Der FC Bayern muss im Saisonendspurt auf Serge Gnabry verzichten. Der Nationalspieler hat sich eine Adduktorenverletzung im rechten Oberschenkel zugezogen und fällt „für längere Zeit“ aus. Münchens Sportvorstand Max Eberl befürchtet, dass Gnabrys WM-Traum damit geplatzt ist.
Adduktoren-Verletzungen beim Offensivmann
Gewohnt kurz vermeldete der FC Bayern am Samstagabend die Verletzung von Serge Gnabry. Die Mitteilung beinhaltet aber durchaus Zündstoff – und bedeutet schlechte Nachrichten sowohl für Bayern-Coach Vincent Kompany als auch für Nationaltrainer Julian Nagelsmann: Wie der Deutsche Meister schreibt, hat sich Gnabry einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel zugezogen und wird „für längere Zeit“ ausfallen.
Saison ist gelaufen
Gnabrys Verletzung, bei der mindestens von einer mehrwöchigen Ausfallzeit auszugehen ist, passierte am Samstag gegen Ende des Abschlusstrainings vor dem Heimspiel gegen Stuttgart. Nach kicker-Informationen hat es der 30-Jährige relativ gefasst aufgenommen. Die Verletzung ist schwer, für die Bayern wird er in dieser Saison, in der die Münchner sich am Sonntag zum Deutschen Meister gekürt haben und weitere Titel in der Champions League und im DFB-Pokal noch gewinnen können, nicht mehr zum Einsatz kommen.
Zudem ist eine Teilnahme des Nationalspielers an der WM in den USA, Mexiko und Kanada unwahrscheinlich. Darüber entscheidet aber nicht der FC Bayern, zumal es weitere Untersuchungen geben wird, die etwa zeigen werden, ob der Offensivspieler operiert werden muss.
Gnabry stand beim Rückspiel-Spektakel in der Champions League gegen Real Madrid am Mittwoch noch in der Startelf, war jedoch nach gut einer Stunde ausgewechselt worden. Auf eine Verletzung hatte es da aber noch keine Hinweise gegeben. Am Tag nach dem Weiterkommen hatte der Offensivmann gemeinsam mit Teamkollege Joshua Kimmich das Tennisturnier BMW Open in München besucht.
Gnabry wird auch das Halbfinale im DFB-Pokal bei Bayer 04 Leverkusen am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) sowie die beiden Halbfinalspiele in der Champions League gegen Paris St. Germain (28. April und 6. Mai) verpassen.
Eberl macht wenig Hoffnung auf WM-Teilnahme von Gnabry
Die Vorbereitung auf die WM mit der deutschen Nationalmannschaft ist mindestens gestört, die Teilnahme an der Endrunde wohl ernsthaft in Gefahr. Das bestätigte FCB-Sportvorstand Max Eberl am Sonntagnachmittag.
Rund um den 4:2-Sieg der Bayern gegen Stuttgart und dem Eintüten der deutschen Meisterschaft gab Eberl ein Update – und klang alles andere als positiv: „Er ist sehr gefasst, sehr stabil, aber natürlich enttäuscht. Wenn du 30, 31 bist, dann hast du noch eine WM vor der Brust wahrscheinlich, ich weiß nicht, wie lange er noch spielt, aber es könnte die letzte Chance gewesen sein vielleicht. Es tut mir für ihn leid, weil er bei der WM für die deutsche Mannschaft eine sehr gute Rolle gespielt hätte.“
Viel Konjunktiv, wenig Hoffnung. Bundestrainer Julian Nagelsmann muss damit wohl seine Offensivpläne für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko überdenken. Zwar hatte der 38-Jährige am Sonntagnachmittag noch nicht von einem WM-Aus sprechen wollen, schenkt man Eberls Worten Glauben, scheint eine WM-Nominierung für Gnabry im Moment allerdings unwahrscheinlich. Nagelsmann bezeichnete Gnabrys Verletzung als „ganz bittere Nachricht“. Am Samstag habe der Coach Kontakt zum Offensivmann gehabt und „ihm gesagt, dass wir auch in der Nationalmannschaft alle hinter ihm stehen“.
Gnabry war in der laufenden Saison ein integraler Bestandteil der Bayern-Offensive, die am vergangenen Wochenende den Rekord für die meisten Tore in einer Bundesliga-Saison geknackt hatte. In 21 Bundesligaspielen kommt der 30-Jährige auf acht Tore und sieben Assists. Auch in der Nationalmannschaft zählte Gnabry zuletzt zum klaren Stammpersonal: In allen sechs WM-Qualifikationsspielen kam er von Beginn an zum Einsatz, auch in den beiden März-Tests gegen die Schweiz und Ghana besetzte er die Zehnerposition in der deutschen Startelf.
