Seit Mittwoch ist Patson Daka Teil der HSV-Delegation im österreichischen Längenfeld und wirkt mit seinem Auftreten innerhalb der Gruppe bereits fast wie ein fester Bestandteil. Samstag (13.30 Uhr) steht der neue Angreifer in Kematen nahe Innsbruck vor dem Debüt gegen Heidenheim.
Frohnatur kommt aus der Karriere-Sackgasse
Aus Hamburgs Trainingslager in Längenfeld berichtet Sebastian Wolff
Nach der letzten Einheit auf der Anlage von Raika Längenfeld machte sich Patson Daka mit den Teamkollegen auf den Weg zu den rund 350 Hamburger Fans zum Abschiedsfoto. Samstag testet der HSV in Kematen gegen den 1. FC Heidenheim, danach geht es zurück in die Heimat. Auffällig bei Daka: Er begegnete den Anhängern nicht nur mit seinem schwarzen Edding zum Unterschreiben, sondern auch mit einem entwaffnenden Lächeln.
„Wenn ich einen schweren Moment habe, tue ich etwas dagegen“
Sportdirektor Claus Costa hatte nach den Gesprächen mit dem 27-jährigen Angreifer aus Sambia vor allem auch dessen positive Art herausgestrichen. „Ich lächle immer“, sagt Daka, „ich bin immer glücklich. Das ist einfach meine Persönlichkeit.“ Tatsächlich wirkt der Neuankömmling während der ersten Tage im neuen Umfeld extrem aufgeweckt – und wissbegierig. Als die Kontaktaufnahme nach dem Abstieg mit Leicester City in die englische Drittklassigkeit die Kontaktaufnahme durch den HSV erfolgt war, „habe ich schnell ein wenig recherchiert.“
In seiner überaus erfolgreichen Zeit bei Red Bull Salzburg hat Daka mit den früheren Hamburgern Hee-Chan Hwang und Masaya Okugawa zusammengespielt und den Draht zu beiden wiederbelebt. „Ich habe mit Hee-Chan und Masaya gesprochen, sie haben mir eine Menge über den Verein und die Stadt erzählt. Das hat mir die Entscheidung leicht gemacht.“ Seine ersten Eindrücke bestätigen die Schilderungen der Ex-Kollegen: „Ich liebe es, hier zu sein. Die Menschen sind nett, der Verein passt perfekt. Ich bin glücklich und aufgeregt.“
Die Station Hamburg soll dem Stürmer den Weg aus der Karriere-Sackgasse ermöglichen. Nachdem er vor fünf Jahren Leicester City noch 30 Millionen Euro wert war, kommt Daka nun aus der Vertragslosigkeit nach Hamburg – ein Zeichen für seinen Kursverfall in den zurückliegenden Jahren. Dass schwere Zeiten hinter ihm liegen, räumt der schnelle Stürmer ein, Zukunftsängste, versichert er, hätten ihn jedoch nicht geplagt: „Ich habe niemals Angst vor der Zukunft, ich vertraue Gott, und meine Gegenwart ist die Zukunft, weil der morgige Tag nicht garantiert ist, und was ich heute tue, bestimmt das, was mir morgen widerfährt. Wenn ich einen schweren Moment habe, dann tue ich etwas dagegen.“
In Hamburg will er für gute Momente sorgen, hat sich auf die Vertragskonstellation eingelassen, zunächst nur für ein Jahr zu unterschreiben. Doch er versichert: „Mein Wunsch ist es, so lange wie möglich hier zu bleiben.“ Daka hat es selbst auf dem Fuß, eine Verlängerungsoption ist im Kontrakt verankert. Er sagt: „Alles ist möglich. Ich will schnell der Gruppe helfen.“ Dann wäre auch ihm selbst nach schwierigen Jahren geholfen.
