Bayer 04 sucht einen Nachfolger für den noch im Amt befindlichen Kasper Hjulmand. Das Leverkusener Kandidaten-Trio wird von Andoni Iraola angeführt. Doch für den Bournemouth-Trainer kommen auch Optionen in der Premier League infrage.
Trainer der Stunde in der Premier League
Dass sich Bayer 04 von Trainer Kasper Hjulmand trennen wird, ist für die Operative bei Bayer 04 beschlossene Sache. So sucht der Klub konkret nach einem Nachfolger für den 54-Jährigen, der in der enttäuschenden Rückrunde bereits auf der Kippe stand, aber vom Vorsitzenden des Gesellschafter-Ausschusses, dem mächtigen Werner Wenning, gestützt wurde.
Michel steht nicht mehr auf Bayers Liste
Inzwischen zeichnet sich immer klarer ab, wie hoch die verschiedenen Kandidaten auf den Leverkusener Trainerposten eingeschätzt werden. Keine Rolle spielt mittlerweile der Spanier Michel vom FC Girona. Der 50-Jährige kommt zwar mit seinem Spielstil den Vorstellungen der Macher bei Bayer 04 sehr nahe, doch nicht nur dessen mangelnden Englischkenntnisse haben dafür gesorgt, dass das Thema mit dem Ex-Profi, mit dem sich Bayer vor Jahresfrist intensiv beschäftigte, nicht mehr verfolgt wird.
Weiter auf der Liste bleibt hingegen der frühere Atletico- und Chelsea-Profi Filipe Luis (40). Der Brasilianer, der zuletzt bei Flamengo unter Vertrag stand, ist zwar nicht in Besitz der notwendigen UEFA-Pro-Lizenz, ist aber als Option nicht auszuschließen für den Fall, dass Bayer bei den höher eingestuften Kandidaten nicht zum Zuge kommt, was durchaus möglich erscheint.
Grundsätzlich möchte Geschäftsführer Simon Rolfes allerdings einen Trainer mit einem gewissen Erfahrungsschatz verpflichten. Auch um nach den Fehlgriffen mit dem bereits nach dem 2. Spieltag entlassenen Erik ten Hag und dem nicht nachhaltig wirkenden Hjulmand eine möglichst sichere Lösung zu präsentieren.
Diese Kriterien treffen auf Oliver Glasner (51) zu, der seinen Vertrag beim Conference-League-Finalisten Crystal Palace nicht verlängern wird. Doch der Österreicher steht nicht wirklich für den in der Bayer-DNA verankerten Ballbesitz-Fußball. Weshalb der auch zuvor in Wolfsburg (Champions-League-Qualifikation) und Frankfurt (Europa-League-Sieger) erfolgreiche FA-Cup-Gewinner von 2025 nicht ganz oben auf der Leverkusener Liste steht.
Der spielerische Ansatz, den Andoni Iraola beim AFC Bournemouth verfolgt, kommt da den Vorstellungen der sportlich Verantwortlichen bei Bayer 04 deutlich näher. Der Spanier ist in England aktuell der Trainer der Stunde, machte mit dem 1:1 am Dienstag gegen Manchester City, dem 17. Premier-League-Spiel ohne Niederlage in Serie, den FC Arsenal vorzeitig zum Meister.
Der 43-Jährige erscheint den Bossen trotz größerer Anteile von Vertikal-Spiel in seiner Spiel-Philosophie kompatibler zum Bayer-Ansatz. Ihn für den Werksklub zu gewinnen, wäre ein Coup. Doch wie Glasner würde Iraola auch gerne weiterhin in der Premier League arbeiten.
In der Premier League sind noch Türen für Iraola offen
Die letzte Tür bei einem der Top-Klubs ist bei Manchester United zwar noch nicht offiziell zugeschlagen. Doch dort soll der anfangs als Interims-Lösung angesehene Michael Carrick nach dem souveränen Einzug in die Champions League einen Zweijahresvertrag unterzeichnen.
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Aber auch bei Crystal Palace, das einen Glasner-Nachfolger sucht, und dem FC Fulham besteht noch Bedarf. Bei letzterem, weil Trainer Marco Silva als neuer Benfica-Coach im Gespräch ist. Diese Entscheidung beim portugiesischen Traditionsklub soll zeitnah fallen. Je nach Ausgang bleibt abzuwarten, ob Iraola es weiter bevorzugt, in der für die Protagonisten extrem attraktiven und stärksten Liga der Welt zu arbeiten.
Oder ob er ein Projekt übernehmen möchte, bei dem er anders als bislang in Bournemouth nicht jedes Jahr neu aufbauen muss. Die Aussicht, bei einem ambitionierten Klub nach einer starken Saison auch den Schritt auf die nächsthöhere Stufe gehen zu können, war ein Argument für Iraolas Entschluss, den AFC jetzt nach drei Jahren zu verlassen. In Leverkusen wäre diese Perspektive zumindest gegeben.
