Manuel Neuer sah am Samstag bei beiden Bayern-Gegentoren in Augsburg nicht gut aus. Die Verantwortlichen ordneten den Auftritt ehrlich ein.
Auch Eberl äußert sich zum Bayern-Keeper
Es ging so flott wie noch nie, doch die Bayern hätten am Samstag sogar noch eher in Rückstand geraten können. „Ich hätte auch schneller schießen können“, grinste Robin Fellhauer, der nun früheste Torschütze der Bundesliga-Geschichte. Der Mittelfeldspieler des FC Augsburg nutzte gegen den Rekordmeister nach acht Sekunden einen Aussetzer von Manuel Neuer – der sich davon an diesem Nachmittag nicht mehr erholte.
Nachdem sein Kronprinz Jonas Urbig gleich zwei Länderspiele hatte bestreiten dürfen, war Neuer eigentlich ausgeruht in die Partie gegangen, machte dann aber das denkbar Schlechteste aus dem Anstoß seiner Mannschaft. „Er hat den Ball schlecht angenommen, dann wollte er es lösen und hat es zu riskant gelöst, mit ein bisschen zu viel Risiko“, analysierte Bayern-Sportvorstand Max Eberl hinterher bei Sky. Fellhauer, von Neuer angeschossen, durfte in Richtung leeres Tor laufen und einschieben.
Dass die Bayern gleich zweimal ausgleichen mussten, um noch ein 2:2 zu retten, hatte ebenfalls mit Neuer zu tun. Der Keeper wehrte in der 64. Minute einen Schuss von Kalvin Brackelmann unglücklich vor die Füße von Rodrigo Ribeiro ab. Ebenfalls ein klarer Patzer? „Beim ersten Tor brauchen wir nicht drüber zu reden“, so Eberl, aber „beim zweiten Tor hängen schon noch andere Spieler mit drin, nicht nur Manu.“
Kompanys Erinnerung: „Das sind auch normale Leute“
Vincent Kompany klang da schon kritischer. Ohne Neuer direkt zu nennen, sprach der Trainer bei DAZN von „zwei riesigen individuellen Fehlern“, die letztlich Punkte kosteten. „Es war nicht so viel, was wir falsch gemacht haben“, lautete Kompanys Fazit, „am Ende zwei Riesenfehler – das kann ein Ergebnis entscheiden. Aber das passiert halt im Leben. Das sind auch normale Leute, die auch manchmal nicht alle richtig machen.“
Die Bayern – da waren sich Eberl und Kompany einig – hatten ausreichend Chancen, um trotzdem zu gewinnen. Ihr xGoals-Wert lag bei über fünf. Doch von sechs Toren zählten nur die von Ismael Saibari (55.) und Joker Nathaniel Brown (81.). „Es war auch ein emotionaler ‚Rollercoast'“, nahm Kompany seine Spieler in Schutz. „Jetzt im Moment tut’s weh. Aber zum Glück haben wir viele Spiele.“
Schon am Dienstag (21 Uhr) steht das Champions-League-Gastspiel bei Viking Stavanger an, vier Tage später kommt RB Leipzig zum Bundesliga-Samstagabendspiel (18.30 Uhr, beide LIVE! bei kicker) nach München. „Was passiert ist, kannst du nicht mehr ändern“, sagte Kompany noch über Neuer. „Die Reaktion ist das Wichtigste.“
