Der FC Bayern ist in Südkorea angekommen und frenetisch empfangen worden. Konrad Laimer richtet den Blick lieber aufs Sportliche.
Der lautstarke Start des Rekordmeisters
Von der Asien-Reise des FC Bayern berichtet Mario Krischel
Man müsste es in Großbuchstaben schreiben, um der Lautstärke und Deutlichkeit der drei Worte gerecht zu werden. Mit welcher Inbrunst ein koreanischer Fan Manuel Peter Neuer begrüßte, überraschte offenbar auch den Bayern-Torwart, der natürlich trotzdem ganz artig jedes Trikot unterschrieb, das ihm in der Flughafenhalle in Jeju vor die Nase gehalten wurde.
Seit Sonntagmittag (Ortszeit) befinden sich Manuel Peter Neuer und die Bayern wieder in Südkorea, anders als vor zwei Jahren nicht in der stickigen Hauptstadt Seoul, sondern auf der tropischen Insel Jeju, wo das Interesse am deutschen Rekordmeister nach der Landung sogar noch größer ausfiel als in Seoul.
„Das war immer schon speziell, heute war es sehr speziell“, erzählte Konrad Laimer am Sonntagabend im idyllischen Teamhotel an der Südküste der Insel. Der Österreicher hat sich am Abreisetag erst aus dem WM-Urlaub zurückgemeldet und darf wie Luis Diaz und Josip Stanisic gleich voll loslegen.
„Jetzt machen wir uns eine schöne Woche“
Schon am späten Sonntagnachmittag stand die erste Trainingseinheit auf dem Programm, am Montag wird öffentlich trainiert, am Dienstag gegen den Lokalmatadoren Jeju SK FC getestet. „Es macht richtig Spaß, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen“, versichert der Österreicher. „Jetzt machen wir uns eine schöne Woche.“
Für die Bayern ist die zehnte Audi Summer Tour naturgemäß ein Mix aus physischer Vorbereitung und verpflichtenden PR-Terminen. Der Markt in Asien, versicherte Marketingvorstand Rouven Kasper zur Begrüßung, verschafft dem FC Bayern eine riesige Followerschaft. Nach der Tour 2024 wurde in Südkorea sogar ein neues Büro eröffnet. Der kommende Testspielgegner Jeju SK zählt zudem zum Red&Gold-Kosmos. „Die Menschen sind fußballbegeistert“, meint Kasper, der von 2016 bis 2021 bereits als Managing Director das Büro der Bayern in Shanghai geleitet hatte.
„Gefühlt war ich gestern noch so jung.“ (Laimer über seine vierte anstehende Bayern-Saison)
„Die anderen Termine muss man irgendwie abarbeiten“, findet Laimer. „Das gehört zum Fußball dazu. Aber wir schauen schon, dass wir uns auf das Training vorbereiten und die richtige Energie an den Tag legen.“ Laimer selbst geht da für gewöhnlich mit gutem Beispiel voran, an der Energie hapert es beim links verteidigenden Rechtsverteidiger selten bis nie.
Und inzwischen geht Laimer beim FC Bayern schon in seine vierte Saison, frisch nach der Vertragsverlängerung bis 2029. „Das ist das Lustige im Fußball“, sagt er. „Es geht so schnell. Gefühlt war ich gestern noch so jung, und jetzt hab‘ ich schon ein paar Jahre auf dem Buckel.“ Mittlerweile ist der 29-Jährige der Routinier, der den 16- und 17-jährigen Talenten Tipps gibt. „Immer wieder schön“ sei das mit den Jungs. „Beim FC Bayern ist das alles nochmal ein bisschen größer.“
Laimer findet: „Wir können noch besser Fußball spielen“
Aber so soll es ja auch sein, vor allem am Ende der Saison, wenn dieses Mal vielleicht auch der ganz große Wurf gelingt. „Es kommt auf ganz kleine Details an. Wir gehen jetzt ins dritte Jahr, und wir können immer noch besser Fußball spielen, alle gemeinsam. Genau mit diesem Mindset wollen wir in die Saison starten: Dass es gut war letztes Jahr, aber dass wir es immer noch besser können und wollen. Und dass du am Ende hier beim FC Bayern jeden einzelnen Titel gewinnen willst. Das spürt man jeden Tag, wenn man hier reingeht; wenn man hier trainiert; wenn man hier ein Umfeld hat. Ich glaube, das macht das alles so speziell. Und ja, neues Jahr, wir greifen wieder alles an.“
