Kein Spieler verkörpert den 1. FC Heidenheim aktuell mehr als Patrick Mainka. Keines der bisherigen 99 Bundesliga-Spiele bestritt der FCH ohne seinen Verteidiger.
Dauerbrenner des FCH
Wenn Frank Willenborg am Samstag um 15.30 Uhr in der Münchner Allianz-Arena anpfeift, bestreitet der 1. FC Heidenheim sein 100. Spiel in der Bundesliga. Für den kleinen Klub von der Ostalb ist das ein großer Meilenstein, ein besonderes Jubiläum. Wohlwissend, dass wahrscheinlich erstmal nur zwei weitere Spiele im deutschen Oberhaus hinzukommen werden. Bereits an diesem Wochenende kann der FCH nach drei Jahren in der Bundesliga absteigen, sollte der wahrscheinliche Fall einer Niederlage in München eintreten und am Sonntag entweder Wolfsburg oder St. Pauli gewinnen.
Genießen wird Heidenheim das Jubiläum dennoch, speziell Kapitän Patrick Mainka. Der Verteidiger und Dauerbrenner des FCH hält seit dem Aufstieg 2023 eine unglaubliche Serie, kein Spiel hat der 31-Jährige seitdem verpasst. Weder gesperrt, noch verletzt. Kommt er auch am Samstag zum Einsatz, wäre der gebürtige Gütersloher erst der vierte Spieler, der jedes der ersten 100 Bundesliga-Spiele eines Klubs bestreitet. Eine solche Serie gab es letztmals vor fast 60 Jahren. 1968 stellte Berti Vogts für Mönchengladbach diese Marke auf. In den Jahren zuvor gelang dies auch Walter Schmidt für Braunschweig 1966 und Horst Podlasly für Hannover 1967.
Was diese Serie noch beeindruckender macht, ist, dass Mainka alle bisherigen 99 Bundesliga-Spiele im FCH-Dress über die komplette Dauer absolvierte. Seitdem in der Saison 1995/96 in der Bundesliga drei Wechselmöglichkeiten eingeführt wurden, spielte kein Spieler so oft in Serie durch. Verfolgt wird Mainka aktuell von Unions Danilho Doekhi, der seit Februar 2024 keine Bundesliga-Minute mehr verpasst hat (81 Spiele) und damit kurz davor steht, die Marke von Freiburgs Christian Günter (von 2020 bis 2022 82 Spiele in Folge) einzustellen. Von Mainka wurde Günter übrigens bereits im Hinspiel des FCH gegen den FC Bayern überholt.
Dass ein Verteidiger in drei Jahren Bundesliga keine einzige Gelbsperre absitzen musste, ist beeindruckend. Mainka spielt sehr fair, begeht nur alle 349 Minuten ein Foul, was nicht nur in Heidenheim keiner überbieten kann. Kein anderer Feldspieler mit mindestens 2000 Minuten Spielzeit in dieser Saison foult so selten. In der laufenden Spielzeit steht er erst bei einer Gelben Karte. Dabei scheut Mainka keine Zweikämpfe, mit 63,6 Prozent an gewonnenen Duellen hat der 31-Jährige die beste Zweikampfquote auf der Ostalb und ist damit auch in den Top 10 der zweikampfstärksten Profis der Liga.
Heidenheims notenbester Feldspieler (Schnitt von 3,34) bestreitet zudem auch offensiv seine erfolgreichste Bundesliga-Saison, zwei Tore und zwei Assists steuerte Mainka bisher bei. 33 Torschüsse und zehn Torschussvorlagen bedeuten ebenfalls einen persönlichen Rekord. Und wer weiß, vielleicht gelingt dem FCH ja noch der Klassenerhalt, womit Mainka seine beiden unglaublichen Serien noch über den Sommer hinaus ausbauen könnte.
