„Wir werden den Laden nicht zusperren“: Schröder beschwört in der Krise den Zusammenhalt

Nach der sechsten Niederlage spitzt sich die Lage bei Borussia Mönchengladbach weiter zu. Neue Personalsorgen kommen obendrauf.

Gladbacher Suche nach dem Ausweg

Die Glückwünsche zu seinem 51. Geburtstag entlockten Rouven Schröder nur ein kurzes Lächeln. Bei Borussias Sportchef drehten sich die Gedanken am Sonntagabend in erster Linie um die 1:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim. „Es ist klar, dass man enttäuscht ist, wenn man Spiele verliert. Es war ein Spiel, in dem wir versucht haben, es zu regeln. Aber gleichzeitig konnte man sehen, dass wir hinten raus keine Möglichkeit mehr hatten, um auszugleichen“, sagte Schröder.

Der Schock über die sechste Pleite in Folge saß auch beim Manager tief. Den Befreiungsschlag sollte das Kellerduell gegen die Kraichgauer liefern. Jetzt aber steckt die Borussia nur noch tiefer im Schlamassel.

Mit Lidberg droht der nächste Ausfall

„Ich habe gleich gesagt, die Verantwortung liegt auch bei mir als Sportchef, das ist vollkommen normal“, nahm sich Schröder in die Pflicht und richtete den Blick umgehend wieder nach vorn. Schließlich steht für die Fohlen schon am Freitagabend das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart auf dem Programm. „Bei aller Kritik und allem, was wir haben, wir werden morgen den Laden nicht zusperren. Wir werden versuchen, in die Köpfe der Spieler reinzukommen. Wir brauchen Geschlossenheit. Wir müssen den Jungs wieder Selbstvertrauen einflößen, weil es anders nicht funktionieren wird“, betonte Borussias „Head of Sports“.

Von der Personalseite kommt es weiterhin knüppeldick. Als wären die Verletzungssorgen nicht schon groß genug, musste gegen Hoffenheim auch noch Isac Lidberg angeschlagen vom Platz. Nach dem Ausfall von Stamm-Neuner Tim Kleindienst (Muskelfaserriss im Oberschenkel) droht den Borussen nun auch der Back-up wegzubrechen. „Isac hat hinten im Oberschenkel etwas gespürt. Er war bis dahin richtig gut im Spiel. Das wäre für uns maximal schlimm, wenn jetzt noch weitere Verletzungen dazukommen. Wir hoffen, dass es bei Isac nichts Schlimmeres ist“, erklärte Schröder nach der Begegnung.

Die anstehenden Untersuchungen werden Klarheit bringen, ob Lidberg das Gladbacher Lazarett weiter vergrößert. Ein Ausfall würde Alexander Blessin bei der Besetzung der Mittelstürmerposition in noch größere Nöte stürzen. Mit Kleindienst ist kurzfristig nämlich nicht zu rechnen. „Nach Stuttgart folgt unter der Woche das DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC. Für diese zwei Spiele wird es bei Tim wohl noch nicht klappen“, gab der neue Cheftrainer am Sonntag ein Update.

Die Wunsch-Dreierkette ist gesprengt

Verletzungssorgen vorne wie hinten. Denn auch die Wunsch-Dreierkette wurde inzwischen auseinandergerissen. Nach Ko Itakura (Muskelfaserriss im Gesäßbereich) steht bis auf Weiteres auch Abwehrtalent Jan Leszczynski nicht zur Verfügung. Berichten, dass der 19 Jahre alte Pole, einer der Lichtblicke inmitten der Krise, sogar über Monate ausfallen könnte, widersprach Schröder nach dem Hoffenheim-Spiel. „Wir hatten als Verletzung eine Kniestauchung genannt. Dann wurde von außen interveniert, obwohl wir nichts anderes gesagt haben. Jan ist in Behandlung, und wir erwarten, dass er langsam zurückkommt. Es wird keine OP stattfinden, das ist Fakt. Aber er wird uns auch nicht in Stuttgart, gegen Karlsruhe und auch nicht gegen Paderborn zur Verfügung stehen“, sagte Schröder.

Die Verletzungsproblematik stellten die Borussen bisher nicht in den Vordergrund. Doch der Substanzverlust durch die vielen Ausfälle macht der Mannschaft immer mehr zu schaffen. Gegen Hoffenheim fehlten neben Kleindienst, Itakura und Leszczynski auch Franck Honorat (Muskelfaserriss), Nicolas Kühn (Rückstand nach Muskelbündelriss), Jens Castrop (Schulter-OP), Enzo Leopold (Kreuzbandriss) und Fritz Fleck (schwere Zerrung).

Als Nächster kommt womöglich Lidberg hinzu. „Wir haben inzwischen einfach zu viele angeschlagene Spieler. Wir wollen uns gar nicht darauf beziehen, aber wenn bis zu acht oder neun Spieler fehlen, wird es irgendwann schwierig“, sagte Schröder. „Und Fakt ist auch: Wir werden am Freitag für Stuttgart keine fünf Spieler zurückbekommen. In dieser Situation befinden wir uns gerade.“

 

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