Hütter: Zwischen „so stelle ich mir Fußball vor“ und „fürchterlich“

Nach der 1:4-Pleite gegen Augsburg steht Eintracht Frankfurt mit einem Punkt aus zwei Spielen da. Trainer Adi Hütter zeigte sich vor allem mit dem Einbruch nach der Pause unzufrieden – und fand dafür deutliche Worte.

Burkardt tut es „extrem weh“

Als eine Bundesliga-Mannschaft zum letzten Mal derart schnell zwei Gegentore kassiert hatte wie es Eintracht Frankfurt am Sonntagabend passierte, zierte das DFB-Trikot noch drei Sterne. Im Februar 2014 hatte der 1. FC Nürnberg keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff ein 0:1 gegen Eintracht Braunschweig in ein 2:1 gedreht. Genauso wie es der FC Augsburg im Deutsche-Bank-Park tat.

Dabei deutete nach dem ersten Durchgang nichts auf einen Einbruch des Frankfurter Spiels hin. „Du musst in der ersten Halbzeit 2:0 in Führung gehen und wir dürfen uns das in der Bundesliga einfach nicht erlauben, in einer Minute das Spiel aus der Hand zu geben“, ärgerte sich Eintracht-Coach Adi Hütter bei DAZN. Die SGE hatte vor dem Seitenwechsel etliche Gelegenheiten auf weitere Tore ausgelassen, insbesondere im Duell mit Finn Dahmen bissen sich die Frankfurter sämtliche Zähne aus.

Als Arijon Ibrahimovic unmittelbar nach der Pause ausglich und daraufhin Noah Atubolu schwer patzte, war es um die spielerische Dominanz der Hessen geschehen. Nichts ging mehr, der Stecker war gezogen und die Steckdose nicht mehr auffindbar. „Es war nicht zu erwarten nach der ersten Halbzeit, in der wir das Spiel klar dominiert haben“, stellte Hütter heraus und ergänzte, dass „45 Minuten nicht genügen“.

Im Laufe des zweiten Durchgangs kassierte Frankfurt auch noch die Gegentreffer drei und vier, was den Fehlstart vor heimischer Kulisse perfekt machte. „Das tut echt extrem weh“, gab etwa Torschütze Jonathan Burkardt zu. „Dass du dann noch das 1:3 und 1:4 bekommst, muss einfach nicht sein. Augsburg war in der zweiten Hälfte deutlich reifer.“

Hütter hat auch positive Worte: „So stelle ich mir Fußball vor“

Während Burkardt zusammenfasste, dass es „viel zu wenig“ war, wählte Hütter recht deutliche Worte: „Das darf uns in dieser Form überhaupt nicht passieren – Prozess hin oder her.“ Es gebe zwei Optionen mit einer solchen Situation umzugehen. Einerseits könne man „den Kopf in den Sand“ stecken, „oder du lernst aus diesen Sachen. Dass wir uns dann nicht mehr fangen, ist das, was mich extrem gestört hat. Wir müssen lernen, dass wir sagen: ‚Okay, kurz stabilisieren und dann wieder nach vorn spielen.'“

Dennoch wollte Hütter auch den guten ersten Abschnitt nicht unter den Tisch kehren, in dem sich die Eintracht den Großteil ihrer Chancen erarbeitet hatte, was sogar dafür sorgte, dass sie in Sachen xGoals (1,87 zu 1,29) am Ende des Spiels vorn lag: „So stelle ich mir Fußball vor und das musst du halt über einen längeren Zeitraum spielen können.“ Vor der Pause habe seine Mannschaft „so ziemlich alles richtig gemacht“.

In gewisser Weise lässt sich der zweite Durchgang aber auch mit der Unerfahrenheit des Teams erklären, wobei Hütter die auch nicht als Hauptgrund anführen wollte: „Natürlich ist es ein Umbruch und natürlich haben wir junge Spieler, die wir versuchen, einzubauen, die auch Fehler machen – das ist ganz normal.“

Am Ende stand das 1:4 zu Buche – und ein kurzes Fazit von Hütter: „Erste Halbzeit positiv, zweite Halbzeit fürchterlich.“

 

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