Erst wird er die deutsche U 21 als Kapitän anführen – und dann zum A-Team nachreisen: Bayern-Profi Tom Bischof spricht über seine Doppel-Berufung.
Brunners Sperre? „Er hat es erklärt“
Von der U-21-Nationalmannschaft aus Riga berichtet Tim Lüddecke
Wie ist das, wenn man sowohl für die U 21 als auch die A-Nationalmannschaft nominiert wird: Rufen dann beide Trainer an? Und wer war zuerst dran: Jürgen Klopp oder Antonio Di Salvo?
Tom Bischof grinst erst, sagt dann: „Richtig, so war’s.“ Der 21-Jährige sitzt am Freitagnachmittag in einem Zimmer im deutschen Mannschaftshotel in Riga, das für die Pressekonferenz vor dem ersten der letzten drei EM-Qualifikationsspiele am Samstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) in Lettland umfunktioniert wurde – und berichtet: „Der erste Anruf kam von Jürgen.“
Für Bischof jedenfalls wird es sicher bei diesem einen Länderspiel für die U 21 bleiben: Anschließend reist er zum A-Team, stößt dann zum zweiten von Klopp erstmals berufenen Kader.
Bischof: „Das will ich Klopp beweisen“
Und das, natürlich, mit großer Vorfreude, wie der Mittelfeldspieler ausführt: „Ich habe seine Worte, die er über mich gesagt hat, gesehen und freue mich natürlich über das Kompliment“, entgegnet er: „Und genau das will ich ihm dann einfach beweisen und eine geile Woche hinlegen.“
Im Gespräch mit dem Bundestrainer habe dieser ihn dann gefragt, „ob ich Lust habe, noch zur U 21 zu reisen und das eine Spiel mitzumachen“, verrät Bischof: „Und da hatte ich einfach Bock drauf. Mir ist es wichtig, dabei zu sein und einen Sieg einzufahren.“
Auch Di Salvo, der U-21-Nationaltrainer, der im zehnten Stock des Hotels nun neben ihm Platz genommen hat, hatte ja bereits davon berichtet, dass Bischof angesichts seiner Doppelberufung „Feuer und Flamme“ sei.
Di Salvo über Bischof: „Wichtiges Zeichen“
Doch erst einmal ist der 47-Jährige froh, dass Bischof sein eigenes Aufgebot dieser Tage in Lettland anführt – als Kapitän: „Deswegen habe ich auch mit Jürgen darüber gesprochen, Tom beim ersten Spiel dabei zu haben, weil ich glaube, dass es auch ein ganz wichtiges Zeichen an die Mannschaft ist – für die Wichtigkeit dieser Spiele.“ Die DFB-Auswahl visiert drei Siege an – dann wäre die EM-Qualifikation vor den aktuell punktgleichen Griechen sicher.
Für den Bayern-Profi wiederum handelt es sich bei der U 21 ja durchaus um einen Rollenwechsel: Hier trägt er die Binde, ist im Mittelfeldzentrum gesetzt. Beim Rekordmeister ist der Führungsanspruch an ihn ein anderer, dort ist Bischof eher ein Bewerber um Spielzeit; drei Einwechslungen und eine Startelfberufung waren es bislang in dieser Bundesligasaison. Und nicht viel anders dürfte es ja wohl auch bei der A-Nationalmannschaft laufen, für die er am 8. Juni 2025 bereits einmal auflief.
Bischof: „Da bin ich kein anderer Mensch“
„Beide Rollen tun mir gut“, erklärt Bischof nun: „Hier kann ich eine brutale Verantwortung übernehmen – aber das muss ich oben auch. Da bin ich kein anderer Mensch. Dort benehme ich mich eigentlich genauso wie hier, weil die Jungs es oben auch von mir verlangen und wissen, dass ich es auch kann.“
In der Klopp-Elf dürfte für Bischof mindestens mal Länderspiel Nummer zwei bevorstehen, er wird zum Kader für die Nations-League-Spiele gegen Serbien und in Griechenland gehören. Bei der U 21 steht er indes vor seinem 7. Länderspiel – das für einen anderen Profi zum Debüt werden könnte.
Di Salvo zur Brunner-Sperre: „Nicht super happy“
Paris Brunner wurde erstmals nominiert – und hat während des nun angelaufenen U-21-Lehrgangs eine Vier-Spiele-Sperre für seinen provokanten Torjubel erhalten. Coach Di Salvo, der schon zu Beginn des Lehrgangs über seine Erwartungen an Brunner gesprochen hatte, suchte deshalb nur „ganz kurz“ den Kontakt zum Angreifer von AS Monaco: „Ich bin natürlich jetzt nicht super happy über diese Geste, aber er hat es mir auch erklärt.“
Di Salvo sprach von „einem Fehler, den er begangen“ habe, der jedoch „nicht im Zusammenhang mit irgendwelchen Fans“ stand – sondern: „Er wollte das Spiel dadurch einfach zu machen.“ Und weiter: „Das ist jetzt auch ein paar Tage her und interessiert mich auch nicht weiter. Bis jetzt präsentiert er sich top bei uns.“
