Otele für zwei Spiele gesperrt – HSV „jagt“ Platzverweis-Höchstwert

Unabsichtlich, aber fraglos schmerzhaft hat Philip Otele im Nordderby Gegenspieler Cameron Puertas erwischt und dafür die Rote Karte gesehen. Es war bereits der achte Platzverweis des Hamburger SV in der laufenden Saison.

Bereits die achte Rote Karte

Vergessen wird Philip Otele sein erstes Nordderby wohl so schnell nicht, wenngleich die Erinnerungen daran aller Voraussicht nach keine guten sein werden. Der 27 Jahre alte Stürmer verlor mit dem Hamburger SV schließlich nicht nur mit 1:3 in Bremen, sondern erlebte dabei einen Nachmittag der bittersten Sorte. Erst in der 66. Minute eingewechselt, kam Otele auf zwei Ballkontakte, einen Pass und 1,25 Kilometer Laufleistung, ehe Schiedsrichter Florian Exner seinen Arbeitstag bereits nach 13 Minuten wieder beendete.

Otele hatte sich den Ball bei einem Lauf ins Zentrum ein Stück zu weit vorgelegt, war hinterher gehastet und hatte schließlich Gegenspieler Cameron Puertas mit dem gestreckten Bein oberhalb des Knöchels getroffen, nachdem dieser den Ball bereits gespielt hatte. Schiedsrichter Florian Exner blieb nach Ansicht der Videobilder nichts anderes übrig, als dem Joker in der 79. Minute die glatt Rote Karte zu zeigen.

Wegen eines groben Foulspiels – an dieser Bewertung bestanden am Samstag seitens der Hamburger übrigens keine Zweifel – wurde Otele vom DFB nun für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen. Der Stürmer verpasst damit das Hamburger Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (Samstag, 18.30 Uhr) sowie das Gastspiel bei Eintracht Frankfurt (2. Mai, 15.30 Uhr, beide LIVE! bei kicker).

Co-Trainer Favé und Physio Roussis für ein Spiel gesperrt

Neben Otele wird der HSV gegen die TSG zudem ohne Co-Trainer Loic Favé und Physiotherapeut Tim Roussis auskommen müssen. Die beiden hatten sich in der Nachspielzeit unsportlich gegenüber Exner verhalten und waren ebenfalls mit einer Roten Karte versehen worden, ihnen wurde nun ein Innenraumverbot für ein Spiel auferlegt.

Nur sieben Bundesliga-Mannschaften sahen häufiger Rot – auch der HSV

Seit seinem Winter-Wechsel aus Basel waren Otele in neun Bundesliga-Spielen zwei Torbeteiligungen gelungen, nun folgte der erste Platzverweis seiner Karriere – und der ist bereits der achte der laufenden HSV-Saison. Mit fünf Gelb-Roten, drei Roten und 61 Gelben Karten belegen die Rothosen mittlerweile den letzten Platz der Fairness-Tabelle.

Historisch betrachtet haben nur sieben Mannschaften in der Geschichte der Bundesliga mehr Platzverweise kassiert als der HSV in der laufenden Runde, wobei der Liga-Höchstwert in dieser Saison wohl kaum mehr fallen wird: 1994/95 heimste der TSV 1860 München ganze zwölf Platzverweise ein. Im selben Jahr hatte aber auch der HSV großen Gefallen an Gelb-Roten und Roten Karten gefunden, zehn Platzverweise gab es damals.

In den verbleibenden vier Spielen geht es neben der Sicherung eines weiteren Bundesliga-Jahres nun auch darum, einen Eintrag in die Geschichtsbücher zu verhindern. Positive Randnotiz: Als 13. hielt der einstige Bundesliga-Dino 1994/95 die Klasse.

 

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