Gleich beim Bundesligadebüt 2025/26 hatte sich Hoffenheims Verteidiger Koki Machida einen Kreuzbandriss zugezogen, verpasste die Saison und die WM. Nun ist der Hoffenheimer Innenverteidiger zurück – mit klaren Zielen, internationaler Erfahrung und dem Anspruch, seine Siegermentalität bei der TSG einzubringen.
Comeback nach Kreuzbandriss
So hatte sich Koki Machida seinen letztjährigen Geburtstag sicher nicht vorgestellt. Zwei Tage, bevor der Japaner 28 wurde, hatte sich der Hoffenheimer Neuzugang bei seinem Bundesligadebüt direkt am 1. Spieltag das Kreuzband gerissen. Während sich seine Kollegen noch im 2:1-Auftaktsieg in Leverkusen sonnten, musste der Innenverteidiger sein vorzeitiges Saison-Aus verkraften.
„Es war ein schwerer Rückschlag für mich, besonders für den Kopf“, reflektiert Machida, „aber es haben mich alle fantastisch unterstützt. Dank der TSG konnte ich die ersten fünf Monate der Reha in Japan absolvieren. Das hat mir sehr geholfen.“
Zudem wusste der Innenverteidiger, was ihn erwartet. Bereits vor acht Jahren hatte der Linksfuß die gleiche Verletzung im rechten Knie zu überwinden. Mittlerweile hat er auch den zweiten gravierenden Karriereknick zügig verarbeitet und greift nun mit einem Jahr Verspätung wieder an. „Ich habe keinerlei Probleme mehr mit dem Knie und kann mittlerweile wieder alle Inhalte mitmachen, aber ich dosiere die Belastungen noch etwas. Wir nutzen so die Zeit bis zum Saisonstart, ich bin immer noch im Zeitplan“, erläutert Machida, der es ursprünglich aber viel eiliger hatte.
„Um ehrlich zu sein, hatte ich alles versucht, um noch rechtzeitig zur WM wieder fit zu werden.“ (Koki Machida)
„Um ehrlich zu sein, hatte ich alles versucht, um noch rechtzeitig zur WM wieder fit zu werden. Das ist das größte Turnier, diese Chance kommt nicht so oft“, verrät Japans 17-maliger Nationalspieler, „aber es hätte ein Risiko bedeutet. Ich habe auch schon in den letzten Wochen der vergangenen Saison mittrainiert, aber ich hatte keinerlei Spielpraxis. Deshalb haben wir entschieden, dass es sinnvoller ist, darauf zu verzichten und mich langfristig auf die neue Saison vorzubereiten. Das war die vernünftigere Entscheidung.“
Mit Sicherheit. Umso motivierter richtet Machida den Blick bereits auf das nächste große Turnier: „Ich werde mich jetzt voll auf die erste Saisonhälfte fokussieren, danach steht der Asien-Cup im Januar auf dem Programm. Bis dahin will ich wieder in der Nationalmannschaft angreifen.“
Neue Voraussetzungen bei der TSG
Zunächst aber gilt es, verlorenen Boden im Rennen um die Stammplätze wieder aufzuholen. Schließlich haben Hoffenheim und auch der an Stelle Machidas nachverpflichtete Albian Hajdari eine erfolgreiche Saison hinter sich.
„Die Voraussetzungen haben sich natürlich etwas verändert, die Mannschaft hat sich in der vergangenen Saison entwickelt und gut performt. Aber ich glaube, ich habe bis zu meiner Verletzung gezeigt, was ich kann und glaube, dass ich auch diesmal schnell meinen Platz im Team finden werde“, hofft Machida – zumal die Einsatzchancen in der kommenden Saison durch die Dreifachbelastung steigen werden. „Wir haben in diesem Jahr auch die Chance, uns in der Europa League international zu präsentieren, ich habe schon in Belgien Erfahrungen auf europäischer Ebene gesammelt und hoffe, dass ich das hier einbringen kann. Wir haben viele junge Spieler im Kader, da kann ich sicherlich helfen. Wir haben mehr Spiele, und es wird wichtig sein, mit unserem jetzt etwas breiteren Kader die hohe Intensität und Qualität auf hohem Niveau zu halten.“
Inspiriert von Sergio Ramos
Beinahe hätte Machida mit Kodai Sano aus Nijmegen sogar einen Landsmann im Kraichgau begrüßen können, doch die TSG hatte sich letztlich für Nathan De Cat entschieden. „Ich halte Kontakt zu japanischen Spielern in der Bundesliga. Etwa zu Frankfurts Ritsu Doan, der denselben Berater hat wie ich. Wir haben sehr viel Kontakt“, erzählt Machida, „auch mit Kaishu Sano von Mainz, wir waren im selben Klub in Japan, aber haben dort nicht gemeinsam gespielt.“
Inspiriert hat ihn stets Spaniens früherer Abwehrrecke Sergio Ramos. „Ich mag ihn sehr, er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann, wenn es darum geht, Titel zu gewinnen. Das ist für mich die größte Motivation überhaupt“, betont Machida, der nicht nur in Japan schon mehrere Titel gewonnen hat, sondern als amtierender belgischer Meister nach Hoffenheim kam und dort im Jahr zuvor auch den Pokal gewonnen hatte. „Ich bin in Belgien mit Saint-Gilloise nach 90 Jahren wieder Meister geworden. Ich weiß, wie schwer das ist. Aber ich versuche, diesen Spirit, diese Gewinnermentalität auszustrahlen und zu vermitteln“, betont Machida in der Hoffnung, auch mit Hoffenheim diesem Ziel näherzukommen.
Immerhin tritt die TSG nun in drei Wettbewerben an. „Und die letzte Bundesligasaison hat gezeigt, dass vieles möglich ist“, so Machida, „wir werden wieder alles versuchen, an diese Spielzeit anzuknüpfen.“ Mal sehen, in welcher Rolle er den bevorstehenden Saisonstart erleben wird, diesmal in Köln und vier Tage nach seinem 29. Geburtstag.
