Der FC Bayern reist am Samstag zum kleinen Derby nach Augsburg. Und hat dort noch eine Rechnung zu begleichen.
Bayern reisen zum „Angstgegner“ nach Augsburg
Das letzte Mal war so eisig kalt, man kann und will es aus Sicht des FC Bayern so schnell wie möglich vergessen. Im Januar hat der deutsche Rekordmeister zum bisher letzten Mal ein Bundesliga-Spiel verloren und das (natürlich) gegen den kommenden Gegner aus Augsburg.
Ein Beinbruch war das für die Bayern damals, im tiefsten deutschen Winter, sicherlich nicht, aber es kratzt zumindest am Stolz des Tabellenzweiten, der in den vergangenen anderthalb Jahren (47 Spiele!) überhaupt nur einmal als Verlierer in einem Ligaspiel vom Platz gehen musste.
Zeit zur Revanche also? „Wir wissen, dass es nicht einfach wird“, sagt Vincent Kompany lieber und ist natürlich heilfroh, dass diese elend lange Bundesliga-Unterbrechung endlich ein Ende hat. „Ich spiele lieber alle drei Tage als das, was die letzten drei Wochen war.“
„Es bleibt ein Derby.“ (Kompany über das Spiel in Augsburg)
Glücklicherweise darf seine Mannschaft nun tatsächlich fast alle drei Tage spielen, mit Champions-League-Krachern gegen Arsenal und Pokalspielen gegen Magdeburg. „Wir haben den Kader dafür“, weiß Kompany. Es fällt aktuell nur Jamal Musiala aus, und das auch nicht mehr ewig. In Augsburg zum Beispiel winkt Ismael Saibari ein Einsatz auf seiner Lieblingsposition hinter der Spitze, Alphonso Davies und Luis Diaz sind nach ihren Pausen ausgeruht.
Rotieren, nur um zu rotieren, wird Kompany dennoch nicht. Zumal es ja gerade erst wieder losgeht. „Am Ende gibt es keine Belastungssteuerung, wenn die Jungs nicht müde sind“, erklärt der Trainer. „Die Jungs müssen erstmal müde werden.“ Und das dürfen sie als allererstes gegen den „Angstgegner“ Augsburg. „Es bleibt ein Derby“, weiß Kompany. „Das spielt auch eine Rolle.“
Ebenso wie die Gefahren, die der kommende Gegner ausstrahlt. „Sie stehen nicht nur kompakt, sondern können auch in den Momenten am Ball gefährlich sein“, analysiert der Belgier und sieht „viel versteckte individuelle Qualität in der Mannschaft“, in die zum Beispiel ein Unterschiedsspieler wie Anton Kade zurückkehren könnte.
Optimistisch ist Kompany dennoch, immerhin hatte sich seine Mannschaft mit einem 7:0 gegen Union Berlin in die lange Pause verabschiedet, auch wenn man das gefühlte vier Monate später schon wieder vergessen hat. „Wenn wir so spielen, wie wir gestern trainiert haben, dann haben wir eine Chance am Samstag“, sagt Kompany lächelnd. Soll heißen: Seit Donnerstag mischen unter anderem Harry Kane und Michael Olise wieder mit, und die könnten ein Spiel im Zweifel ja auch mal entscheiden.
