Problemlöser Keitel wird gegen den Ex-Klub wichtig

Auf diese Chance hat Yannik Keitel in dieser Saison warten müssen: Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub SC Freiburg soll der 26-Jährige die Defensive organisieren und für den ersten Dreier seit dem 2. Spieltag sorgen.

Zentraler Part in FCA-Abwehr

In Quentin Tarantinos Klassiker „Pulp Fiction“ spielt Harvey Keitel die Rolle des Winston Wolfe als „Cleaner“, Problemlöser. Eine gute Beschreibung für das, was auf Namensvetter Yannik Keitel am Samstag gegen den SC Freiburg zukommt. Ohne die verletzten Noahkai Banks und Calvin Brackelmann sowie den rotgesperrten Juma Bah bleiben Trainer Manuel Baum drei Leute für die Dreierkette. Links Chrislain Matsima, rechts Kapitän Jeffrey Gouweleeuw und eben Keitel für die Mitte.

Beim 4:2-Pokalsieg bei Drittligist Großaspach durfte Keitel als Generalprobe erstmals in dieser Saison in der Startelf ran, erledigte den Job mit ein paar Wacklern. Insgesamt, das zeigten die zwei Gegentore erneut, mangelt es dem FCA unabhängig von einzelnen Personalien an defensiver Stabilität. Etwas, das gegen Europa-League-Finalist Freiburg schnell zu Gegentoren und dem sechsten sieglosen Ligaspiel in Folge führen könnte.

Verhindern soll das Keitel, quasi ein SC-Spezialist, der im Alter von elf Jahren 2011 dorthin wechselte und bis 2024 blieb, ehe er über den VfB Stuttgart im vergangenen Januar als Leihspieler nach Augsburg kam. Einen Stammplatz hat sich der flexible Defensivspieler bislang nicht erobern können, wartet aber geduldig auf seine Chance. Dafür ist sich der 26-Jährige auch nicht zu schade, wie vor einer Woche mal 90 Minuten in der 2. Mannschaft zu spielen, um Wettkampfpraxis zu bekommen.

„Ich würde lügen, wenn nicht auch mal Frust aufkommt“

Nun ergibt sich die Chance auf einer Position, über die Keitel sagt: „Der zentrale Part in der Innenverteidigung macht mir Spaß, der Trainer weiß das.“ Dort kann er klären, Probleme lösen, aber auch nach vorne in die Mitte schieben. In Großaspach gab Keitel nach dem Sieg zu, dass die Situation als Reservist nicht immer leicht sei.

Frustriert? „Sicher. Ich würde lügen, wenn nicht auch mal Frust und schlechte Laune aufkommen. Aber das ist das Fußballgeschäft, es geht manchmal auch schnell. So wie jetzt, gegen Freiburg. „Ich freue mich extrem, bin vielleicht ein Stück mehr motiviert, die ganzen Jungs wiederzusehen.“ Beim Aufzählen ist die Liste länger als eine mit Freiburgern, die er nicht mehr kennengelernt hat. Ein Wiedersehen mit Heimat und Vergangenheit, ohne unangebrachte Sentimentalität.

„Sieg für uns“, lautet Keitels Prognose, auch wenn er nie wette. Muss er auch nicht, sondern nur Probleme lösen. Dabei hat es leichter als der Hollywood-Star mit gleichem Namen, der eine Leiche samt Spuren beseitigen musste. Beim Fußballer geht es nur um Gegentore.

 

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