Mit seinem Siegtreffer in Dortmund liefert Robert Andrich eine starke Reaktion auf seine zuletzt schwächeren Leistungen. Dabei bestätigt der Kapitän seine Rolle als Erfolgsgarant, wenn er trifft.
Wenn Bayers Kapitän trifft…
Es war ein Strahl, knapp 120 km/h schnell aus etwa 28 Metern, der flach im vom Schützen aus linken Eck des Dortmunder Tores einschlug und BVB-Keeper Gregor Kobel keine Chance ließ. „Die ganze Aktion von der Balleroberung an hat sich gut angefühlt“, schilderte Robert Andrich nach dem 1:0-Sieg sein Goldenes Tor im Westfalenstadion, „der Ball lag mit dem zweiten, dritten Kontakt ganz gut. Wir hatten bis dahin nicht so viel Abschlüsse aufs Tor und deswegen dachte ich, ab und zu haue ich schon einen raus. Und wenn ich Tore schieße, sind sie schön. „
Trifft Andrich, verlor sein Team in der Bundesliga noch nie
Und enorm wichtig. Stellen Bundesliga-Treffer von Andrich doch eine Garantie für seinen Klub dar, diese Partien, in denen er erfolgreich ist, auf keinen Fall zu verlieren. Denn kein einziges Mal, wenn der Nationalspieler für Union Berlin oder Bayer 04 im deutschen Oberhaus getroffen hat, ging seine Mannschaft ohne Punkte vom Platz. Jubelt Andrich über einen eigenen Treffer gab es für seine Farben zwölf Siege, acht Unentschieden und noch keine einzige Niederlage.
Sein Treffer in Dortmund bescherte Bayer 04 einen sehr wichtigen Erfolg im Kampf um ein Ticket für die Königsklasse. Für den 31-Jährigen war es nach schwierigen Wochen aber auch persönlich ein bedeutsamer Moment, auch wenn er dies nicht zu hoch hängen wollte. „Es tut grundsätzlich immer gut, ein Tor zu schießen, ein Spiel zu gewinnen. Natürlich weiß ich auch, dass es das Geschäft ist, dass viele Sachen auf die Goldwaage gelegt werden. Auch weil ich vorne vor der Mannschaft stehe, aber das ist alles kein Problem“, erklärt der Kapitän und Führungsspieler, „am Ende ist das Wichtigste, was bei uns in der Mannschaft passiert, und alles andere ist mir wurscht.“
„Rob hat zuletzt das eine oder andere Mal nicht so gut ausgesehen, und es heute aber top gemacht. Das freut mich sehr.“ (Simon Rolfes)
Während Andrich die Brisanz wegwischte, sprach Geschäftsführer Simon Rolfes offen aus, was jeder wusste, nämlich wie wichtig dieses Erfolgserlebnis auch für Andrich selbst war. „Rob hat zuletzt in der einen oder anderen Situation auch mal nicht so gut ausgesehen und es heute aber top gemacht. Auch wie er das Tor macht: Wie er sofort nach vorne verteidigt, den Ball gewonnen und dann reingehauen hat. Das freut mich sehr“, urteilte Rolfes, der Andrichs Widerstandskraft lobte, „den Mut zu behalten und dran zu bleiben.“
Und auch Trainer Kasper Hjulmand verpackte in sein Lob für Andrichs Leistung den Hinweis auf die Bedeutung für den Profi persönlich. „Er hat ein Super-Spiel gemacht und ein tolles Tor geschossen. Das ist sehr gut für die Mannschaft – und für Rob“, urteilte der frühere dänische Nationaltrainer.
Wie im Pokal-Achtelfinale in Dortmund zeigte Andrich eine starke Reaktion
Dass Andrich in Dortmund eine starke Reaktion auf seine zuletzt nicht guten Leistungen zeigte, passte ins Bild, nachdem er Anfang Dezember beim 1:0-Erfolg im Achtelfinale des DFB-Pokals an gleicher Stelle als Abwehrchef aufgetrumpft und damit seinen Status unter Hjulmand extrem verbessert hatte. „Mit Union habe ich meine ersten Erfahrungen hier gesammelt und bin immer unter die Räder gekommen. Jetzt in Leverkusen haben wir hier viele wichtige Siege geholt. Am Ende war es wieder ein sehr wichtiger Dreier für das Ziel, das wir haben“, sagt Andrich und fordert: „Wir müssen weitermachen.“
Am Samstag gegen Augsburg muss im Rennen um Platz 4 und die Teilnahme an der Champions League das nächste Erfolgserlebnis folgen. „Du musst dich so weit in die Position bringen, dass du in den direkten Duellen (gegen Leipzig und in Stuttgart, Anm. d. Red.) vorbeiziehen kannst“, nennt Andrich die Marschroute des Tabellenfünften, „das funktioniert nur mit Siegen.“ Dafür war der in Dortmund ein eminent wichtiger – für Bayer, aber eben auch für Andrich persönlich.
