„Eugen wird uns über den Strich führen“: Gladbach mit Polanski im Schlussspurt

Verdient wäre ein Gladbacher Heimsieg gegen Mainz nicht gewesen. Und doch war der Dreier zum Greifen nah – bis Yannik Engelhardt einschritt und die Enttäuschung in die Gesichter trieb. Das bittere, weil späte 1:1 zog im Nachgang weite Kreise, die vor Sportchef Rouven Schröder auch die Trainerfrage aufwarf.

„Kein Heckenschütze“: BMG hadert mit Foul beim Elfmeter

„Ich hatte die Hoffnung, dass wir mal so ein Spiel über die Runden bringen und drei Punkte mitnehmen – auch wenn es nicht ganz so verdient wäre.“ Damit brachte Kapitän Rocco Reitz, der im Sommer seinen Heimatverein Gladbach für RB Leipzig verlassen wird und auch am Sonntag beim Verkünden der Aufstellung mit Pfiffen von den eigenen Fans klarkommen musste, die Enttäuschung auf den Punkt. Kurz vor seinem Gespräch mit DAZN hatte sein Team schließlich mit der letzten Aktion des Spiels einen Elfmeter verursacht und so das 1:1 geschluckt.

Yannik Engelhardt war hier plump dem schon aus dem Strafraum laufenden Phillipp Mwene in die Beine gelaufen. Reitz dazu auch indirekt zu seinem Mitspieler Engelhardt: „So wie der Fußball ist, schreibt er dann so Geschichten. Das ist extrem bitter. Das ist ein Elfer, ganz klar – ärgerlich. Du musst da vielleicht einen Schritt weniger intensiv reingehen in den Zweikampf und ihn einfach nur stellen. Das hat er aber sicher nicht mit Absicht gemacht und wird daraus lernen.“

Polanski: „Wir sind selbst schuld an der Lage“

Sein Trainer Eugen Polanski fiel es ebenfalls schwer, den Frust über diese verpassten zwei weiteren Zähler zu verbergen: „Am Ende müssen wir den Ball über die Ziellinie schießen, das haben wir nicht geschafft. Wir haben oft in Ballbesitz falsche Entscheidungen getroffen und das Spiel so nochmals in eine andere Richtung gelenkt. Das war schon schlampig.“ Eben auch das Foul beim Strafstoß stieß ihm sauer auf: „Wir sind selbst schuld. Es ist ja jetzt kein Heckenschütze da und wir fallen (dem Gegenspieler; Anm. d. Red.) irgendwo auf den Fuß … Das war einfach brutal unnötig, dass wir einem Spieler, der rausläuft, so auf die Hacke treten.“

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Was auf jeden Fall daraus folgte: Die Elf vom Niederrhein konnte keinen Satz auf Rang 11 machen, blieb vielmehr fünf Zähler vor dem auf dem Relegationsplatz 16 stehendem FC St. Pauli stehen – punktgleich mit tradtionsreicher Konkurrenz aus Köln, Hamburg und Bremen (jeweils 31). Nun wartet am Samstag das Gastspiel in Wolfsburg, beim 17. des Tableaus, ehe Duelle mit Dortmund, Augsburg und Hoffenheim anstehen.

„Ich weiß nicht, ob das Restprogramm brutal ist“, so Polanski dazu. „Am Ende ist es einfach so, dass wir diesen harten Weg als Borussia Mönchengladbach (bis Saisonende; Anm. d. Red.) gehen müssen. Wir sind selbst schuld an der Lage.“

Schröder verlangt von allen, „den Arsch hochzukriegen“

Eine Lage, die auch Sportchef Rouven Schröder hinterher in der Mixed Zone noch umtrieb – angefangen mit seinem eigenen Frust nach dem verpassten Heimsieg: „Wir haben im tiefen Block gestanden. Und auch wenn Mainz jetzt nicht die Hundertprozentigen gehabt hat, war der Spielstand schon auf Messers Schneide. Es ist eine große Enttäuschung bei uns, auch in der Kabine. Wir hätten uns heute absetzen können, die Enttäuschung ist deswegen da.“ Es nütze aber auch nichts, jetzt nur negativ zu denken, „ab morgen geht der Kopf auch wieder hoch“.

Genauer: „In der Gesamtheit zählen jetzt Punkte, da geht’s nicht mehr so ums Schönspielen – sondern nur darum, die Borussia, diesen großartigen Verein, in der Liga zu halten. Wir müssen in Wolfsburg den Arsch hochkriegen, um es besser zu machen. Wenn man sich da nur einigelt wie heute, dann wird das nicht reichen.“

Was dann im Falle des angestrebten Klassenerhalts folgen wird, steht auf einem anderen Blatt. „Natürlich werden wir uns nach der Saison Gedanken machen, wir wollen erfolgreich Fußball spielen“, holte Schröder diesbezüglich aus. „Doch zunächst haben wir vier Spiele, wo wir alles reinlegen wollen – gerade nächste Woche bei einem direkten Konkurrenten, das ist essenziell wichtig für uns. Dass wir uns aber allgemein kritisch hinterfragen müssen und nicht zufrieden sind, ist doch vollkommen klar – trotzdem stehen wir fünf Punkte drüber plus Torverhältnis nach zunächst drei Punkten nach acht Spielen.“ Damals im Oktober 2025 war der neue Sportchef in der tatsächlich noch weitaus brenzligeren Lage als aktuell erst vorgestellt worden.

„Den Trainer lassen wir jetzt mal außen vor.“ (Rouven Schröder, der Sportchef der Gladbacher Borussia)

Rückschlüsse auf eine eventuell noch notwendige Veränderung auf der Trainerbank zum jetzigen Zeitpunkt vier Spieltage vor Schluss zu ziehen, das stellte Schröder klar, seien nicht zulässig. Der Coach stehe im Saisonendspurt nicht zur Disposition. „Den Trainer lassen wir jetzt mal außen vor – Eugen wird uns über den Strich führen. Dann werden wir gemeinsam die Saison Revue passieren lassen. Aber Eugen ist unser Trainer“, stellte der Sportchef der Fohlen klar. Wie es dann im Detail im Sommer weitergeht, müsse wie bereits erwähnt analysiert werden. Dann werden die Verantwortlichen bei der Borussia der Frage nachgehen, ob eine gemeinsame Basis für fußballerisch bessere Zeiten vorhanden ist mit dem aktuellen Gespann – das bislang erst zwei Rückrundensiege mit dem Team auf die Kette gebracht hat.

 

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