Lange hatte sich ein Abgang von Dennis Geiger aus Hoffenheim angebahnt, nun ist er offiziell. Der 28-Jährige hat sich nach Vertragsauflösung im Kraichgau dem niederländischen Erstligisten NEC Nijmegen angeschlossen.
Vertragsauflösung bei der TSG
Es hat sich eine ganze Weile hingezogen, sich aber längst abgezeichnet: Dennis Geiger verabschiedet sich endgültig aus Hoffenheim. Der schon seit längerer Zeit auf dem Abstellgleis geparkte Mittelfeldspieler wechselt zum niederländischen Erstligisten NEC Nijmegen, wie am späten Freitagnachmittag offiziell wurde.
Geiger schließt sich einer auch international vertretenen Mannschaft an, die noch diese Woche um den Einzug in die Champions League kämpfte, aber an Bodö/Glimt (1:3/0:3) gescheitert war. Nun tritt der von Dick Schreuder trainierte Klub in der Europa League an – trifft dort aber nicht auf die TSG, wie die Auslosung am Freitagmittag ergab. Geiger, dessen gut dotierter und eigentlich noch bis Sommer 2027 laufender Kontrakt im Kraichgau vorzeitig aufgelöst wurde, unterzeichnet beim letztjährigen Tabellendritten der Eredivisie einen Zweijahresvertrag.
„Der Austausch mit Dennis war von Beginn an offen und transparent. Als Ergebnis haben wir gemeinsam eine gute, einvernehmliche Lösung gefunden. Sie gibt Dennis die Möglichkeit, seine Karriere in einem interessanten Umfeld mit internationalem Wettbewerb fortzusetzen“, wird Hoffenheims Sportgeschäftsführer Andreas Schicker in einer Mitteilung zitiert. „Er hat sich zu jeder Zeit sehr professionell verhalten und kann beim letztjährigen Überraschungsteam der Eredivisie NEC Nijmegen topfit starten.“
Geigers neuer Coach Schreuder ist in Hoffenheim kein Unbekannter. Der frühere Co-Trainer assistierte bei der TSG seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Alfred, als der 2019/20 im Kraichgau das Sagen hatte und Chefcoach Julian Nagelsmann nachgefolgt war. Hoffenheim hatte sich diesem Sommer vorübergehend auch für Nijmegens Mittelfeldspieler Kodai Sano, den Bruder des Mainzers Kaishu Sano, interessiert, sich stattdessen aber für den jungen Belgier Nathan De Cat entschieden.
Langes Kapitel mit Höhen und Tiefen
Damit findet ein für Hoffenheim wie für Geiger enorm langes Kapitel mit Höhen und Tiefen ein im Grunde unangemessenes und unwürdiges Finale. Mehr als sein halbes Leben hat der 28-Jährige bei der TSG verbracht, bereits 2009 war das Talent aus dem nahe gelegenen Mosbach in die Hoffenheimer Nachwuchsakademie gewechselt und galt lange als das Schulbeispiel des von der TSG angestrebten Weges.
Bereits vor neun Jahren hatte sich Geiger unter Nagelsmann bei den Profis durchgesetzt und war parallel auch zum Kapitän der deutschen U-21-Nationalmannschaft aufgestiegen. Doch eine schwere Oberschenkelverletzung hatte den aggressiven Sechser lange ausgebremst und weit zurückgeworfen. Immer wieder verhinderten Blessuren eine kontinuierliche Weiterentwicklung.
Als sich Geiger wieder gefangen hatte, stand der Umworbene im Sommer 2023 kurz vor einem Wechsel zu Eintracht Frankfurt, verlängerte dann aber doch seinen auslaufenden Vertrag bei der TSG. In der kritischen Spielzeit 2024/25, als Hoffenheim beinahe abgestiegen wäre, hatte Geiger immerhin noch einmal 20 Liga-, zwei Pokal- und drei Europa-League-Spiele absolviert, ehe er im Zuge des radikalen Umbruches nach insgesamt 147 Pflichtspielen (sechs Tore) für seinen Stammverein aussortiert worden war.
Nach einem halben Jahr war Geiger im vergangenen Winter zum FC Aberdeen nach Schottland verliehen worden. Nun also endet endgültig seine Zeit bei der TSG mit seinem ersten dauerhaften Wechsel im Profifußball überhaupt.
