Die Folgen des Skhiri-Ausfalls für Kölns Mittelfeld

Zwischen all der Derbysieger-Feierlichkeiten dachten die Spieler und Verantwortlichen des 1. FC Köln am Sonntag auch an den verletzten Ellyes Skhiri. Die Säule im FC-Mittelfeld wird lange fehlen, besonders ein Duo ist nun gefordert.

„Sonderlob“ für Krauß

Das Trikot von Ellyes Skhiri durfte auf dem Derbysieger-Foto in der Kölner Kabine nicht fehlen. Klar, bei aller Freude über das 2:1 gegen Gladbach waren die Gedanken auch bei dem verletzten Tunesier, der kurz vor der Pause mit der Trage vom Platz und anschließend in die Mediapark-Klink gebracht worden war. Florian Neuhaus hatte ihn bei einem Block mit dem nachziehenden Bein am Sprunggelenk erwischt.

Mit einem Riss der Syndesmose wird der 31-Jährige nach kicker-Informationen bis zu drei Monate fehlen und in diesem Kalenderjahr nicht mehr eingreifen können. „Es tut mir unheimlich leid für ihn“, richtete sich Tom Krauß, der ihn in der zweiten Hälfte ersetzt hatte, an seinen Kollegen. Für Kölns Nummer fünf war es der erste Joker-Einsatz der laufenden Saison. „Es war ein bisschen anders“, sagte der 25-Jährige über den Rollenwechsel. „Aber das ist für mich auch völlig in Ordnung, wenn ich am Ende meine Leistung bringe.“

„Genau dafür bin ich da.“ (Tom Krauß über seinen wichtigen Block in der Schlussphase)

Das tat er zweifelsohne, hatte vorn zumindest unfreiwillig einen kleinen Anteil am Siegtreffer von Said El Mala, indem sich sein Laufweg mit dem von Daiki Hashioka kreuzte und die beiden kollidierten. Die nötige Portion Glück, dass Schiedsrichter Florian Badstübner bei dieser Szene, die sich sicherlich im Graubereich der Regeln befand, auf einen Unfall und kein Foul entschied, gehörte letztlich dazu, eine klare Fehlentscheidung war es nicht.

Defensiv erledigte Krauß seinen Job zudem herausragend, gewann jeden seiner sechs Zweikämpfe und blockte in der Schlussphase wichtig gegen einen Schuss von Zento Uno. „Keine Ahnung ob Marvin Schwäbe da gewesen wäre. Aber genau dafür bin ich da“, blickte Krauß selbst auf die Rettungsaktion.

Krauß zeigt eine „beeindruckende Reaktion“

Ein Auftritt über 45 Minuten, mit dem er sich ein „Sonderlob“ von René Wagner verdiente. „Tom ist ein Spieler, der sich in alles reinschmeißt, der sich für die Mannschaft aufopfert. Das hat er wieder gemacht“, freute sich der Trainer. Die Entscheidung, ihm diesmal Isak Johannesson für die Startelf vorzuziehen, war taktischer Natur. „Wir wollten versuchen, von Anfang an aggressiv nach vorn zu spielen. Auch deswegen habe ich mich für Isak entschieden, ein Spieler, der im Gegensatz zu Tom vielleicht den einen oder anderen Moment mehr im Spiel findet, um vorwärtszulaufen.“

Der Plan ging durch Johannessons Treffer auf. Krauß habe derweil eine „unglaublich beeindruckende“ Reaktion auf die Entscheidung gezeigt. Und doch wird seine Degradierung zum Joker nur von kurzer Dauer gewesen sein. In Abwesenheit von Skhiri ist das Duo Krauß/Johannesson zunächst gesetzt.

Kölner sind zufrieden mit Okon-Engstler

Hinter den beiden lauert Sommer-Neuzugang Paul Okon-Engstler auf weitere Chancen. Mit den ersten Monaten des Australiers ist man am Geißbockheim zufrieden, auch wenn sich das zuletzt nicht mehr in der Spielzeit spiegelte. Gegen Gladbach saß er 90 Minuten auf der Bank, zuvor hatte er beim 1:2 in Hamburg gar im Kader gefehlt. Mittelfristig aber trauen ihm die Verantwortungsträger in Köln durchaus zu, in die Skhiri-Rolle vor der Abwehr rücken zu können.

Der bittere Ausfall des Routiniers im Zentrum bedeutet zudem eine neue Möglichkeit für den Nachwuchs. Konkret dürfen sich Kristiyan Irmiev, der erst im vergangenen Monat seinen Vertrag verlängerte, und der im Sommer von Benfica verpflichtete Gil Neves übergangsweise Chancen auf die Rolle der Nummer vier im Zentrum ausrechnen. Möglicherweise rückt dann einer der Youngster in den Kader – zumindest, wenn Wagner es für nötig hält, neben Okon-Engstler eine weitere Option für die Doppel-Sechs mitzunehmen.

 

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