Der Kader von Eintracht Frankfurt ist zu groß. Darunter leidet auch der Nachwuchs. Sportvorstand Markus Krösche erklärt, weshalb er eine deutliche Verschlankung anstrebt, und begründet das mit einer spannenden Statistik.
Mehr Chancen für den Nachwuchs
Nach momentaner Lage der Dinge umfasst der Frankfurter Lizenzspielerkader für die kommende Saison fast drei Dutzend Profis, zählt man die zurückkehrenden Leihspieler dazu. Eine solche Mannschaftsstärke ist aus wirtschaftlicher Sicht problematisch und sportlich nicht notwendig. Erst recht, da Frankfurt in der neuen Spielzeit an keinem internationalen Wettbewerb teilnimmt.
Die logische Konsequenz daraus: Zahlreiche Spieler werden sich nach einem neuen Verein umsehen müssen.
„17 Spieler auf Topniveau“
„Grundsätzlich müssen wir schauen, dass wir den Kader perspektivisch – das werden wir nicht in einem Jahr hinbekommen – auf 17 Spieler auf Topniveau reduzieren und die Positionen 18, 19 und 20 aus dem eigenen Nachwuchs heraus besetzen“, kündigt Markus Krösche an. Das Torhüterteam ist in dieser Zahl nicht enthalten. Mit Blick auf die vergangene Spielzeit, die nur einen Tag nach dem Saisonende auch den Job von Trainer Albert Riera gekostet hat, räumt der Sportvorstand ein: „Wir hatten einen zu großen und zu breiten Kader, sodass die Nachwuchsspieler nicht die Chance hatten, sich zu zeigen und vielleicht auch Minuten zu sammeln.“
Nicht mal Eigengewächs Elias Baum kam auf nennenswerte Einsatzzeiten. Dabei war dem Rechtsverteidiger nach einer erfolgreichen Leihe zur SV Elversberg im vergangenen Sommer der Durchbruch am Main zugetraut worden. Dass Baum selbst nach den Verletzungen von Rasmus Kristensen und Nnamdi Collins links liegen gelassen wurde, ist ein fatales Signal an den eigenen Unterbau. Krösche kündigt an, im NLZ das Augenmerk noch stärker auf den Übergangsbereich und die Individualisierung legen zu wollen, um die Durchlässigkeit zu erhöhen.
Krösche begründet den großen Kader
Hinsichtlich der geplanten Kaderreduktion nennt Krösche eine spannende Zahl: „Statistisch gesehen ist es so: In den vergangenen zehn Jahren wurden 90 Prozent der Spielminuten von maximal 17 Spielern absolviert. Dabei war es egal, an welchen Wettbewerben die Mannschaften teilgenommen haben und wie weit sie gekommen sind.“ Das leuchtet ein, welcher Trainer verzichtet schon gerne freiwillig auf seine Top-Spieler?
Umso mehr stellt sich die Frage, weshalb der Kader überhaupt so groß ist. „Das hat etwas mit der Dynamik unserer Entwicklung zu tun. Grundsätzlich planen wir mittel- bis langfristig mit den Spielern. Aber wir haben uns als Klub schneller entwickelt als der eine oder andere, deshalb mussten wir Spieler dazu holen, die ein höheres Level haben. Dadurch ist eine gewisse Kadergröße entstanden“, erläutert Krösche.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass nicht jeder Transfer funktioniert und nicht alle Spieler die Erwartungen erfüllt haben. Michy Batshuayi und Mahmoud Dahoud sind nur zwei prominente Beispiele.
