Woran Union noch tüfteln muss und wo bereits eine Steigerung zu erkennen ist

Die Berliner haben noch viel Arbeit vor sich, dennoch machen sie sukzessive kleine Schritte in die richtige Richtung.

Zwischenfazit vor dem Trainingslager

In drei Wochen startet Union Berlin mit dem Pokalspiel bei Zweitligist Eintracht Braunschweig in die neue Saison. Bis dahin stehen noch das Trainingslager in Österreich sowie zwei Testspiele auf dem Programm. Also eigentlich genügend Zeit für Trainer Mauro Lustrinelli, um weiter an den Abläufen zu arbeiten und seinen Spielstil der Mannschaft einzuimpfen. Die Zeit benötigen die Eisernen aber auch definitiv noch. Denn die bisherigen Testspiele haben demonstriert, dass die neue Herangehensweise noch nicht gänzlich verinnerlicht wurde.

Das „gute Gefühl“ für die Saison fehlt noch

„Wir kriegen langsam den Spielstil rein, es fehlt aber noch einiges, um das in der Bundesliga spielen zu können“, sagte Verteidiger Tom Rothe. „Das neue System (4-2-2-2, Anm. Red.) braucht noch ein bisschen Zeit. Die Umstellung von der Fünfer- auf die Viererkette ist für viele eine große Veränderung. Es ist normal, dass da noch ein paar Details fehlen.“ Zudem ergänzte Lustrinelli: „Wir werden weiter Tropf für Tropf einfüllen.“ Große Zuversicht und eine Aufbruchstimmung hört sich zumindest anders an.

Fakt ist: Die Berliner haben nach dem 2:2 gegen Cagliari sechs Testspiele in Folge nun keinen Sieg eingefahren. Natürlich werden diese Partien in der Vorbereitung in erster Linie dafür genutzt, um die Abläufe reinzukriegen und taktische Ansätze auszuprobieren. Und dennoch verleihen einzelne Erfolgserlebnisse dem gesamten Team auch Selbstvertrauen. „Die Vorbereitung ist auch dafür da, um sich ein gutes Gefühl für die Saison zu holen. Aber ich denke, dass wir trotzdem auf einem guten Weg sind“, sagte Rani Khedira angesprochen auf die vielen Pleiten.

Deutlich mehr Distanzschüsse als zuvor

Immerhin ist im Verlauf der vergangenen vier Wochen eine Steigerung in einigen Bereichen zu erkennen. So können die Köpenicker das von Lustrinelli präferierte hohe Pressing schon besser sowie länger ausüben und auch die Abstimmung untereinander hat sich dahingehend verbessert. Zudem sind im letzten Drittel mittlerweile mehr flache Kombinationen zu sehen, auch wenn bei Weitem noch nicht alles funktioniert. Ein weiteres Stilmittel, zu Toren zu gelangen, stellen dabei die vielen Distanzschüsse dar.

Eine große Baustelle dagegen ist weiterhin die Viererkette, die immer wieder ein großes Thema bei Union ist. Vorgänger Steffen Baumgart hatte sich schon zu seiner Anfangszeit daran probiert und scheiterte kläglich. Nach nur wenigen Begegnungen ließ er die Mannschaft wieder mit einer Fünferkette aufstellen. In den bisher absolvierten acht Testspielen offenbarten die Hauptstädter einige defensive Anfälligkeiten – vor allem, wenn der Gegner mit Tempo auf die Kette zulief oder mit Zuspielen hinter die letzte Abwehrreihe kam. Auch das wird vermutlich noch ein taktischer Schwerpunkt ab Montag im Trainingslager sein.

 

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