Duelle zwischen Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart hatten in den vergangenen Jahren oft hohen Unterhaltungswert. Beim Wiedersehen am Samstag geht es wieder um viel – für VfB-Coach Sebastian Hoeneß aber erst einmal vor allem um den Eindruck in den ersten Minuten.
Chema oder Nartey als Karazor-Ersatz?
Noch zwei Punktspiele und dann das DFB-Pokalfinale entscheiden über den Saisonausgang des VfB Stuttgart. Bevor sich die Frage stellt, ob die Schwaben den DFB-Pokal verteidigen können, geht es um die Qualifikation für die Königsklasse. Punktgleich mit Hoffenheim und Leverkusen geht der VfB in den vorletzten Spieltag, an dem er eine Woche nach dem wilden 3:3 in Hoffenheim also direkt das nächste Duell gegen einen unmittelbaren Konkurrenten bestreitet. „Wir sind voll in der Crunchtime, die Antennen sind oben, die Spannung ist spürbar, die Energie ist spürbar“, schildert Hoeneß die gegenwärtige Lage.
Von Rechenspielen rund um einen fünften Champions-League-Startplatz für die Bundesliga will sich der 43-Jährige nicht blenden lassen. Seine Mannschaft habe mit bislang 58 Punkten zwar „eine richtig gute Saison gespielt“, betont er. Um aber tatsächlich in die Königsklasse einzuziehen, müssten wohl noch zwei Siege her – und damit eben auch drei Punkte am Samstag gegen Leverkusen.
Aus dem jüngsten direkten Duell in Sinsheim war der VfB mit einem spät erkämpften Punkt in Unterzahl und somit mit einem blauen Auge herausgekommen. Das 3:3 hatte Hoeneß als „Warnschuss“ bezeichnet. Ein Warnschuss zur rechten Zeit? „Deutlich und hörbar am nächsten Tag, das kann ich sagen“, sei die Aufarbeitung verlaufen, berichtete Stuttgarts Trainer. Nach einem freien Tag sei der Warnschuss dann so langsam verhallt und in einen konzentrierten Blick nach vorne übergegangen.
Stichwort Konzentration: Genau das verlangt Hoeneß von seinem Team, wenn Leverkusen am Samstag an den Neckar kommt. Eine Lehre aus den zurückliegenden Partien gegen Bremen (1:1), Freiburg (2:1 n. V.) und Hoffenheim (3:3), als seine Mannschaft jeweils in der ersten Halbzeit in Rückstand geraten war.
Mehr Schärfe, mehr Achtsamkeit und Fokussierung verlangt der gebürtige Münchner von seinem Team, das – worauf Hoeneß auch verwies – in dieser Spielzeit ja schon bewiesen hat, genau das auch zu können, etwa beim 4:1-Sieg im Hinspiel gegen die Werkself, als der VfB schon zur Pause 4:0 geführt hatte. Als „Blaupause“ diene die Partie freilich nicht, so Hoeneß. „Eines der besten Spiele, die wir dieses Jahr gemacht haben“, bestätigte er zwar, aber „Leverkusen hat sich weiterentwickelt“.
„Es geht jetzt einfach darum, zu machen.“ (Sebastian Hoeneß)
Unterstützung von Minute 1 erhofft sich Hoeneß deshalb auch von den Rängen. „Wir haben ein Heimspiel gegen Leverkusen, in dem es um sehr viel geht. Ich glaube, jeder, der im Stadion sitzt, weiß genau, was zu tun ist. Wir müssen gemeinsam etwas abbrennen, aber ich will nicht viele Worte verlieren. Es geht jetzt einfach darum, zu machen.“
Noch zu früh kommt das Spiel für die zuletzt angeschlagenen Finn Jeltsch und Ameen al-Dakhil. Keine Option ist der rotgesperrte Atakan Karazor. Wer den Platz des Kapitäns im Zentrum einnimmt, ließ Hoeneß offen. Zur Verfügung stünde neben Chema auch Nikolas Nartey. „Mit beiden Varianten“, so Hoeneß, „hätte ich ein sehr gutes Gefühl.“
