Borussia Dortmund will am Samstagabend in München die Tabellenspitze erobern. Ob Konstantinos Karetsas bei diesem Unterfangen eine Rolle spielen kann, entscheidet sich am Freitag.
„Endlich mal ein spannendes Aufeinandertreffen“
Nach drei Pflichtspielsiegen am Stück reist Borussia Dortmund am Samstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mit Selbstvertrauen nach München. Und einer fast vollen Kapelle: „Die Jungs sind alle wohlauf“, sagte Niko Kovac mit Blick auf den knappen Pokal-Erfolg gegen Werder Bremen.
Auf eine explizite Nachfrage zum zuletzt fehlenden Konstantinos Karetsas, den eine Bandverletzung ausgebremst hatte, entgegnete der BVB-Coach: „Er hat heute teilintegriert mittrainiert. Es war nicht allzu intensiv, aber er hat das erste Mal mit der Mannschaft mittrainiert.“ Beim Abschlusstraining am Freitag soll der Grieche, „sofern nichts Negatives nach dem heutigen Training auftritt, mit der Mannschaft trainieren. Dann treffen wir morgen die Entscheidung, inwieweit er bereit ist, den Weg nach München mitzumachen oder noch nicht.“
Dass sich der BVB zuletzt immer wieder Schwächephasen innerhalb eines Spiels erlaubte, hängt Kovac nicht zu hoch. „Keine Mannschaft der Welt dominiert 90 Minuten“, stellt er klar, fügt aber auch an: „Wir haben das aufgearbeitet. Ich glaube, sehe und weiß, dass die Mannschaft eine Entwicklung nimmt, und die in die richtige Richtung geht. Vier Gegentreffer nach sieben Spielen, das ist schon nicht schlecht.“
Nun aber kommt die Dortmunder Defensive in München vermutlich so richtig auf die Probe. Ein Spiel, auf das sich Kovac freut: „Es ist nach langer Zeit in München mal wieder ein Spiel, in dem wir die gleiche Anzahl an Punkten haben.“ Weil die Bayern aber „nicht nur in Deutschland das Nonplusultra sind“, brauche der BVB „90 Minuten auf dem allerhöchsten Niveau“.
Die jüngsten Aussetzer seien im Topspiel verboten. „Wenn man sich da zehn, 15 Minuten nicht so präsentiert, wie man sich präsentieren muss, dann kann das in München ganz schnell schlecht ausschauen“, weiß Kovac aus eigener Erfahrung.
„Wir sind der BVB, wir haben unsere eigenen Ansprüche“
Verstecken brauche sich sein Team aber keineswegs. „Wir sind der BVB, wir haben unsere eigenen Ansprüche, denen wollen wir gerecht werden“, stellt der 55-Jährige klar: „Es ist auch endlich mal ein spannendes Aufeinandertreffen. Wir sind nah dran und vielleicht haben wir die Möglichkeit, das eher in unsere Richtung zu ziehen.“
Für einen Auswärtssieg bei Bayern „musst du bereit sein, dich zu quälen und über deine Grenzen zu gehen“. Gelingt das nicht, „wird es schwer“. Vor allem seinen Stürmern gibt Kovac mit: „Die Chancen, die du kriegst, musst du dort eiskalt verwerten.“
Nur auf den frisch gebackenen Ballon-d’Or-Sieger Harry Kane zu achten, wäre laut Kovac zu wenig. Der Engländer habe zwar in München „nochmal einen richtig großen Sprung gemacht“, was in dem Alter „sensationell“ sei, doch das FCB-Kollektiv überstrahlt für ihn. „Die Bayern sind sehr flexibel. Es ist egal, wer die Positionen belegt.“ Was vor allem für Kane zutrifft.
