Schuster über Höfler: „Besondere Geschichte und Karriere“

Keine Verabschiedungen, sondern volle Konzentration auf die letzten beiden Aufgaben der Saison, heißt es beim SC Freiburg vor dem Spiel gegen RB Leipzig. Gegen die Sachsen will der Sport-Club Rang 7 verteidigen.

Kyereh und Philipp verlassen Freiburg

In den letzten Heimspielen werden traditionell bei den Vereinen Spieler verabschiedet, die in der kommenden Saison nicht mehr zum Kader gehören werden. Beim SC Freiburg werden sie im Spiel gegen Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) darauf verzichten, um das in einem anderen Rahmen nachzuholen, beim städtischen Empfang am nächsten Donnerstag, den es nach der Rückkehr vom Europa-League-Finale geben wird – unabhängig vom Ausgang. Klar war bereits, dass Nicolas Höfler dann seine Abschiedsgeschenke erhalten wird, und auch Daniel-Kofi Kyereh und Maximilian Philipp wird Tschüss gesagt, deren Verträge nicht mehr verlängert werden.

Philipp hat schon länger keine Rolle mehr gespielt, stand zuletzt aber immer mal wieder im Kader und hatte beim 0:4 in Dortmund, als einige Leistungsträger gar nicht dabei waren, seinen einzigen Einsatz in dieser Saison. Kyereh kehrte kürzlich, drei Jahre nach seinem Kreuzbandriss, bei der U 23 in der Regionalliga auf den Platz zurück. „Es hat uns viel bedeutet, ihn noch mal auf dem Platz zu sehen“, sagte Trainer Julian Schuster, und Lukas Kübler, der neben ihm auf der Pressekonferenz saß, nickte zustimmend. Der ghanaische Nationalspieler war trotz des langen Ausfalls immer in die Mannschaft eingebunden, und er „möchte weiter spielen, der Hunger ist groß“, berichtete Schuster.

Höfler könnte erneut zum Zug kommen

Einen Abschiedseinsatz wird er aber wohl weder Kyereh noch Philipp geben, da es für den Sport-Club im Heimspiel gegen Leipzig noch darum geht, Platz 7 zu verteidigen. Bei Höfler sieht das anders aus, obwohl auch er lange Zeit vor allem mit einem Bankplatz vorlieb nehmen musste. „Es ist bemerkenswert, wie Chicco gegen Braga gespielt hat, das was wir uns von seinen Qualitäten erhofft haben, hat er auf den Platz gebracht“, sagte der SC-Coach über seinen früheren Mitspieler, „von daher sind die Chancen, am Samstag zu spielen, definitiv da.“ Nach dem Ausfall von Yuito Suzuki (Schlüsselbeinbruch) stand Höfler im Halbfinal-Rückspiel in der Europa League gegen Sporting Braga (3:1) plötzlich wieder in der Startelf, erst zum zweiten Mal in dieser Saison nach der Pleite in Dortmund kurz zuvor.

„Was er für den Verein geleistet und zur Entwicklung der Mannschaft beigetragen hat, das ist eine ganz besondere Geschichte und Karriere“, würdigte Schuster den Mittelfeldspieler. „Ich freue mich sehr für ihn, dass es in den beiden Spielen noch um so viel geht.“ Nicht nur für Höfler hoffen nun alle Freiburger, dass sie am Samstag im Fernduell mit Eintracht Frankfurt (gegen Stuttgart) und dem FC Augsburg (bei Union Berlin) ihren Ein-Punkte-Vorsprung verteidigen können. „Wir werden mehr Frische und Kräfte haben, um unsere Qualitäten auf den Platz zu bringen“, glaubt der SC-Trainer. Nach vielen englischen Wochen hat das Team nach der Niederlage in Hamburg am vergangenen Sonntag fast eine Woche Zeit gehabt, um zu regenerieren und sich auf die finalen Partien vorzubereiten.

Letzter Sieg gegen Leipzig im Oktober 2019

Auf eine große Rotation wird Schuster am Samstag wohl verzichten. „Vielen Jungs tut es auch gut und hilft ihnen, im Rhythmus zu bleiben“, erklärte er. „Wir müssen bei jedem einzelnen genau hinschauen – und wir wollen auch Akzente von der Bank setzen.“ Es sei schwierig einzuschätzen, wie es sich beim Gegner auswirkt, dass das Saisonziel bereits erreicht ist. „Es kann befreien oder es nimmt Fokus und Spannung“, sagte Schuster. „Aber für viele der Leipziger Jungs geht’s auch noch um ein Ticket für die WM.“

Und Leipzig ist alles andere als ein Lieblingsgegner der Freiburger, nicht nur wegen des verlorenen DFB-Pokalfinales 2022. Seit 14 Pflichtspielen hat der Sport-Club nicht mehr gegen RB gewonnen, zuletzt gelang das im Oktober 2019, zuhause mit 2:1. „Ich sehe es immer wieder als die nächste Möglichkeit und Herausforderung, das zu verändern“, sagte Schuster zu der Bilanz, „wir hatten Phasen in den Spielen gegen sie, in denen wir gezeigt haben, was notwendig ist, um gegen sie bestehen zu können.“

 

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