Arthur ist nicht nur der schnellste Werder-Spieler in dieser Saison, sondern der Brasilianer hat sich auch innerhalb kürzester Zeit in Bremen akklimatisiert – und eine Lücke im Kader gefüllt, vorerst.
„Dann ist er kaum zu halten“
Es lief bereits die Nachspielzeit, als Günther Stoxreiter von der Ersatzbank hastig mit einem Soforthilfsmittelchen gen Seitenlinie eilte, wo der auf dem Rasen bereits kurzzeitig zu Boden gegangene Arthur die Lieferung schleunigst in Empfang nahm.
„Krämpfe“, berichtete der Bremer Rechtsverteidiger im Nachgang: „Ein bisschen Carbogel – das ging dann schnell und ich konnte noch ein bisschen laufen.“ Der mittels einer Kohlenhydratmischung verliehene Kräfteschub vom Bremer Athletikcoach entfaltete also für die Schlussminuten des 2:2-Unentschiedens gegen Paderborn noch seine Wirkung.
Dass der Brasilianer zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Platz stand, dürfte auch damit zu tun haben, dass er bis dahin laut Daniel Thioune bereits viele „gute Momente“ hatte und vom Werder-Cheftrainer nicht wie in drei seiner bisherigen vier Startelfeinsätze vorzeitig vom Platz genommen wurde.
Reservist in Leverkusen, direkt gefragt in Bremen
Denn: „Man sieht trotzdem, dass er im letzten Jahr wenig gespielt hat“, erklärte der 52-Jährige angesichts Arthurs erweiterter Reservistenrolle in Leverkusen (13 Startelfeinsätze) und letzter verbliebener konditioneller Defizite.
In Bremen war der am letzten Tag der Transferperiode von Bayer ausgeliehene 23-Jährige trotzdem direkt vollumfänglich gefragt – und hat die über den gesamten Sommer klaffende Lücke auf der Position des Rechtsverteidigers mittlerweile vollständig geschlossen. Vorerst. Bis Saisonende dürfte von dieser einstigen Baustelle im Kader bei Werder jedenfalls niemand mehr sprechen.
Gegen Paderborn hat Arthur über den rechten Flügel reihenweise Impulse für die Werder-Offensive gegeben; spielerischer Drang gepaart mit agilen, zuweilen trickreichen Bewegungen – und Tempo: Er war der schnellste Spieler auf dem Platz, zudem bedeuteten seine gemessenen 35,37 km/h den Bremer Bestwert in dieser Saison.
Fritz über Arthur: „Gerne noch mehr Zutrauen“
Und apropos: Auch seine Integration nach seinem Wechsel in den Norden schritt bislang mit hoher Geschwindigkeit voran. Weil er nicht nur sportlich eine Verstärkung darstellt. Sportchef Clemens Fritz betont einerseits: „Er braucht zu Beginn eines Spiels erst die eine oder andere Aktion, dann kommen Folgeaktionen – und dann ist er ja kaum zu halten. Mit seiner Geschwindigkeit, mit seiner Technik, mit seiner Dribbelstärke. Für mich ist das ein toller Fußballer.“
Zugleich findet der 45-Jährige, dass Arthur da per se „gerne noch mehr Zutrauen“ in die eigenen Fähigkeiten haben könne. Was der Sportchef andererseits wiederum schon jetzt für „nicht so selbstverständlich bei einem Brasilianer“ hält, ist, dass Arthur öffentlich bisher aus freien Stücken auf Deutsch auftritt: „Er ist auch charakterlich einfach eine positive Erscheinung“, so Fritz.
Dazu kommt seine Mentalität, trotz krampfgeplagter Waden, wie Arthur leise und langsam ausführt: „Der Fußball heutzutage ist immer physisch, gerade in Deutschland – aber das ist gut für mich, so kann ich meine Physis verbessern und das nächste Spiel vielleicht 100 Minuten spielen, immer Vollgas.“
