Karius vor neuem Vertrag und Spitzenverdiener-Status

Der bis 2027 gültige Vertrag von Loris Karius soll vorzeitig verlängert werden. Finanziell würde Schalkes Torhüter ins Spitzensegment vorstoßen. Die Gehaltsstruktur der Gelsenkirchener hat inzwischen überhaupt nichts mehr zu tun mit den teuren Sünden vergangener Tage.

Stammtorwart soll langfristig bleiben

„Von unserer Seite spricht nichts dagegen, dass Loris langfristig die Nummer 1 bleibt“, sagt Sportvorstand Frank Baumann. „Deswegen sind wir schon vor ein paar Wochen proaktiv auf Loris und seinen Berater zugegangen.“ Die Schalker haben „ein verbessertes Angebot gemacht“ und sich „sehr gestreckt“. Nun müsse man „schauen, ob wir eine Einigung finden. Das würde uns sehr freuen, aber wir sind entspannt, weil Loris für das kommende Jahr auf jeden Fall noch unter Vertrag steht“, erklärt Baumann.

Sehr gestreckt? Dahinter steckt die Absicht, Karius in die Gruppe der Spitzenverdiener auf Schalke zu hieven. Mit Blick auf seine herausragenden Leistungen 2025/26 gehört er da längst hinein, doch die Voraussetzungen waren bei der früheren Einigung etwas anders.

Schon einmal verlängert

Ben Manga (seit Oktober als Direktor Kaderplanung, Scouting und Knappenschmiede freigestellt, eine Einigung zur Vertragsauflösung soll zeitnah erfolgen) hatte sich in seiner Zeit als Entscheider auf Basis eines sehr leistungsbezogenen Vertrags erst für eine Verpflichtung des zuvor monatelang vereinslosen Torwarts starkgemacht, dann vor der Saison 2025/26 die Verlängerung des Vertrags durchgeboxt. Karius erhielt zwar schon vor ziemlich genau zwölf Monaten ein besserdotiertes Arbeitspapier, eine neue Verlängerung wäre nun aber mit einer weiteren Gehaltsanpassung verbunden.

Zurück zum Pyramidensystem

Auf Schalke will man grundsätzlich wieder abrücken von dem in den vergangenen Jahren praktizierten System, durch das sich die Profis zum Großteil auf einem ähnlichen Gehaltsniveau befinden. Angestrebt wird eher eine pyramidenähnliche Struktur, die vorsieht, künftig wieder mehr Topverdiener zu etablieren.

Aktuell angeführt wird diese Gruppe von Kapitän Kenan Karaman. Spitzenverdiener auf Schalke zu sein bedeutet mittlerweile, dass sich die Summe um die eine Million Euro pro Jahr bewegt.

Millionen-Jonglage in der Vergangenheit

Mit Blick auf Gehälter, Handgelder und Prämien haben sich die Zeiten auf Schalke innerhalb eines Jahrzehnts krass verändert. Das zeigen allein Beispiele, über die der kicker einst exklusiv berichtete.

Beim (letztlich erfolglosen) Bestreben, Leon Goretzka zu halten und ihn von einem Wechsel zum FC Bayern München abzuhalten, zeigte sich Schalke 04 gewillt, dem Ruhrpott-Profi ab dem Jahr 2018 ein Jahresgehalt von mehr als zehn Millionen Euro anzubieten, womit die Gelsenkirchener in nie dagewesen Dimensionen vorgestoßen wären.

  • 10 Millionen Euro Gehalt für Goretzka?
  • Neun Millionen Euro für ablösefreien Uth
  • 30.000 Euro pro Punkt für Nastasic

Aus heutiger Sicht ebenso völlig unvorstellbar: Mark Uths Verpflichtung 2018 war extrem kostspielig. Der Stürmer kam zwar ablösefrei von der TSG Hoffenheim, doch allein der Abschluss des Vierjahresvertrags soll mit neun Millionen Euro zu Buche geschlagen haben – sechs Millionen Handgeld für den Spieler, drei Millionen für Berater.

Und: Abwehrspieler Matija Nastasic erhielt seinerzeit eine vertragsgemäße Sonderprämie in Höhe von 30.000 Euro – pro Punkt! 2021 verabschiedete sich der Serbe in Richtung AC Florenz. Nastasic gehörte zu jenem sündhaft teuren vermeintlichen Champions-League-Kader, der 2021 als weit abgeschlagenes Schlusslicht aus der 1. Liga flog.

Langer Weg zur gesunden Gehaltsstruktur

Infolge des sportlichen Niedergangs brauchten die Schalker anschließend mehrere Transferphasen, um finanzielle Altlasten abzutragen und sich wieder eine gesunde Gehaltsstruktur zu erarbeiten. Das ist mittlerweile gelungen, auch in anderen finanziellen Bereichen herrscht auf Schalke wieder deutlich mehr Seriosität und Realismus.

 

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