Der irre 4:3-Sieg des FC Bayern München in Mainz bescherte neue Rekorde und schrieb schöne Geschichten. Eine davon dreht sich um Startelf-Debütant Bara Sapoko Ndiaye, über den der Trainer hinterher schlaue Worte sagte.
Bayern-Youngster in der Startelf
Sechs Minuten plus Nachspielzeit beim 5:0 auf St. Pauli, eine Viertelstunde samt Extraminuten beim 4:2 gegen den VfB Stuttgart: Bundesliga-Luft hatte Bara Sapoko Ndiaye schon vor dem Spiel am Samstag beim FSV Mainz 05 geschnuppert. Doch natürlich besteht ein großer Unterschied zwischen ein paar Minuten, wenn es ohnehin läuft und die Partie gewonnen ist und einem Startelfeinsatz gegen einen aggressiven, hoch motivierten Gegner.
Diese Erfahrung machte der 18-Jährige, der als halbrechter Sechser begann, dann aber früh auf links wechselte und in der ersten Halbzeit wie das gesamte Team seine liebe Mühe mit den Mainzern hatte, Pausenstand 0:3. „Solch ein physisches Spiel ist der härteste mögliche Test für einen jungen Spieler. Das war wirklich kein Spiel für junge Spieler, aber er braucht das, um daraus zu lernen“, sagte sein Trainer Vincent Kompany hinterher, ganz der Pädagoge.
Am Ende wurden 76 Minuten Einsatzzeit daraus, beim Stand von 2:3 machte das Talent aus dem Senegal Platz für Jonathan Tah. Und die Statistik weist alles andere als eine schlechte Leistung für ihn aus. 82 Ballkontakte, 93 Prozent Passquote, alle vier Dribblings erfolgreich bestritten und 65 Prozent der Zweikämpfe gewonnen. Schwierige Umstände, unter denen sich Sapoko Ndiaye freischwamm und behauptete.
In der Champions League nicht spielberechtigt
Das sah auch Kompany so. „Ich finde, mit Ball hat er es sehr ordentlich gemacht und hielt mit dem Tempo mit. Auf seinen Schultern liegt null Prozent Verantwortung. Außerdem zeigte er eine Reaktion in der zweiten Halbzeit. Es war ein guter Auftritt für einen jungen Spieler in solch einem schwierigen Spiel. Er darf stolz sein.“
Das darf Sapoko Ndiaye noch für ein paar weitere Tage, die Reise zum Halbfinal-Hinspiel nach Paris tritt er nicht mit an, da der im Januar von den Gambinos Stars Africa ausgeliehene Mittelfeldspieler in diesem Wettbewerb nicht gemeldet wurde und damit nicht spielberechtigt ist. Wobei die Aufgabe gegen den Titelverteidiger Paris St. Germain noch einmal ein ganz anderes Niveau darstellen würde, diese Aufgabe vermutlich zu früh käme und Kompany ohnehin mit anderen Spielern dort plant.
Aber vielleicht bekommt Sapoko Ndiaye in den verbleibenden drei Bundesliga-Spielen noch ein paar Minuten, ehe eine Entscheidung fällt, wie es mit ihm im Sommer weitergeht. Aktuell ist er nur so lange ausgeliehen. Deutscher Meister aber darf er sich in jedem Fall nennen, das hätte er sich vermutlich vor ein paar Monaten in Gambia nicht im Ansatz erträumt.
