Nummer 1 bei Werder? Hein: „Es gibt keine Garantien“

Wie ist das jetzt genau mit der neuen Hierarchie im Werder-Tor? Im bevorstehenden Konkurrenzkampf mit Alexander Schlager schildert Karl Hein zumindest mal seine Sicht der Dinge.

Was für ihn und was für Schlager spricht

Aus Bremens Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Tim Lüddecke

Er trägt jetzt nicht mehr die Nummer 13 auf seinem Rücken – sondern das Trikot mit der Nummer 1. Was durchaus im Interesse von Karl Hein war: „Ich liebe das Nummer-eins-Jersey, und als ich die Möglichkeit bekommen habe, es zu nehmen, habe ich es natürlich genommen.“ Aber hat er diesen Status beim SV Werder Bremen nun tatsächlich auch inne?

Seine Sicht der Dinge machte der estnische Nationaltorwart zumindest am Freitag im Zillertal deutlich. Ob ihm bei seiner Unterschrift die Rolle als neuer Stammkeeper versprochen worden sei, wurde er da etwa gefragt – und reagierte komplett cool: „Im Fußball gibt es keine Garantien. Du musst dir deinen Platz verdienen.“

Zwischen den Bremer Pfosten verfolgt freilich auch Hein dieses Vorhaben, wie er betont: „Das ist ja nichts Neues und war in der vergangenen Saison mit Mio (Backhaus, d. Red.) genauso. Meine Ambition ist es, der Beste zu sein – ich will spielen und ich will die Nummer eins sein“, so der Torwart weiter.

Hein: „Besser sein als andere“

Ob das dann zum Saisonstart auch wirklich so ist, bleibt indes abzuwarten. Durch die Verpflichtung von Alexander Schlager, seines Zeichens ebenfalls Nationalkeeper (von Österreich), erscheint der Konkurrenzkampf um den Platz im Tor jedenfalls offener als nach dem Abgang von Mio Backhaus ursprünglich verkündet.

Da hieß es im öffentlichen Kommuniqué vom 23. Mai, dass dessen Nachfolge unmissverständlich geregelt sei: „Karl Hein wird die Nummer eins.“ Der 30-malige österreichische Stammkeeper Schlager wird jedoch auch nicht allein wegen der Backup-Rolle von RB Salzburg nach Bremen gewechselt sein.

Kürzlich sagte Schlager zudem in einem Podcast von Sky Sport Austria: „Es ist nicht festgelegt, wer die Nummer eins sein wird.“ Was meint also Hein dazu? „Das ist eine Frage für die Trainer. Ich versuche einfach besser zu sein als andere, das ist mein Job – und das ist das, was ich tun kann.“

Hein und Schlager: Was spricht für wen?

Was vorläufig tatsächlich unstrittig ist: Dass Hein mit einem Vorsprung in den Konkurrenzkampf mit Schlager tritt, der aufgrund seines WM-Urlaubs ohnehin erst nach dem Trainingslager in Bremen einsteigt. Was spricht nach aktuellem Stand für wen?

Der 30-jährige Schlager könnte zweifellos bereits mehr Erfahrung (241 Erstliga-Partien) einbringen, kam zu vielen internationalen Einsätzen, darunter zehnmal in der Champions League. Er spielte bis auf eine Leihe in die U 19 von RB Leipzig jedoch ausschließlich in Österreich.

Der 24-jährige Hein wechselte als 16-Jähriger in die Akademie vom FC Arsenal, sammelte Einsätze in der Championship (FC Reading), bei einer Leihe in die spanische La Liga (Real Valladolid) – und eben schon während des vergangenen Jahrs als Werders Nummer zwei in der Bundesliga.

Zukunft nach Werder? „Daran denke ich nicht“

Zudem verspricht der 47-fache Nationalspieler auch noch einen höheren Wiederverkaufswert. Und die Torwartposition hat sich in Bremen in der jüngeren Vergangenheit vor dem Backhaus-Transfer (12 Millionen Euro) ja auch schon bei Michael Zetterer (wechselte für 6 Millionen Euro nach Frankfurt) als lukrative Erlösposition erwiesen.

Sieht auch Hein seinen festen Wechsel zu Werder womöglich als Zwischenlösung, bevor es ihn irgendwann woanders hinzieht? „Nein. Ich mache Schritt für Schritt und fokussiere mich hier bei diesem großen Klub, wo ich wirklich glücklich bin“, sagt er: „Das ist nicht der Moment, um weit in die Zukunft zu schauen. Daran denke ich auch nicht.“

Der Mann, der erst Iker Casillas und später Manuel Neuer nacheiferte, will jetzt erst mal in einer der „coolsten, wenn nicht der coolsten Liga der Welt“ spielen – und wenn möglich öfter als in der vergangenen Saison (zweimal), als neuer Bremer Stammkeeper.

 

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