Es beginnt ein neues Kapitel bei Borussia Mönchengladbach. Am Samstag beim Testspiel gegen Europa-League-Sieger Aston Villa wird der Ista-Borussia-Park zum ersten Mal offiziell den neuen Namen tragen.
Erstes Spiel unter neuem Stadionnamen
Es ist angerichtet. Die Schriftzüge am Stadion tragen jetzt den Namen Ista-Borussia-Park. Die riesigen LED-Leinwände an der Fassade von Nord- und Südkurve, die künftig der direkten Fan-Kommunikation dienen werden, sind installiert. Der Startschuss für das große Saisoneröffnungswochenende auf dem Stadiongelände, zu dem am Samstag und Sonntag insgesamt weit über 100.000 Besucher erwartet werden, kann erfolgen.
Als sportliches Highlight wartet am Samstag (15.30 Uhr) das Testspiel gegen Aston Villa. Damit stellt sich der amtierende Europa-League-Sieger vor, wenn zum ersten Mal eine Begegnung im Ista-Borussia-Park ausgetragen wird. Möglich machte die sehr prominente Gegnerauswahl vor allem auch Borussias neuer Namenssponsor, der einen erheblichen Teil der Kosten übernommen hat, um Aston Villa zur Saisoneröffnung nach Mönchengladbach lotsen zu können.
„Ista hat sich daran beteiligt – und das in einem nicht gerade kleinen Umfang. Es war von Anfang an klar, dass Ista und Borussia gemeinsam einen attraktiven Gegner präsentieren wollen“, sagte Dr. Stefan Stegemann, Borussias CEO, am Freitag in einer Medienrunde. Dr. Hagen Lessing, CEO der Ista SE, meinte: „Wir freuen uns und sind sehr stolz darauf, dass wir mit Aston Villa niemand Geringeres als den Europa-League-Sieger präsentieren können. Es ist ein würdiger Auftakt für unsere Partnerschaft.“
Borussia erhält zwischen vier und fünf Millionen Euro pro Saison
Bis Freitagmittag waren 48.300 Tickets für die Partie vergriffen. „Das Spiel“, blickte Stegemann voraus, „bietet sicherlich auch eine gute Bestandsaufnahme, wo wir sportlich stehen mit der Borussia.“ Gefordert waren die Engländer am Mittwoch noch im UEFA-Supercup-Finale. Dort unterlag das Team von Trainer Unai Emery dem Champions-League-Sieger Paris St. Germain mit 1:2.
Die Partnerschaft zwischen der Borussia und dem Energiedienstleister Ista ist zunächst einmal auf fünf Jahre, bis zum 30. Juni 2031, angelegt. Der Bundesligaklub erhält aus dem Namens-Deal nach kicker-Informationen zwischen vier und fünf Millionen Euro pro Saison. Die Zusammenarbeit geht dabei weit über die reine Vermarktung des Stadionnamens hinaus. Ista wird mithelfen, das Borussia-Park-Gelände mit allen darauf befindlichen Gebäuden energieeffizienter und zukunftssicher zu machen. Eingesetzt wird dabei smarte Messtechnik und innovatives Energie-Monitoring. Es soll ein Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Stadionbetrieb werden.
Wie die Gladbacher Fans auf die Veräußerung des Stadionnamens reagieren, wird sich am Samstag zeigen. Dass ein Teil der Anhängerschaft der Sache kritisch gegenübersteht, hat sich in den ersten Reaktionen nach der offiziellen Verkündung des Deals gezeigt. Stegemann hob am Freitag noch einmal hervor: „Borussia Mönchengladbach hat viele, viele Jahre auf den richtigen Partner gewartet und viele Jahre lang auch zu verschiedenen Angeboten ‚Nein‘ gesagt. In dem Fall passte es von Anfang an. Der Partner ist der richtige, mit einem Thema, das sehr wichtig ist für die nächsten Jahre: Nachhaltigkeit. Und ich unterstreiche es gerne: Wir haben den Namen ‚Borussia-Park‘ erhalten können und sind da bei Ista auf sehr viel Verständnis gestoßen. Wenn ich das mit anderen Standorten vergleiche: Dort ist der ursprüngliche Name untergegangen.“
Klar ist: Eine Ausweitung der Zusammenarbeit, über 2031 hinaus, haben beide Kooperationspartner schon heute im Hinterkopf. „Diese Partnerschaft ist auf Langfristigkeit angelegt“, betonte Lessing. „Wir würden uns freuen, wenn nach den fünf Jahren beide Seiten sagen: Das ist super gelaufen, wir machen gemeinsam weiter.“
