Sie sind dem Nachwuchsleitungszentrum entwachsen, noch nicht reif genug für ganz große Aufgaben, aber dennoch auf dem Markt gefragt: Stuttgarts Nachwuchsspieler. Auch beim jüngsten Test machten sie auf sich aufmerksam.
VfB-Talentschmiede
Sonntagvormittag wurde der Abschied des nächsten VfB-Talents abgewickelt. Laurin Ulrich wechselt, wenn auch leihweise, in die Bundesliga zum SC Paderborn. Der 21-Jährige geht damit den Weg, den vor Kurzem vor ihm bereits andere Jungstars vom VfB II wie Christopher Olivier (20, zu Bröndby IF), Noah Darvich (19, leihweise zur SV Elversberg), Florian Hellstern (18, leihweise zur SpVgg Greuther Fürth) oder Mo Sankoh (22, zum Randers FC) gegangen sind. Zum einen, um ihnen Spielpraxis auf höherem Niveau zu ermöglichen. Zum anderen auch, um den Kader zu verkleinern. In den frische Talente aus dem hauseigenen Nachwuchsleistungszentrum drängen.
Jetzt wird es ernst
In dieser Woche trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Vorbereitungszeit geht in den Jetzt-wird’s-ernst-Modus über. In den vergangenen Wochen war – im ursprünglichen Sinne – eine Vielzahl von Jungstars bei Cheftrainer Sebastian Hoeneß zu Besuch und gab seine Visitenkarte ab. Bei der Generalprobe vor dem Pflichtspielstart am kommenden Freitag in der ersten DFB-Pokalrunde bei Hansa Rostock gehörten noch sieben Talente der Stuttgarter Reisegruppe an.
Während Ertugrul Yigit (17), Neno Zezelj (18), Matthaios Tsigkas (19) und Jarzinho Malanga (20) nicht zum Einsatz kamen, durften sich Oliver Rölke (21), Yanik Spalt (18) sowie Maximilian Herwerth (19) im „Hauptspiel“ im Craven Cottage zeigen. Rund 20 Minuten lang mischten die drei mit, konnten allerdings die erste und einzige Niederlage in der Vorbereitung nicht verhindern.
„Das war ein richtiger Momentum-Killer.“ (Sebastian Hoeneß)
„Bisher waren die Testspiele eher aus einem Guss“, so das Fazit von Trainer Hoeneß. Dessen Team habe diesmal „eine Challenge“ zu bewältigen gehabt. „Wir mussten viel leiden, viel hinterherlaufen, wir waren sehr unsauber im Ballbesitz. Das eine hat sich mit dem anderen verbunden und zusammen war es ein richtiger Momentum-Killer. Insbesondere in der 2. Hälfte.“
Nach einem ordentlichen ersten Durchgang sei man in eine Phase geraten, „in der wir richtig ins Schwimmen gekommen sind, in der wir in die Passivität gekommen sind“. Wie jede Niederlage sei auch diese nicht angenehm. Allerdings auch nicht unwillkommen, um sich mit Blick auf die anstehende Saison nicht zu sicher zu fühlen. Das 0:1 war „ein sehr guter Moment, um das zu spüren. Deswegen können wir gut damit arbeiten“, so Hoeneß.
Pejcinovic trifft bei seinem Debüt
Dessen Team ein paar Stunden zuvor noch eine weitere Partie, diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit, auf einem Trainingsplatz des FC Fulham mit 2:0 gegen den Premier-League-Klub gewann. Mit einer Aufstellung, die in jedem Bundesligaspiel bedenkenlos aufgeboten werden könnte. Eine Mannschaft mit einer Reihe von Auswahl-Spätstartern, die noch Nachholbedarf haben.
Mit Marius Funk im Tor, Leonidas Stergiou, Ameen Al-Dakhil, Ramon Hendriks und Josha Vagnoman in der Abwehr, Atakan Karazor und Chema auf der Doppelsechs sowie Lazar Jovanovic, Deniz Undav und Bilal El Khannouss hinter der Spitze Dzenan Pejcinovic. Chema erzielte den einen, der neue Stürmer-Star den anderen Treffer und bot zudem bei seinem Debüt eine gute Leistung.
Wie auch die VfB-Talente. Rölke mühte sich nicht weniger fleißig, wenn auch ebenso erfolglos wie sein Tauschpartner Ermedin Demirovic im Angriff. Spalt übernahm für Stiller im Mittelfeld und unterstrich in ein paar Aktionen sein ungeheures Talent. Wie schon in der Europa League, als er beim 0:2 bei AS Rom im Stadio Olimpico zum Ende der Partie hin sein Profidebüt für den VfB feiern durfte. Und Herwerth ließ für Chabot gekommen in der Abwehr nichts anbrennen.
Verhandlungen mit U-17-Weltmeister Herwerth
Während Rölke frisch von Hertha BSC II gekommen und bis 2028 gebunden ist und Spalt erst im vergangenen Herbst bis 2028 unterschrieben hat, läuft der Kontrakt von Herwerth 2027 aus. Der U-17-Weltmeister von 2023 ist nicht erst seit gestern ein im In- und Ausland gefragter Jungprofi. Vom Interesse von Zweitligist Karlsruher SC wurde bereits berichtet. Dänemarks Odense BK hat ihn ebenfalls im Auge. Und natürlich der VfB, der aktuell mit dem 20-Jährigen über eine Vertragsverlängerung verhandelt.
