als er schon gewesen ist. Wir haben ihn auch verpflichtet für die Zukunft. Mir war das schon bewusst, dass ein Spieler wie er schon ein bisschen Zeit braucht, um das alles zu adaptieren. Und deswegen müssen wir ihm auch die Zeit geben. Man muss einfach nur geduldig sein und auf die Chance warten können.“

Prinzipiell bietet sich diese Chance jetzt. Ob Hütter ihn dafür gewappnet sieht, wird sich am Samstag zeigen. Ein Für und Wider haben alle drei Optionen für das eine Fragezeichen.

 

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