Stammplatz im Europacup: Baumanns Ziel mit Hoffenheim

Die WM ist abgehakt und abgeräumt. Jetzt spricht Hoffenheims Kapitän Oliver Baumann (36) über die Qualität, die Chancen, die Neuen und die Perspektiven der neuen TSG Hoffenheim.

Kapitän spricht über die neue TSG

Aus Hoffenheims Trainingslager in Seefeld (Österreich) berichtet Michael Pfeifer

Schon im Urlaub „hat es bei mir wieder gekitzelt“, schildert Oliver Baumann, hervorgerufen hat die Vorfreude Hoffenheims Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker. „Wir sind regelmäßig in Kontakt“, verrät Baumann, der deshalb immer auf Stand war in Sachen Kaderplanung, die gerade in Bezug auf die Neuzugänge erneut frühzeitig abgeschlossen werden konnte. „Das ist wirklich top, schon so früh dran zu sein, um die Anpassungszeit so schnell wie möglich beginnen zu können.“ Auch in den Plan mit den einzelnen Spielerprofilen weihte Schicker den Kapitän ein, „er hat mir die Ideen dahinter erklärt und was er vorhat. Davon war ich extrem positiv angetan.“

Mittlerweile hat er die neuen Kollegen auch aus nächster Nähe erlebt. „Der erste Eindruck ist gut, körperlich darf man noch ein bisschen härter werden“, mahnt Baumann an, „aber grundsätzlich sehe ich keinen Qualitätsverlust. Vielleicht am Anfang werden sie ein bisschen brauchen, um reinzukommen, wie wir spielen wollen, wie intensiv wir spielen wollen, da werden sie Gewöhnungszeit brauchen.“

Die durchweg sehr jungen Neuzugänge betonen nun noch mehr die Rolle des mittlerweile 36 Jahre alten Routiniers und erfordern noch mehr Führung. „Ich fühle mich ja nicht älter, also körperlich zumindest nicht, eher beim Satzbau“, flachst Baumann, „ich habe echt das Gefühlt, die Jüngeren können das gar nicht mehr. Der, die und das – vermisse ich auch richtig krass. Aber es ist lustig, es hält mich jung.“

„Ich bin nicht amtsmüde, also stand jetzt bleibe ich Kapitän.“

Hierarchische Unwuchten befürchtet Baumann nicht, „da habe ich ein Auge drauf, zudem glaube ich, dass jetzt andere wie etwa Albian Hajdari oder Wouter Burger den nächsten Schritt gehen dürfen, was sie auch schon machen.“ Und etablierte Leitplankenspieler wie Andrej Kramaric, Bernardo, Ozan Kabak oder Vladimir Coufal sind ja auch noch da. An seiner Führungsrolle lässt er keinen Zweifel aufkommen. „Ich bin nicht amtsmüde, also stand jetzt bleibe ich Kapitän. Und der Mix aus Bundesliga-Erfahrung, jungen Talenten und nicht mehr so ganz jungen ist ganz gut. Da mache ich mir eigentlich keine Sorgen.“

Eher schon die Dreifachbelastung mit Liga, Pokal und Europacup. „Das wird ein Spagat werden. Die Priorität, ich nenne es mal die Liga-Phase in der Europa League zu überstehen, ist sehr groß. Trotzdem willst du am Ende der Saison auch wieder oben angreifen. Das wird die Challenge sein für uns, für den Staff, aber auch für die Professionalität der Jungs, wie schnell sie sich wieder regenerieren, wie professionell sie leben, was sie alles dafür tun, um möglichst schnell wieder bei 100 Prozent zu sein.“

„Wenn es heißt, wir spielen gegen die TSG, wissen sie, es wird unangenehm.“ (Oliver Baumann über die Gegner)

Sein persönliches Ziel ist jedenfalls klar: Ein Stammplatz im Europapokal. „Dass wir als Verein dahin kommen, trotz der internationalen Spiele um diese Plätze mitspielen. Das ist mein Wunsch. Das ist mein persönliches Ziel“, betont Baumann, „es wird sich zeigen, wie wir uns entwickeln, wie wir zueinander finden. Es wird auf jeden Fall eine große Herausforderung, weil wir das ja auch nicht gewohnt sind.“

Die Voraussetzungen in Form eines nun harmonischen Umfeldes nach den zurückliegenden, turbulenten Zeiten sei gegeben. „Ich nehme es gerade extrem ruhig war und einfach zielorientiert“, erklärt Baumann, „dass wir als Klub eine Vision haben und unser Ding so gut wie möglich durchziehen.“ Auch die Gegner begegneten der TSG nunmehr mit einigem Respekt, stellt der Torhüter fest, „wenn es heißt, wir spielen gegen die TSG, wissen sie, es wird unangenehm. Das haben wir uns erarbeitet, und das gefällt mir sehr gut.“ Deshalb sieht Baumann das Feld bereitet für eine weitere erfolgreiche Spielzeit. „Nach der Saison wäre natürlich schon toll, wenn darüber die Überschrift steht: TSG wieder International.“

 

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