Transfer perfekt: Polzins Freude auf Adeline

Der erste Aufgalopp hatte in der vergangenen Woche in Dänemark stattgefunden, am Montag nun bat Merlin Polzin zum Trainingsauftakt im Hamburger Volkspark. Noch ohne Martin Adeline, der einen Steinwurf vom Trainingsplatz im Athleticum seinen Medizincheck absolvierte und am Abend einen Vierjahresvertrag unterschrieb.

Zeitspiel bei Poulsen

Der 22-Jährige Adeline von Troyes AS kommt für vier Millionen als Verstärkung für das zentrale Mittelfeld und hat am Montagabend wie erwartet einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Am Dienstagvormittag wird er dann erstmals mit den neuen Kollegen auf dem Feld stehen. Damit herrscht im Mittelfeldzentrum, anders als in der Innenverteidigung, auf den Schienenpositionen und im Angriff, kein akuter Handlungsdruck, dennoch deutet der Trainer vielsagend an: „Wir haben in der Mitte noch Platz.“

Der Neuling ist kein Ersatz für Fabio Vieira

Polzins Andeutung geht eindeutig in Richtung des erklärten Wunschspielers Fabio Vieira. Bereits am Sonntag hatte der kicker berichtet, dass nach der festen Verpflichtung des zuvor ausgeliehenen Albert Grönbaek und nun Adeline vorerst die Problempositionen mit Hochdruck angegangen werden, die Hoffnung auf den im Vorjahr ausgeliehenen Portugiesen vom FC Arsenal ist aber immer noch da. „Martin bringt noch einmal eine ganz andere Qualität mit, aber er ist kein Ersatz für Fabio Vieira. Wir haben auf jeden Fall noch einen Platz frei“, so der Coach.

Im vergangenen Jahr kam der 26-jährige Regisseur am letzten Tag der Transferperiode und klar scheint schon jetzt: Sollte es klappen mit ihm, dann würde es wieder spät. Die Londoner erhoffen sich, rund 20 Millionen Euro für ihn zu erzielen, der HSV hingegen kann maximal die Hälfte bezahlen. Das bedeutet: Nur wenn Fabio Vieira in den nächsten Wochen nicht zu dem Kurs wechselt, den sich sein Noch-Arbeitgeber vorstellt, könnte auf den letzten Metern der Transferperiode nochmals der HSV ins Spiel kommen. Die Hamburger Hoffnungen ruhen darauf, dass der Unterschiedsspieler grundsätzlich Interesse bekundet hat, seine Karriere in der Hansestadt fortzusetzen.

Zunächst aber muss der HSV andere Kaderbaustellen schließen. Wie schon im dänischen Helsingör war Yussuf Poulsen auch am Montag wieder der einzige echte Mittelstürmer auf dem Trainingsplatz. Polzin lobt nach den ersten Eindrücken: „Yussi ist voller Energie und hat totale Lust auf eine Saison mit mehr Startelf-Einsätzen als in der Letzten.“ Da war es wegen insgesamt fünf Ausfallzeiten genau einer.

Die Kapitänsfrage bleibt etwas länger offen

Die Frage um die Fitness von Poulsen beeinflusst auch dessen Rolle. Im vergangenen Sommer hatte sich Polzin Mitte der Vorbereitung auf den Dänen als Kapitän festgelegt, obwohl er schon zum damaligen Zeitpunkt ahnte, „dass er wahrscheinlich keine 34 Spiele über 90 Minuten absolvieren wird.“ Dieses Mal will der Chef diese Frage offenbar länger offen lassen.

Am Montag gab es jedenfalls kein klares Bekenntnis von Polzin, dass der Kapitän im Amt verbleibt, stattdessen erklärt er: „Die Mannschaft ist noch nicht komplett, und vorher macht es keinen Sinn.“ Er kündigt zwar an, dass jene Profis, die Verantwortung übernehmen sollen, dies auch frühzeitig signalisiert bekommen müssten, aber überstürzen will er die Entscheidung nicht: „Es gibt Themen, die man erst einmal intern bespricht, bevor man es nach außen macht.“

Das klingt zumindest danach, als sei die Kapitänsfrage in diesem Sommer offen. Außer Frage steht: Poulsen genießt intern ein enorm hohes Ansehen, hat seine Führungsrolle innerhalb der Kabine restlos ausgefüllt. Nur auf dem Platz stand er zu selten zur Verfügung. In seiner Abwesenheit hat Nicolas Capaldo die HSV-Elf nicht nur mit der Binde auf das Feld geführt, der Argentinier ist in seiner ersten Spielzeit in Hamburg mit seiner Energie auch zu einem echten Leader aufgestiegen. Er ist damit, losgelöst von der Poulsen-Thematik, ein ganz natürlicher Kandidat.

 

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