Christoph Kramer hat mit seiner Einschätzung über Dieter Hecking für einige Schlagzeilen gesorgt. Der Wolfsburg-Coach geriet darüber ins Schmunzeln – aber wurde bei einem Thema auch sehr ernst.
Wolfsburg-Coach baut auf Wind
Bei allem Lob, das Christoph Kramer unter der Woche über Dieter Hecking ausschüttete: Ein wenig hängen blieb auch die Aussage des Weltmeisters von 2014 über das Outfit des Wolfsburg-Trainers. „Wenn er morgens in die Kabine kommt, da hatte er bei uns häufig ein kariertes Hemd an, und das in der Hose. Und so einen alten Gürtel, den man auch nur bekommt, wenn man in den Achtzigern mal Vater geworden ist“, sagte Kramer im Podcast COPA TS.
Hecking nahm es mit Humor, von dem er ja – auch laut Kramer – jede Menge besitzt. „Er hat sich schon entschuldigt“, berichtete der 61-Jährige von einem Telefonat mit seinem ehemaligen Gladbacher Schützling. Dass die Aussage aus dem „Zusammenhang gerissen“ worden sei, wie Kramer beteuerte, nahm ihm Hecking aber nicht ab. „Erzähl keinen Scheiß, ich kenn dich doch“, war Heckings Antwort, wie er am Donnerstag verriet.
Doch Hecking nahm die seriöseren Aussagen Kramers auch zum Anlass zu erklären, auf was es ihm als Trainer und im Abstiegskampf ankommt. Unter anderem hatte der 35-Jährige erklärt, Hecking komme in die Köpfe seiner Spieler. „Es ist toll, wenn ein Spieler wie Chris Kramer respektvoll und wertschätzend über einen spricht“, freute sich Hecking. Man müsse nicht nur fachlich und inhaltlich gut sein, sondern es sei eben auch „extrem wichtig, dass du kommunikativ bist, dass du mit klaren Ansprachen kommst. Damit bin ich immer gut gefahren.“
Hecking: „Das holt einen irgendwann wieder ein“
Für den ehemaligen Polizisten ist demnach Ehrlichkeit eine ganz wichtige Charaktereigenschaft, gerade im Abstiegskampf. „Wenn man versucht, Ausreden zu suchen und dem Spieler nicht reinen Wein einschenkt, weil man denkt, er könnte das vielleicht in den falschen Hals bekommen, das holt einen irgendwann wieder ein. Deswegen bin ich so.“ Gerade in den Phasen, in denen es nicht so gut laufe, sei es „wichtig zu sagen, was ich von den Spielern erwarte und was sie von uns als Trainern erwarten“.
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Eine gewisse Erwartungshaltung hat Wolfsburg auch an Jonas Wind. Erstmals seit dem 11. Spieltag bekam der lange am Oberschenkel verletzte Angreifer in Hoffenheim wieder einige Minuten Spielzeit. Ein im Raum stehender Wechsel kam weder im Sommer noch im Winter zustande. „Er kommt aus einer schwierigen Phase“, sagte Hecking. Wind gebe ihm aber das Gefühl, „dass er unbedingt helfen will, dass wir nicht absteigen. Ich mag seine Spielweise. Aber er muss im Training zeigen, dass er startklar ist.“
Arbeitsteilung im Sturm?
Neben Wind kommt auch Dzenan Pejcinovic als Sturmspitze im Kellerduell mit Bremen infrage. In Hoffenheim konnte er allerdings seinen Startelfeinsatz nicht wirklich rechtfertigen (kicker-Note 5) und wurde in der 63. Minute für Wind ausgewechselt. Eine ähnliche „Arbeitsteilung“ sei auch gegen Bremen denkbar, so Hecking, „dass der eine sich austobt und wir dann noch nachlegen können“. Gegen Werder werde man ohnehin einen „deutlich offensiveren Ansatz wählen. Wir wollen nach vorne spielen und den Gegner zu Fehler zwingen.“
Ebenfalls im Kader steht nach jetzigem Stand Maximilian Arnold, der wegen Leistenproblemen im Kraichgau fehlte. „Es macht bislang einen guten Eindruck, wir haben ihn nicht steuern müssen. Er hat alle drei Einheiten voll trainieren können“, so Hecking.
VfL erweitert Kontingent für Werder-Fans
Die große Invasion von Gästefans soll beim Abstiegsduell unterdessen vermieden werden. Dennoch ist der VfL den Bremer Anhängern etwas entgegengekommen und hat das Kontingent von regulär 2.800 um weitere 600 Tickets erweitert – das Spiel in der Volkswagen Arena ist ausverkauft. Beim letzten Heimspiel gegen den HSV (1:2) waren mehr als 10.000 HSV-Fans ins Stadion gelangt und standen auch in Bereichen, die nur Heimanhängern vorbehalten sind. Das hatte für einige Unruhe auf den Rängen gesorgt.
