Robin Fellhauer ist der Prototyp des Mannschaftsspielers – extrem wertvoll, ein Arbeiter und manchmal, wie am Samstag gegen Gladbach, auch ein Spielentscheider. Vor dem Saisonfinale hofft er gleich doppelt.
Ein Top-Einkauf des FCA
Das Daumendrücken am Sonntagnachmittag half nicht: Robin Fellhauer fieberte mit seinen ehemaligen Mitspielern der SV Elversberg, gönnt dem kleinen Klub aus dem Saarland den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga. Durch das 1:3 bei Fortuna Düsseldorf ist dieser vorerst aufgeschoben. Ende des Monats ist Fellhauer auf der Hochzeit von SVE-Kapitän Lukas Pinckert eingeladen, und vielleicht gibt es dann neben dem privaten Glück gleich zwei weitere Gründe zum Anstoßen.
Schließlich hat Elversberg mit einem Sieg im abschließenden Heimspiel gegen Absteiger Preußen Münster den Aufstieg weiter in der eigenen Hand. Und Fellhauers FC Augsburg darf seit dem vergangenen Wochenende, seit Sonntagabend, mehr denn je von der zweiten Europapokal-Teilnahme der Vereinsgeschichte nach 2015 träumen. Platz sieben und die Conference League sind möglich, allerdings ist der FCA – anders als Elversberg – auf fremde Hilfe angewiesen.
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Zunächst wird er seine Hausaufgaben machen und bei Union Berlin gewinnen müssen. Am besten so seriös-souverän wie beim 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach, an dem Fellhauer als „Spieler des Spiels“ gehörigen Anteil hatte. Zunächst saß der Allrounder, noch etwas geschwächt durch einen Magen-Darm-Virus auf der Bank, kam aber schon nach 13 Minuten für den verletzten Dimitrios Giannoulis und steuerte anschließend die Vorlage zum 1:0 und das Tor zum 2:0 bei.
„Das hätte niemand gedacht, ich auch nicht“
„So langsam kann man ein bisschen hoffen, weil wir unsere Hausaufgaben machen. Alles andere haben wir nicht in der Hand“, sagte Fellhauer nach dem Sieg, als er noch nicht wusste, dass der SC Freiburg tags darauf mit 2:3 beim Hamburger SV verlieren würde. Nun braucht es für Platz sieben am letzten Spieltag neben dem eigenen Sieg zweimal Schützenhilfe: Gewinnt weder Freiburg gegen RB Leipzig noch Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart, dann hätte der FCA die Sensation tatsächlich gepackt.
Fellhauer ist einer der Gründe für die jetzt schon gute Saison. Für vergleichsweise läppische 700.000 Euro, die per Klausel festgeschrieben waren, holte der FCA den mittlerweile 28-Jährigen, der davor in seiner Karriere noch keine Minute in der Bundesliga gespielt hatte. Ein Volltreffer. Als einziger Feldspieler und neben Torwart Finn Dahmen stand Fellhauer an allen 33 Spieltagen auf dem Platz, er schoss drei Tore, bereitete drei vor, auch der Notenschnitt von 3,8 ist insgesamt ordentlich. Auf den Schienenspieler, der es auch zentral im Mittelfeld kann, ist Verlass.
„Unfassbar. Ich bin extrem glücklich, diesen Schritt gemacht zu haben“, beschreibt Fellhauer die Entscheidung pro Augsburg rückblickend. „Ich stand in jedem Spiel auf dem Platz, zähle mittlerweile zu den Leistungsträgern. Das hätte vor der Saison niemand gedacht, ich selber auch nicht, weil ich es nicht einschätzen konnte“, gibt er ehrlich zu. Fehlt eigentlich in der nächsten Saison nur noch das Duell Augsburg gegen Elversberg in der Bundesliga. Vielleicht ja an einem Sonntag, weil der FCA donnerstags noch international im Einsatz war …
