Mittelfeldspieler Eric Martel hat die einstige Sicherheit verloren und wackelt seit einiger Zeit immer wieder. Trainer Lukas Kwasniok macht dafür auch die unklare Vertragssituation des 23-Jährigen verantwortlich – und stellt sich trotzdem vor seinen Profi.
Sechser vor unklarer Zukunft
Die vergangenen drei Partien zeigen einen klaren Trend: die kicker-Note 4 beim 1:0 gegen Wolfsburg, die 4,5 beim 1:2 gegen Leipzig und dann die Note 5 beim 1:2 gegen Stuttgart. Mittelfeldspieler Eric Martel ist derzeit alles andere als ein stabilisierender Faktor für den 1. FC Köln. Auch spieltagsübergreifend betrachtet verfestigt sich der Eindruck: Der Notenschnitt von 3,58 ist eher mittelmäßig, ligaweit rangiert Martel damit auf Platz 124 der notenbesten Akteure.
Immer wieder unterliefen dem ja eigentlich so sicheren Defensivspieler zuletzt Fehler, immer öfter war Martel an Gegentoren beteiligt. Die Rolle als unumstrittener Abwehrchef auf dem Platz hat er eingebüßt.
Vertragsgespräche sind angesetzt
Eine Entwicklung, die auch Trainer Lukas Kwasniok beobachtet hat. Der 44-Jährige bestreitet nicht, dass sein Schützling durchaus nicht mehr so stabil auftrat wie noch beispielsweise zu Saisonbeginn. Er macht dafür unter anderem die unklare Vertragssituation verantwortlich. „Profifußballer beschäftigt nicht nur der aktuelle Stand um einen herum, sondern auch die Zukunft“, sagte Kwasniok mit Blick auf den im Sommer auflaufenden Vertrag von Martel.
Profisportler, begründet der FC-Coach, treibe neben dem nächsten Spiel vor allem „die Gedankenwelt um die eigene Zukunft“ an. Das wirke sich aktuell auch auf Martel auf, zumal für die kommenden Wochen auch Gespräche mit dem FC über einen Verbleib am Geißbockheim angesetzt sind. Es geht also um seine Zukunft, und gleichzeitig auch um die der Geißböcke. Denn auch wenn der FC mit 23 Zählern auf Rang 12 eine solide Ausgangslage hat, ist er noch lange nicht durch im Kampf um den Klassenerhalt – was ein entscheidender Faktor in den Vertragsgesprächen sein dürfte.
Martels Verbleib hängt auch der Entwicklung
„Wenn du ein sehr organisierter und strukturiert denkender Mensch bist, wie der Eric das ist, beschäftigt das“, führte Kwasniok aus. „Das ist nicht von der Hand zu weisen.“ Ganz besonders, da Martel selbst bereits im Sommer einen Verbleib in Köln an die Entwicklung der Mannschaft knüpfte. „Ich muss einfach spüren, dass sich was entwickelt, dass wir erfolgreichen Fußball spielen“, sagte er im Trainingslager in Österreich.
Mit erst zwei Siegen aus den sieben Partien in diesem Jahr dürfte er allerdings ebenso wenig zufrieden sein wie sein Coach. Der verteidigt Martel trotz Wacklern und unklarer Zukunft und will auch weiter auf seinen Stammspieler bauen: „Ich glaube, da hilft nur, weiterhin den gleichen Einsatz und das Engagement an den Tag zu legen. Solange er das tut, werde ich ihn weiterhin einsetzen und ihn schützen, wenn es nötig sein sollte.“
