SCP-Coach Kettemann will weiterarbeiten, „bis der Knoten platzt“

Hinten stabil, vorne ausbaufähig – so lassen sich zwei wichtige Erkenntnisse in Paderborn nach dem ersten Teil der Vorbereitung zusammenfassen. Nach vier Tagen Pause geht es an den Feinschliff.

Der Aufstiegstrainer feilt an der Torgefährlichkeit

Das Bergfest feierte der Aufsteiger an der Bremer Brücke. Nach dem 2:0 im Test bei Zweitligist VfL Osnabrück schickte Paderborns Ralf Kettemann seine Spieler in einen viertägigen Kurzurlaub, dann geht es in die zweiten vier Wochen Vorbereitung bis zum Bundesligastart in Mainz.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt in den kommenden Tagen: Die Verbesserung der Abschlussqualität. „Wir kommen in aussichtsreiche Positionen und aus diesen guten Positionen zum Schuss, gehen auch sehr oft dorthin“, schickt der Trainer voraus, liefert aber angesichts der geringen Ausbeute eine wichtige Erkenntnis nach: „Da brauchen wir eine Weiterentwicklung der Jungs, aber vor allem auch Selbstvertrauen.“

Weniger Einschusschancen im Oberhaus

Habe man in der 2. Liga vielleicht zehn gute Einschussgelegenheiten pro Partie gehabt, so seien es in der Bundesliga mutmaßlich noch drei bis vier. Der Coach will im Training weiter an Verbesserungen arbeiten, bis bei den Stürmern der Knoten platzt. „Wir müssen sie weiter in die Situationen bringen, sie Erfahrungswerte sammeln lassen. Vielleicht mal einen Verteidiger weniger gegen sie trainieren lassen, damit sie noch mehr in die Momente kommen.“

„Man kann nicht einfach sagen: Da steht nun Bundesliga drauf, jetzt müsst ihr Tore machen.“ (Paderborns Trainer Ralf Kettemann)

Bitter: Mit Sven Michel, der sich in Osnabrück nach wenigen Minuten bei einem Antritt im rechten Adduktorenbereich verletzte und wohl mehrere Wochen ausfällt, fehlt im Angriff ein Routinier, der weiß, wie es geht. Kettemann: „Er war in einer guten Form. Sehr fit, spritzig. Da verlieren wir jetzt einen guten Spieler und einen guten Charakter. Das tut schon sehr weh.“ Bei den unerfahreneren Nebenleuten bittet der Coach um Geduld. „Man kann nicht einfach sagen: Da steht nun Bundesliga drauf, jetzt müsst ihr Tore machen. Man muss es gesund einordnen, sonst wird man den Jungs nicht gerecht.“

Der Weg Richtung gegnerischen Strafraum könnte unterdessen allgemein schwieriger werden, wenn sich mit den umworbenen Mika Baur (Celtic) und Laurin Curda (Mainz) zwei Antreiber noch in diesem Sommer verabschieden. „Man sorgt sich natürlich und beschäftigt sich mit dem Worst Case“, gesteht Kettemann, der aber auch dann an eine gute Lösung in Form von Verstärkungen glaubt. „Vor allem wollen wir vorne wachsen. Wir haben intern gute Spieler und auch gute Ideen für den Fall, dass etwas passiert. Von daher bin ich entspannt.“

Dazu trägt auch bei, dass bei allem Nachsteuerungsbedarf in der Offensive die Defensivstabilität schon Konturen annimmt. Auch wenn hier mit Kapitän Felix Götze (Achillessehne) und Cottbus-Neuzugang Nyamekye Awortwie-Grant (Knie) zwei Verteidiger noch für unbestimmte Zeit fehlen. Dennoch lief es zuletzt gegen Osnabrück hinten gut. Kettemann: „Wenn wir den Ball verloren haben, waren wir schnell im Gegenpressing, hatten viel Personal um den Ball herum und konnten das Spiel schon sehr gut weghalten vom eigenen Tor.“

 

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