Der 1. FC Köln bleibt sich in dieser Saison treu und belohnte sich auch gegen Bayer Leverkusen für eine gute Leistung nicht. Die Abstiegsgefahr ist deshalb weiter nicht gebannt – und der Druck auf die letzten Partien erhöht sich.
Trügerischer „Trostpreis“ für den FC
Aus 25:8 Torschüssen und einem expected-Goals-Wert von 3,04 machte der 1. FC Köln beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen nichts – wieder einmal, möchte man meinen. Der Aufsteiger wird sein ungesundes Muster nicht los, das gute Auftritte schlichtweg viel zu selten mit Punkten belohnt. So endete gegen den rheinischen Rivalen die Serie aus fünf Partien ohne Niederlage (vier Remis, ein Sieg) und die Geißböcke stecken weiterhin im tabellarischen Einzugsbereich der Abstiegsplätze.
Der letzte Gegner macht ein wenig Sorgen
Dass die Konkurrenz seit Wochen genauso schlecht punktet wie der FC war Luca Waldschmidt und Co. dabei nur „ein kleiner Trostpreis“. Längst hätte der FC Planungssicherheit haben können, wenn nicht haben müssen. So aber hörten die Kölner Anhänger von Cheftrainer René Wagner, was sie auch schon von dessen Vorgänger Lukas Kwasniok so oder so ähnlich zigmal gehört hatten: „Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass wir für so eine Leistung nicht belohnt werden und wir uns nicht in der Kabine in den Armen liegen und einen Sieg feiern können.“
Eine maximal nervige Situation, denn der Kölner Eiertanz im Abstiegskampf hält das Geißbockheim und das Klub-Umfeld weiter in Atem. Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang sind zwar komfortabel, aber angesichts des Gegners am 34. Spieltag keine sichere Bank. Der FC Bayern wird sich die Meisterfeier in der Allianz-Arena sicher nicht vom FC vermiesen lassen, sodass Köln besser vorher Nägel mit Köpfen machen sollte. Ganz besonders, da St. Pauli und Wolfsburg parallel aufeinandertreffen – und womöglich noch ein Team aus eigener Kraft überholen können.
Die latente Gefahr ist nicht gebannt
„Wir müssen jetzt aus dem Spiel kommen, viel, viel Mut mitnehmen für die nächsten drei Spiele“, sagt Wagner deshalb, wobei es angesichts der Qualität der Bayern eher zweieinhalb Spiele sind, in denen man sich noch endgültig retten kann. Union Berlin und der 1. FC Heidenheim klingen ohnehin mehr nach der Kölner Kragenweite, dann muss aber wirklich mal wieder ein Sieg her – der zweite unter Wagner.
„Einfach einen Strich darunter machen“, nennt Waldschmidt das. Der Angreifer hofft, „es aus eigener Kraft zu packen, statt zu hoffen, dass die anderen nicht mehr punkten“. Und ist damit gut beraten angesichts der latenten Gefahr, die noch immer nicht gebannt ist. Immerhin: Großartig verändern müssen Waldschmidt, Wagner und Konsorten dafür fast nichts. Die Chancenverwertung wäre da der einzige Ansatzpunkt, das liegt auf der Hand. Wagner: „Wenn die Mannschaft es schafft, gegen einen guten Gegner so viele Torchancen zu kreieren, dann soll sie sich dafür belohnen.“
