In der 42. Minute entschied Robert Hartmann im Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 auf Hand-Strafstoß für die Gäste. Während mehrere Experten die Entscheidung unterstützten, nahm sich aber der Schiedsrichter dafür selbst in die Kritik – und bekam dafür vom DFB jetzt Recht.
Elfmeter für Leverkusen eine Fehlentscheidung
Die Szene war der Aufreger des Derbys: Schiedsrichter Robert Hartmann entschied in der 42. Minute nach einem aus seiner Sicht strafbaren Handspiel von Kölns Eric Martel auf Strafstoß für Bayer 04, den Patrik Schick zur 1:0-Führung der Gäste verwandelte. Eine Entscheidung, die nicht nur die Weichen auf Sieg Leverkusen stellte, sondern auch die Diskussionen darüber in eine kuriose Richtung lenkte.
So ordneten mehrere Beobachter wie Sky-Experte Didi Hamann und Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe den Pfiff Hartmanns als richtig ein und zeigten sich dementsprechend entsetzt, dass der Schiedsrichter selbst nach dem Spiel seinen Pfiff gerne ungeschehen gemacht hätte.
Verkehrte Welt: Die Kritiker verteidigen die Entscheidung des Schiris
Verkehrte Welt also und damit die nächste Stufe, was die Verunsicherung in der Zunft der Schiedsrichter betrifft, wenn diese nun selbst ihre richtigen Entscheidungen als falsch bewerten? Aus Sicht des DFB ist dies aber nicht der Fall. Alex Feuerherdt als Sprecher der DFB-Schiedsrichter GmbH ordnete am Sonntag gegenüber dem kicker das Handspiel Martels als „nicht strafbar“ ein.
Der Kölner hatte versucht, den Ball mit seinem Oberkörper zu blocken und diesen in die Flugbahn des Balles bewegt, dabei allerdings den rechten Unterarm hinter den Körper gezogen. Laut Feuerherdt das entscheidende Argument dafür, dass der Strafstoß hätte nicht gegeben werden dürfen.
„Die Armhaltung ist das ausschlaggebende Kriterium. Martel bewegt den Arm hinter den Körper, versucht durch die Armhaltung das Handspiel zu vermeiden.“ (Alex Feuerherdt)
„Die Armhaltung ist das ausschlaggebende Kriterium“, sagt Feuerherdt, „der Spieler bewegt den Arm hinter den Körper, versucht durch die Armhaltung das Handspiel zu vermeiden. In solchen Fällen soll nicht auf strafbares Handspiel entschieden werden.“
Eine Einschätzung, die auch der kicker während der Partie so getroffen hatte, zu der aber weder Hartmann, der trotz guter Sicht eine andere Wahrnehmung hatte, noch Video-Assistent Guido Winkmann kam, der keinen Anlass sah, Hartmann in die Review-Area zu beordern.
Seinen Wahrnehmungsfehler machte Hartmann selbst auf dem Platz sichtbar
Ein Ablauf, der in zweierlei Hinsicht kritikwürdig erscheint. Zum einen, weil es auf dem Platz offensichtlich wurde, dass Hartmann das Handspiel falsch wahrgenommen hatte. Schließlich demonstrierte er Martel dessen Aktion mit abgespreiztem Arm, was Hartmanns Wahrnehmungsfehler eindeutig belegte.
Zum anderen stellt sich aufgrund der sich auch ohne Review auf dem Platz hinziehenden Entscheidung, bei der Hartmann mit Winkmann in Funkkontakt stand, mal wieder die Frage, warum der Review in solch umstrittenen Szenen nicht grundsätzlich in Anspruch genommen werden kann. Durch die aktuell gängige Praxis jedenfalls wurde Hartmann die Chance genommen, seinen Fehler rechtzeitig zu erkennen.
