Bekommt Bayern bald den alten Davies?

Hinter Alphonso Davies liegen schwierige eineinhalb Jahre. Endlich gesund und fit, gibt es erste zarte Anzeichen, dass der Kanadier langsam der Alte wird und damit jemand, den der FC Bayern dringend benötigt.

Kanadier fit und im Aufwind

Ein kurzer Rückblick: Im März 2025 riss sich Alphonso Davies bei einem Einsatz für Kanada das rechte Kreuzband. Eine Verletzung, die ihn bis kurz vor Weihnachten zur Pause zwang. Das Comeback verlief alles andere als reibungslos, mehrere Muskelverletzungen folgten in der ersten Jahreshälfte 2026, die letzte beim Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Paris St. Germain. 2025/26 bestritt Davies daher nur ein Bundesligaspiel über die volle Distanz, beim 2:2 in Hamburg.

Damit nicht genug: Die erwähnte Verletzung gegen PSG kostete Davies weite Teile der Weltmeisterschaft und damit einen Lebenstraum. Eine weitere Heim-WM wird er nicht bekommen. Davies stand zwar im Kader der Ahornblätter, bestritt jedoch kein Gruppenspiel und kam – nach einem Kurzeinsatz im Sechzehntelfinale – auch beim Achtelfinal-Aus gegen Marokko nicht zum Einsatz. Der 25-Jährige war schlicht nicht fit, das Risiko eines weiteren Rückschlags wäre enorm gewesen, weshalb er auch nach dem Urlaub sehr dosiert in die Vorbereitung einstieg.

Einen guten Monat später gibt es erste Signale, dass Davies allmählich zurück zu alter Form findet. In den sechs Pflichtspielen inklusive Franz-Beckenbauer-Supercup stand Davies dreimal in der Startelf und kam dreimal als Joker. Zwar spielte er nur beim 0:0 auf Schalke durch, aber die Einsatzminuten werden mehr. Auch, weil seine Leistungen besser werden.

Traumtor gegen Bodö/Glimt, fast das nächste in Elversberg

Beim 5:0-Auftaktsieg in der Champions League gegen Bodö/Glimt traf Davies sehr sehenswert per Direktabnahme zum 3:0, ließ sich anschließend von den Kollegen cool per Handschlag gratulieren. Beim 2:1 in Elversberg hätte er fast aus ähnlicher Position getroffen, zielte knapp vorbei. Wichtiger jedoch: Mit seiner Einwechslung in der 65. Minute brachte er Schwung, wesentlich mehr als Neuzugang Nathaniel Brown, den er ablöste.

Davies zog als Joker acht Sprints an, gewann alle vier Dribblings und auch alle vier Zweikämpfe in der knappen halben Stunde Spielzeit. Sein Tempo tut den Bayern gut, defensiv wie offensiv. Nur die Stellungsfehler, die ihm bereits früher unterliefen, schleichen sich auch im Spätsommer 2026 immer mal wieder in Davies‘ Spiel, dazu die ein oder andere technische Unsauberkeit.

Wichtig für ihn und den FC Bayern wäre nun, über einen längeren Zeitraum ohne Zwangspause durchzukommen. Ziemlich sicher wird Trainer Vincent Kompany seine Einsätze weiter dosieren, genau auf die Belastung achten. Mit Brown hat er ein Top-Talent in der Hinterhand, auch Hiroki Ito könnte links hinten aushelfen, auch wenn der Japaner in der Hierarchie dort an Nummer drei und in der Innenverteidigung nur an Nummer vier steht.

 

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