Nach eigener Aussage erlebte Niclas Füllkrug bei Borussia Dortmund das beste Jahr seiner Karriere. Nun kehrt der 33-Jährige mit Werder Bremen erstmals zurück an alte Wirkungsstätte – jedoch nicht nur, um alte Bekannte zu begrüßen.
Bremer Stürmer im Aufwind
Ganze 44 Mann umfasste der erste DFB-Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp. Doch ein bekannter Name fehlte unter den Angreifern: Niclas Füllkrug. Nach seiner Rückkehr nach Bremen hatte sich der 33-Jährige mit drei Treffern in vier Bundesliga-Spielen eigentlich gut eingefügt. Die vergangenen vier Länderspiele, in der die DFB-Elf komplett ohne Stürmertor blieb, musste der 24-malige Nationalspieler dennoch vor dem Fernseher verfolgen.
Die lange Pause kam den Werderanern nach sieben Punkten aus den vergangenen drei Ligaauftritten zudem sehr ungelegen. „Eigentlich waren wir gut im Flow, deswegen hätte es gern weitergehen dürfen“, meinte Füllkrug im Interview auf der Vereinsseite. Über das Testspiel-Debakel in Enschede (0:7) schwieg der Stürmer dort freilich. Nichts soll die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund an diesem Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) stören.
In Dortmund nicht nur zum Freunde-Treffen
Für Füllkrug wird die Partie beim BVB eine besondere. Erstmals seit mehr als zwei Jahren kehrt der Stürmer zurück in den Signal Iduna Park, wo er für eine Saison im schwarz-gelben Dress auf Torejagd ging und in 43 Pflichtspielen für die Dortmunder 15 Treffer beisteuerte. Im Sommer 2024 folgte der überraschende Wechsel zu West Ham United in die Premier League.
„Wir sind da zum Fußballspielen und um Punkte mitzunehmen.“ (Niclas Füllkrug)
„Es wird ein sehr schönes Spiel“, meinte Füllkrug vor der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. „Ich habe dort ganz viele besondere Erinnerungen sammeln dürfen.“ Von seiner Zeit beim BVB, mit dem er im Mai 2024 sogar das Finale der Champions League erreichte (0:2 gegen Real Madrid) schwärmt der 33-Jährige: „Dortmund war eine sehr erfolgreiche Zeit. Es war wahrscheinlich das beste und erfolgreichste Jahr meiner Karriere.“
Dennoch komme er mit Werder nicht zurück nach Dortmund, um die Stimmung der Gelben Wand zu genießen. „Wir sind da zum Fußballspielen und um Punkte mitzunehmen“, stellte Füllkrug klar. „Mir geht es nicht darum, Freunde zu treffen. Das kann hinterher stattfinden, wenn wir die Punkte im Sack haben.“
Bremen als Wohlfühloase
Die Rückkehr nach Bremen hat Füllkrug derweilen nicht bereut. Den Wechsel in die Premier League zu West Ham sowie die Leihe zur AC Mailand in der Rückserie der Vorsaison bezeichnete der Stürmer als „definitiv nicht die erfolgreichste Zeit“ in seiner Karriere. Umso glücklicher ist er, zurück am Osterdeich zu sein.
„Ich glaube, dass das Gesamtpaket aus Umfeld, Mannschaft und Energie einfach stimmt und es belohnt wird, wenn man sich für den richtigen Weg entscheidet“, schwärmt Füllkrug über seine Rückkehr an der Weser. „Ich habe mich für den emotionalen Weg entschieden, hier zu Werder zurückzugehen. Damit bin ich auch ein gewisses Risiko eingegangen. Das hat sich jetzt schon gelohnt.“
Auch Daniel Thioune ist voll des Lobes über seinen Stürmer. „Die Überzeugung war da, dass Niclas uns helfen kann. Dass er so einschlägt, freut uns natürlich enorm“, sagte der Bremer Trainer. Gerade in Dortmund sei es wichtig, dass Füllkrug vorangehe: „Für viele von uns ist das Stadion in Dortmund noch Neuland. Dann ist es natürlich sehr wichtig, dass man jemand hat wie Niclas, der weiß, welche Wucht dieses Stadion entwickeln kann, aber auch, wie man es vielleicht beruhigt bekommt.“
Zwei Duelle mit dem BVB im Oktober
Für die erneute Rückkehr in den Signal Iduna Park muss Füllkrug in jedem Fall nicht mehr zwei Jahre warten, bereits am 27. Oktober (20.45 Uhr) steigt in Dortmund das Pokal-Duell zwischen dem BVB und dem SVW. Kann der Stürmer bis dahin überzeugen, dann dürfte auch eine Rückkehr in den Kreis der Nationalmannschaft möglich sein, für die er bislang 14 Tore erzielt hat. Jedenfalls meinte Thioune: „Wenn Niclas Woche für Woche auf der Anzeigetafel stattfindet, dann wird der Bundestrainer sicherlich auch mal die A1 Richtung Norden hochfahren.“
