Schalke verzweifelt: Immer noch kein Stürmer-Tor

Aller Ehren wert, wie Miron Muslic nach dem 1:2 in Überzahl beim SC Freiburg voller Selbstkritik die Verantwortung für die späte Niederlage übernahm. Seine Äußerungen verwässerten zugleich ein Manko, das Schalke 04 unbedingt in den Griff bekommen muss, am besten schon gegen Mainz 05.

Trainer und Team suchen nach Lösungen

Schalke 04 wollte die Überzahlsituation in Freiburg nutzen, um die Breisgauer vollends in die Knie zu zwingen, zu diesem Zweck entschied sich Miron Muslic für offensive Wechsel – was sich aus seiner Sicht schlussendlich als zu risikoreich entpuppte. Statt des Siegtreffers fiel sogar das Gegentor zum 1:2-Endstand. Der Trainer übernahm dafür unmittelbar nach der späten Niederlage die Verantwortung, was aller Ehren wert ist, doch zur Wahrheit gehört auch, dass Muslic mit seiner selbstkritischen Schwerpunktsetzung (bewusst?) von einem Manko ablenkte, das den Aufsteiger mehr und mehr zur Verzweiflung treiben dürfte.

Inzwischen haben die Schalker immerhin schon vier Saisontore zustande gebracht, was nach fünf Spielen kein Ruhmesblatt darstellt – das Problem sitzt bei genauerer Betrachtung allerdings tiefer. Trotz einer Reihe namhafter Angreifer mit ausgeprägten Torjäger-Qualitäten ist es den Gelsenkirchenern noch immer nicht gelungen, einen Treffer durch einen klassischen Stürmer zu erzielen.

Aouchiche nur auf der Bank

Adil Aouchiche, der beim 3:1 bei Union Berlin traf, ist aktuell der einzige offensive Profi, der schon einnetzte. Umso erstaunlicher, dass der Algerier in Freiburg bis zur 79. Minute nur auf der Bank schmorte. Die anderen drei bisherigen Saisontore erzielten die Defensivkräfte Robin Gosens, Maximilian Wöber und Adrian Gantenbein, der sich zurecht darüber ärgerte, dass sein zwischenzeitlicher Ausgleich in Freiburg per technisch versierter Direktabnahme am Ende nur Makulatur war.

Edin Dzeko, Moussa Sylla, Kenan Karaman, Hee-Chan Hwang und Junior Adamu heißen die einsatzfähigen Angreifer, die in erster Linie dafür zuständig sind, die Kugel im Tor zu versenken. Dass Großchancen nicht verwertet werden, wie etwa die von Sylla in Freiburg nach einer Stunde, gehört zum Alltagsgeschäft, Knackpunkt bei Königsblau ist vielmehr, dass sich die Mannschaft unsagbar schwer damit tut, Gelegenheiten überhaupt herauszuarbeiten.

Karaman: „Viel Nachholbedarf!“

Bezeichnend: Schalkes xGoals-Wert beim 1:2 an der Dreisam lag bei 0,32. Und das, obwohl Muslic unter der Woche in den Trainingseinheiten den Fokus gezielt auf das Ausgestalten von Chancen gerichtet hatte. Das ist in der laufenden Woche sicher nicht anders, im Gegenteil.

„Wir müssen viel öfter in den gegnerischen Strafraum kommen“, mahnt Kapitän Karaman nicht zum ersten Mal. „Da haben wir sehr viel Nachholbedarf.“ Hoffnung, dass es in den nächsten beiden Spielen besser laufen könnte, machen auch die Defensivbilanzen der kommenden Gegner. Nur drei Mannschaften aus den aktuellen Top 10 haben schon zehn Treffer kassiert, darunter Mainz, das am Samstag in den Pott kommt, und Köln, wo die Schalker eine Woche später gastieren.

 

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