Beim SC Paderborn machten sie den Schritt in die Bundesliga. Bei ihrer Rückkehr mit dem VfB waren Dennis Seimen und Chris Führich die Hauptdarsteller des Stuttgarter Sieges.
Stuttgarts Paderborn-Rückkehrer
So einen Empfang und vor allem so eine Verabschiedung gab es wohl selten für einen siegreichen Bundesligaspieler auf fremdem Boden. Stuttgarts Dennis Seimen kam in den Genuss, von den SC-Fans in Paderborn vor und nach dem Spiel mit Applaus und Sprechchören überschüttet zu werden. Die Kirsche auf der Feiertagstorte für den 20-jährigen Bundesliga-Debütanten, der in der vergangenen Saison als Leihspieler mit den Ostwestfalen den Aufstieg gefeiert hat und nach dem Schlusspfiff die eine oder andere Träne verdrückte.
Cooler Seimen strapaziert die Nerven der Kollegen
Der von Sportvorstand Fabian Wohlgemuth für seinen unaufgeregten Null-Gegentore-Auftritt „Eisvogel“ getaufte U-21-Nationalspieler in der emotionalen Achterbahn. Für VfB-Trainer Sebastian Hoeneß war es „schön zu sehen, wie viel einem jungen Spieler so ein Spiel bedeutet. Er hat ein gutes Spiel gemacht, war sehr mutig. So wie wir ihn kennen. Er hat seine Nerven anscheinend im Griff gehabt.“ Und die von Mannschaft und Trainer strapaziert.
Mit einer Leistung, die gut, aber nicht fehlerfrei war. Vor allem, wenn Seimen fast schon übermütig gewagt von seiner Position aus aufbauen wollte und mit ungenauen Pässen Gefahr heraufbeschwor. Das sei nun mal „mein Spiel“, erklärt der Keeper, dessen Spielweise und Aktionen von seinen Trainern „vielleicht nicht ganz so risikoreich gefordert waren. Da muss ich oder werde ich mich natürlich noch anpassen“.
„Ich habe in Paderborn meinen Durchbruch geschafft.“ (Chris Führich)
Ein anderer Paderborn-Rückkehrer verrichtete seinen Job ebenfalls eiskalt. Chris Führich war neben Angelo Stiller der auffälligste VfB-Profi und krönte seinen Auftritt mit dem entscheidenden Treffer. „Vorher haben zwei Schüsse mit rechts nicht geklappt“, so der 28-Jährige. Beim 2:0 habe er „den Ball auf links gelegt und einfach draufgehalten“. Alte Freundschaft hin oder her.
In der Spielzeit 2020/21 hatte der Nationalspieler das Trikot des SCP getragen, bevor es nach Stuttgart ging. „Ich habe in Paderborn meinen Durchbruch geschafft“, sagt Führich, der die Saison als „eine sehr schöne Zeit mit schönen Erinnerungen“ bezeichnet.
Hoeneß‘ Vorstellung sah anders aus
Die auch Wohlgemuth teilt, der von Mai 2020 bis Dezember 2022 Sportgeschäftsführer beim SC war. Dort habe er gelernt, aus wenig viel zu machen. Im Graubereich zwischen Wunsch und Wirklichkeit. „Da muss man kreativ sein, um aus den vorhandenen Mitteln das Maximale rauszuholen. Das prägt einen. Das habe ich nach Stuttgart mitgenommen.“
Diesmal auch die Punkte, wodurch der VfB seine längste Gegentorserie (neun Spiele an der Zahl) unter Hoeneß beendet hat. Was mehr zählt als die eigentliche Leistung. „Das Spiel war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, so der 44-Jährige. „Wir haben es versäumt, bessere Entscheidungen zu treffen; schießen, wo wir eigentlich passen müssen, und passen, wo wir konsequent abschließen müssen.“ In zweieinhalb Wochen im DFB-Pokal kann man es besser machen.
