Wie schon unter der Woche in Lille musste der SC Freiburg sich aufgrund eines späten Treffers auch in Stuttgart mit 0:1 geschlagen geben. Julian Schuster empfand das Resultat aufgrund der eigenen Leistung nicht als verdient, sah das Positive und entschuldigte sich für einen späten Aufreger.
Freiburgs Coach will aus dem nächsten 0:1 Kraft ziehen
Die angezeigte Nachspielzeit von vier Minuten war bereits abgelaufen, da kochten die Emotionen in Stuttgart nochmal so richtig hoch. Weil Maximilian Mittelstädt vor den Trainerbänken einen Einwurf blockierte, sprang Julian Schuster seinem Joker Bruno Ogbus lautstark zur Seite. Schusters Aktion gegen Mittelstädt wiederum veranlasste Sebastian Hoeneß, seine Coaching-Zone zu verlassen und sich einzuschalten. Die Konsequenz: dreimal Gelb.
Auf der Pressekonferenz begann Freiburgs Trainer sein Statement daher mit einer Entschuldigung. „Ich verlange von meinen Spielern, dass sie mit voller Energie auf dem Platz sind und alles reinwerfen. Dann kann ich nicht an der Seitenlinie stehen und zuschauen“, erklärte er. „Aber ich habe mich bei Maxi und bei Sebastian eben auch schon entschuldigt, das war eins drüber.“ Wenngleich es genau das brauche, „um hier bestehen zu können“.
Hoeneß sieht verdientes Ergebnis – Schuster nicht
Das tat seine Mannschaft letztlich, rein auf das Ergebnis bezogen, nicht. Wie schon unter der Woche in Lille fiel das späte 0:1. Ein Ergebnis, das seine Mannschaft „aufgrund der Leistung nicht verdient“ habe. „Wir haben schon die persönliche Erfahrung gemacht, welche Energie in diesem Stadion entstehen kann und wozu der VfB vor allem auch offensiv in der Lage ist“, hob der Coach die Qualitäten des Gegners hervor. „Sie können sich in einen Rausch spielen, das haben sie in den letzten Wochen oft genug gezeigt. Umso höher ist es uns anzurechnen, dass wir uns gewehrt und das nicht zugelassen haben.“
Ein Rausch war es sicherlich nicht, dominant, besonders im Ballbesitz, trat der VfB aber dennoch auf. So sah Hoeneß im Gegensatz zu Schuster einen verdienten Sieg seiner Mannschaft. Zahlen wie 70 Prozent Ballbesitz, 18:11 Torschüsse oder 1,62:0,7 xGoals untermauern die Einschätzung des VfB-Trainers.
Zu meckern hatte Schuster kurz nach dem Spiel dennoch nichts. Im Gegenteil: „Es war wirklich ein Kampf, mit sehr hoher Intensität. Wir haben es immer wieder geschafft, den Ball zu erobern und in Umschaltmomente zu kommen. Vor allem nach der Halbzeit, als die Möglichkeiten da waren, um selbst in Führung zu gehen.“ Das Tor blieb jedoch wie schon in Lille aus.
„Es wird uns Kraft und Sicherheit geben“
Die Chancen des VfB hielt Schuster für „überschaubar“. Wobei erwähnt sei, dass Deniz Undav einmal frei vor dem Tor vergab und ein weiteres Mal am auf der Linie rettenden Matthias Ginter scheiterte. Gegen die Kopfbälle von Josha Vagnoman und Nikolas Nartey konnte sich Noah Atubolu auszeichnen. „Es ist hart, aber definitiv eine Leistung, auf der wir aufbauen können“, kündigte Freiburgs Trainer an. „Es wird uns Kraft und auch die Sicherheit geben, dass wir alle drei, vier Tage gegen Mannschaften mit dieser Qualität bestehen können.“
In der nächsten Woche bleibt jedoch erstmals in diesem Jahr wieder etwas mehr Zeit für Regeneration. Am Samstag (15.30 Uhr) empfängt der Sport-Club den SV Werder Bremen, ehe es mit dem Pokalspiel bei Hertha BSC und der schwierigen Auswärts-Aufgabe in Hoffenheim wieder in die nächste englische Woche geht.
