Collins gibt Rätsel auf: Baut Hütter die Eintracht-Abwehr erneut um?

Nnamdi Collins sucht nach zwei längeren Verletzungspausen weiter seine Form. In der zuletzt gezeigten Verfassung stellt er ein Sicherheitsrisiko dar. Kann er sich stabilisieren? Oder baut Trainer Adi Hütter die Abwehr erneut um?

Entwarnung nach Untersuchung

Ein verlorenes Laufduell gegen Said El Mala beendete in der 67. Minute den Arbeitstag von Nnamdi Collins. Mit Schmerzen legte sich der Verteidiger kurz darauf auf den Rasen und humpelte wenig später vom Platz. Ein bezeichnendes Bild nach dem gebrauchten Abend des 22-Jährigen.

Die Suche nach Gründen für das Formtief

Anders als Kapitän Robin Koch schaffte es Collins nicht, sich nach der 0:6-Blamage in Leipzig zu stabilisieren. Schon nach 40 Sekunden lief ihm Marius Bülter davon – die erste gute Gelegenheit der Gäste. Es folgte eine ganze Serie von Wacklern mit Fehlpässen, Stoppfehlern und misslungenen Zuspielen. Nach der Pause brachte er Sechser Raphael Onyedika mit ungenauen Pässen mehrfach in Bedrängnis.

Es erstaunte, dass Trainer Adi Hütter den rechts in der Viererkette eingesetzten U-21-Nationalspieler nicht spätestens zur Halbzeit erlöste und vom Feld nahm. In dieser bedenklichen Verfassung war Collins ein Sicherheitsrisiko für den gesamten Defensivverbund. Es steht außer Frage, dass der Verteidiger deutlich besser spielen kann. Nun gilt es zu ergründen, weshalb er derart von der Rolle war.

Für die Nicht-Leistung in Leipzig lieferte der Coach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Köln noch eine schlüssige Begründung. „Es war sicherlich ein bisschen unglücklich, dass er innerhalb von einer Woche dreimal 90 Minuten spielte und vorher fünf bis sechs Wochen draußen war. Das war für ihn nicht einfach, obwohl er körperlich so tolle Voraussetzungen hat“, erklärte Hütter.

Rückblick: Am 22. März hatte Collins sich beim Derby in Mainz (1:2) eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen und musste operiert werden – das Saison-Aus. In der Sommer-Vorbereitung kehrte er zunächst zurück, spielte in den ersten beiden Tests gegen Gießen (7:1) und Trabzonspor (3:0) jeweils eine Hälfte, fiel danach aber mit hartnäckigen Rückenproblemen aus. Erst am 19. September, fast auf den Tag genau ein halbes Jahr nach der Partie in Mainz, kam Collins gegen Freiburg (2:2) wieder in einem Pflichtspiel zum Einsatz.

In der Länderspielpause spielte Collins im Test gegen Eintracht Braunschweig (4:0) durch und wurde kurz darauf überraschend für die U-21-Nationalelf nachnominiert. Beim 2:0 gegen Georgien stand er 90 Minuten auf dem Feld, vier Tage später kam es zum Debakel in Leipzig. Hütter hatte auf einen kürzeren Einsatz bei der U 21 gehofft.

Keine strukturelle Verletzung

Doch vor dem Köln-Spiel lag eine relativ normale Trainingswoche. Collins‘ abermals vogelwilder Auftritt lässt sich diesmal nicht mit zu viel Belastung erklären. Hütter steht nun vor der schweren Entscheidung, ob er seine Abwehr abermals umbaut oder Collins eine weitere Chance einräumt. Schwerer verletzt hat sich der Verteidiger nicht, laut eines Vereinssprechers liegt wie auch bei Oscar Höjlund, der gegen Köln komplett fehlte, keine strukturelle Verletzung vor. Es besteht Zuversicht, dass sie am kommenden Samstag beim BVB zur Verfügung stehen.

Gegen Köln ersetzte Hütter Collins zunächst durch Joker Ansgar Knauff, nach der Einwechslung von Elias Baum rückte Knauff nach vorne und machte die Position hinten rechts für Baum frei. Beide sind ernsthafte Alternativen zu Collins. Offen ist auch, ob der Coach an der Viererkette festhält oder doch wieder eine Dreierkette aufs Feld schickt. In einer Dreierkette könnte Collins in der Innenverteidigung auflaufen. Für Konkurrenz sorgt Jeremiaha Maluze, der seine Oberschenkelverletzung auskuriert hat und gegen Köln in den Kader zurückkehrte.

 

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