Nach zwölf Jahren wird es bei Werder Bremen einen neuen Präsidenten geben. Der aktuelle Amtsinhaber Hubertus Hess-Grunewald wird im November nämlich nicht mehr zur Wahl antreten.
Nach zwölf Jahren
„Ich habe das Präsidentenamt in den vergangenen zwölf Jahren voller Stolz und mit der nötigen Demut vor der großen Verantwortung ausgefüllt. Im Hinblick auf die kommenden Jahre habe ich mir immer wieder eine Frage gestellt: Was ist das Beste für Werder? Denn nichts und niemand ist größer als der Verein“, erklärt Dr. Hubertus Hess-Grunewald auf der Bremer Website. „Nach reiflicher Überlegung und intensiven Gesprächen in der Familie und meinem Umfeld bin ich zu dem Entschluss gekommen, mich nicht wieder zur Wahl nominieren zu lassen. Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Aber sie ist die richtige für unseren SV Werder.“
Somit wird der 65-Jährige bei der im November stattfindenden Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wahl stehen. „Ich gehe diesen Schritt bewusst und voller Überzeugung. Ein Werder-Präsident sollte selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Verantwortung weiterzugeben. Für mich ist dieser Zeitpunkt jetzt erreicht“, zeigt sich der Funktionär sicher. Sobald das Präsidium einen neuen Vertreter oder eine neue Vertreterin entsandt hat, wird Werders Ehrenmitglied anschließend auch als Vorsitzender des Aufsichtsrats der SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA ausscheiden.
„Es liegen spannende Herausforderungen für den Verein und auch als Mehrheitseigner der KG an. Dazu gehören vor allem weiterführende Strukturveränderungen wie die Zunahme der Demokratisierung und Anforderungen der Partizipation der Mitglieder. All das kann nur ein Kandidat angehen, der die volle Amtszeit ausfüllen wird. Dies wäre bei mir nicht der Fall gewesen, nach über 30 Jahren Vereinsarbeit sind die Energiespeicher langsam leer“, macht Hess-Grunewald deutlich.
Hess-Grunewald sieht „tragfähiges Fundament“
Leichte Zeiten hatte der Präsident mit dem SV Werder nicht immer erlebt, rund um die Corona-Pandemie musste der SV Werder, der finanziell nicht auf Wolken gebettet ist, 2021 den Abstieg verkraften. Aber der Verein meisterte diesen finanziellen Kraftakt und kehrte nur ein Jahr später in die Bundesliga zurück.
„Werder hat schwierige Jahre bewältigt, steht wirtschaftlich wieder stabiler da, wächst als Mitgliederverein und hat wichtige Zukunftsprojekte angestoßen“, ist Hess-Grunewald guten Mutes für die Zukunft. „Zusammen haben wir den Verein durch schwierige Zeiten geführt und wichtige Weichen gestellt. Auf das gemeinsam Erreichte können wir stolz sein. Ein Wechsel sollte erfolgen, wenn eine neue Führung auf einem tragfähigen Fundament aufbauen kann. Diese Konstellation ist gegeben.“
Der 65-Jährige ist bereits seit 1970 Mitglied des Sport-Verein „Werder“ von 1899 e. V., war von 2003 bis 2014 Vize-Präsident und wurde anschließend zum Präsidenten gewählt. Seit 1999 sitzt der promovierte Anwalt zudem im Aufsichtsrat des e.V. und seit 2003 der KG, dessen Vorsitz er seit 2023 ausübt. Von 2005 bis 2014 war er bereits stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums. Von 2015 bis 2022 war er Teil der Geschäftsführung der SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA.
