Am Samstagabend verlor der Hamburger SV seinen Saisonauftakt bei Borussia Dortmund mit 0:2, tags darauf aber folgte ein bedeutender Sieg auf dem Transfermarkt: Fabio Vieira und Zakaria El Ouahdi kommen.
Doppelschlag für 20 Millionen Euro
Die gesamte Sommerpause über hatte Hamburg von der festen Verpflichtung von Fabio Vieira, dem Leih-Spielmacher der Vorsaison geträumt, seit Sonntag ist sie nahezu perfekt. Der 26-jährige Portugiese landete in der Hansestadt zum Medizincheck, die Beharrlichkeit von Claus Costa hat sich ausgezahlt. Der Sportdirektor hatte zunächst die festgeschriebene Kaufoption in Höhe von 22 Millionen Euro verstreichen lassen und dann auch deutlich gemacht, auf die Forderungen der Gunners in Höhe von 18 Millionen Euro nicht eingehen zu können. Der Trumpf im Poker: Er wusste um den Wunsch des Spielmachers, auch in dieser Spielzeit für den HSV spielen zu wollen.
Medizinchecks terminiert, letzte Details noch zu klären
Seine Rechnung ging auf: Bevor die Londoner ganz leer ausgehen und einen Profi behalten, für denen sie keine Verwendung haben, lassen sie sich nun doch auf den Deal ein. Rund neun Millionen Euro müssen die Hanseaten für ihren Wunsch-Spieler überweisen, an diesem Montag soll der Transfer vermeldet werden. Dann wird auch ein Vollzug mit Zakaria El Ouahdi erwartet. Der 24-jährige Marokkaner war der Favorit für die rechte defensive Außenbahn, weil er eine Wertesteigerung verspricht. Mit dessen Klub KRC Genk herrschte ebenfalls ein heißer Poker. 13 Millionen Euro war die Forderung der Belgier noch am Freitagabend, Sonntag erfolgte dann eine Annäherung, die zumindest den Abflug des vierfachen A-Nationalspielers Richtung Hamburg möglich machte.
Der Medizincheck ist terminiert, letzte Details mit Genk aber müssen noch ausverhandelt werden. Für beide Top-Transfers investiert der HSV rund 20 Millionen Euro – und wertet bisherige Problempositionen auf: Bakery Jatta ist defensiv verlässlich, im Vorwärtsgang aber kein Faktor, und Neuling Martin Adeline fehlte auf der halbrechten Offensivposition bislang jene Kreativität, die Fabio Vieira auszeichnet.
Klar ist: Mit dem Portugiesen und Albert Grönbaek hat der HSV zwei Regisseure auf den Halbpositionen, die deutlich mehr als Bundesliga-Mittelklasse verköpern und das Potenzial besitzen, die Mannschaft auf ein anderes Qualitätslevel zu hieven. Klar ist aber auch: Die Probleme von Dortmund waren ursächlich keine, die mit der Besetzung auf der rechten Außenbahn und der halbrechten Spielmacherposition zu tun hatten.Eine Zweikampfquote von nur 35 Prozent im ersten Durchgang und eine Vielzahl von schnellen Ballverlusten waren entscheidend dafür, dass die Kräfteverhältnisse so deutlich zu Ungunsten der Hamburger verteilt waren, wie es im Vorjahr nur selten der Fall war. „Wir waren nicht klar in unseren Höhen, wollten die Räume enger halten“, bemängelt Torhüter Daniel Heuer Fernandes. Nicolai Remberg ging noch weiter: „Eine gute Halbzeit reicht uns nicht, die wird uns nie reichen.“
Ab dieser Woche soll der Qualitätszuwachs durch Fabio Vieira und El Ouahdi, die erfolgreichen Medizinchecks vorausgestzt, gewährleisten, dass sich die Probleme vom Saisonstart künftig nicht wiederholen.
